Montag, 27. Januar 2014

Auch Alma hat die Bayern verloren

Nach dem 18. Spieltag der Fußball-Bundesliga holten viele Fußball-Experten schon wieder die Feldstecher aus der Mottenkiste, um den Tabellenführer überhaupt noch wahrnehmen zu können. Aber Fehlanzeige. Von den ersten sechs Mannschaften verloren vier. Und der BVB rettete zuhause einen Punkt gegen Augsburg, was nach drei Heimniederlagen in Folge schon einer Steigerung gleichkam. Und es gewann exakt Eine. Zur Überraschung hieß diese Mannschaft FC Bayern München. Der Abstand des Tabellenführers auf den Rest der Liga ist mittlerweile so groß geworden, dass die deutsche Sportjournaille in der Stunde tiefster Verzweiflung nun Alma um Hilfe bat. 


Alt, aber gleichwohl wahr.

(Foto (c): Thomas Ottensmann)

Alma steht in Chile, blickt in den Weltraum und besteht aus 66 Parabolantennen. Alma schießt so scharfe Bilder, dass man aus 15 Kilometern Entfernung einen Golfball erkennen würde. Alma soll eigentlich Aufschluss über die Geburtsstunde des Universums geben. Aber der Auftrag war dringend. Sollte die Meisterschaft in Deutschland etwa schon nach dem 18. Spieltag entschieden sein? Aber auch das Radioteleskop schüttelte stumm seine Schüsseln. Alma ist das teuerste Observatorium einer neuen Generation riesiger Astronomieprojekte. Seit gestern ist es auch das traurigste: Auch Alma hat die Bayern verloren. 10 Punkte Vorsprung vor Leverkusen, 14 Punkte vor Dortmund und Gladbach, 16 Punkte vor Schalke und 17 Punkte vor Wolfsburg. Und noch ein Nachholspiel. Noch Fragen? Gut.

Widmen wir uns also der zweiten Tabellenhälfte. Dort hieß es, rette sich wer kann. Deshalb gewann Hannover einfach mal auswärts in Wolfsburg. Die sieglosen Clubberer tüteten Hoffenheim mit 4:0 ein, Braunschweig remisierte äußerst torlos in Bremen und Frankfurt und Freiburg schlugen mit Hertha und Leverkusen einfach mal zwei Europapokalanwärter. Kann man ja auch mal machen. Und wozu führte das? Alles hübsch gedrängt dicht an dicht. Von Hannover als Zehntem bis Braunschweig als Achtzehntem liegen neun Punkte. Den HSV (16.) und Werder (11.) trennen sechs Punkte. Ach, so ein Abstiegskampf kann ja zur Not auch ganz spannend sein. 

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