Mittwoch, 6. Mai 2009

Großartig. Prächtig. Herrlich.

Ich sah die Zukunft des Rock'n'Roll. Und seine Vergangenheit. Und seine Gegenwart:
magnificent: [-nt] adj. (alle a. F fig.) großartig, prächtig, herrlich



"...not for shy people. like myself."
(Bono über Bono)

Dienstag, 5. Mai 2009

Ganz. Schön. Frech.

Lily Allen im E-Werk in Köln, das heißt: Viele kleine Mädchen, Laufmaschen in den blickdichten Strumpfhosen, kurze, karierte Röcke, tiefe Dekolletes, kajal-geschwängerte Augen. So weit so gut. Dann die sehr junge, sehr kleine Diva im ultraknappen Kleidchen. War die Einzige, die im Saal rauchen durfte. Oder die einfach mal den Helmut Schmidt gab. Man steckt ja nicht drin.

Man wusste nach dem Konzert genau, dass sich diese Lilly mit nur einem "l" in der Mitte schreibt.
(Miserables Handy-Foto: Thomas Ottensmann)


Kann mir aber auch nicht vorstellen, dass bei einer solchen Gelegenheit irgendein dahergelaufener Ordner auf die Bühne stürmt und sie nötigt, die Kippe auszumachen, weil ja schließlich in Germany mittlerweile rigoroses Rauchverbot herrscht - auch dort, wo gar keine zubereiteten Speisen gereicht werden, sondern lediglich obergärige Plörre und Wasser. Nun gut. Vielleicht noch was zur Musik? 55 Minuten für das Hauptset sind schon an der Grenze zur Unverschämtheit, aber weil hernach als Zugabe ja noch (fast) alle Hits und Radio-Ohrwürmer kamen und knappe 25 Minuten obendrauf, wollen wir mal Fünfe gerade sein lassen.

Nun gut, selbst mit skurrilem Rähmchen wird die Qualität nicht besser. Das gilt leider für Musik, Sound, Setlist und Foto gleichermaßen. Nur die Künstlerin bleibt davon unbenommen. Niedlich.
(Miserables Handy-Foto: Thomas Ottensmann)

Eigentlich hat Lily Allen eine schöne Stimme. Und eigentlich eine tolle Band, die einen glasklaren 80er-Jahre-Sound mit deutlichen New-Wave-Einflüssen brachial-krachig auf die Bühne wummste. Aber uneigentlich hatte der Sound seinen Namen gestern nicht verdient, draußen klirrte die Bleiverglasung, als spielte drinnen Motörhead. Hörprobe, eins, zwei:


(Miserables Handy-Video: Thomas Ottensmann)

Der Mischer dürfte für diesen Abend eigentlich kein Geld, sondern allerhöchstens Schmähgesänge bekommen. Aber, aber, aber... hach, ist ja trotzdem 'ne Süße!

Montag, 4. Mai 2009

Auswärtsnimbus

"So, wie die Stimmung war, tut es dem ein oder anderen gut, dass wir jetzt zwei Auswärtsspiele haben. Das ist kein Nachteil."
(Thomas Ernst, Ex-Keeper und Jetzt-Manager des VfL Bochum, zu den Schmährufen der eigenen Fans* nach der 0:2-Heimpleite gegen Hannover 96. Zitiert nach: kicker online vom 02.05.2009)

* Die Mannschaft revanchierte sich und verweigerte nach dem Spiel den eigentlichen obligatorischen Gang in die Fankurve. Was man vielleicht wissen sollte: Der VfL Bochum ist das heimschwächste Team der Fußball-Bundesliga - und zwar aller Zeiten. Wie sagte mal ein Fan sinngemäß: "Zum VfL zu gehen, ist wie wenn dich jeden Samstag deine Frau verlässt."

Samstag, 2. Mai 2009

Ein Stück Tod mitten im Leben

Kommt ja nicht so ganz selten vor, dass man sich im eigenen Leben verirrt und sich wie eingesperrt fühlt. Gefangen in divergierenden sozialen Rollen und erdrückt von den Erwartungen Anderer, die einem mehr oder weniger nahe stehen. Mitgliedschaften in Vereinen, Verbänden und Organisationen legen Dir elektronische Fußfesseln an und das Zuhause mutiert - von wegen "My Home Is My Castle" - zur Einzelzelle. Mitten in einer Partnerschaft, die vielleicht gar keine ist - zumindest dem Wortsinn nach. Manchmal flüstert Dir Deine innere Stimme auch etwas von "Isolationshaft" ins Mittelohr. Aber gottseidank nur manchmal.


Warum also nicht einfach freiwillig mal selbst in den Knast einfahren? Um zu gucken, wie das so ist und was das mit Dir macht, wenn das soziale Leben, das man manchmal allzu wenig zu schätzen weiß, draußen bleiben muss, weil man drinnen eingesperrt ist? Heribert Prantl, eine der Edelfedern des deutschen Journalismus, wollte es ganz genau wissen: Der ehemalige Richter und ehemalige Staatsanwalt, der vor vielen Jahren durch Fahrfehler selbst auf Abwege geriet und Journalist wurde, schildert diesen Selbstversuch im Magazin der Süddeutschen Zeitung, bei der er seit gefühlten 100 Jahren Ressortleiter Innenpolitik ist - und oftmals über den Strafvollzug und seine gesellschaftlichen Folgen berichtet.

Freitag, 1. Mai 2009

Tag der Arbeit

Prost! Ein Malocher aus dem Revier wird 65. Kaum jemand denkt bei Rudi Assauer heute noch an Borussia Dortmund oder Werder Bremen, sondern immer noch an Schalke 04. Komisch, denn eigentlich war das Kind der Bundesliga 1964 ein Schwarz- Gelber und später eben ein Grün- Weißer. Auch später noch, als der passionierte Biertrinker und Zigarrenraucher längst auf Schalke malochte und den Altmeister als Manager und One-Man-Show wieder in die Spur brachte, schnürte er noch regelmäßig für die BVB-Traditionsmannschaft die Stollenschuhe.

Doch das ist alles längst Vergangenheit - ebenso wie die Vormachtstellung in Gelsenkirchen, die nach einer "Kulturrevolution" kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland 2006 nicht im Vor- sondern im Ruhestand endete. Eine schöne Hommage an Rudi Assauer in 90, nein keine Angst, nicht Minuten, sondern Sekunden von Spiegel TV gibt's hier:
www.kicker.de

Und meinen Lieblingsspot mit meinem Lieblingsbier gibt's hier:



...und hier:



...und hier (obwohl ich für die falsche Borussia jetzt nicht sooo viel übrig habe):