Freitag, 29. Mai 2009

Eine tolle Frau

Bevor das hier zu kurz kommt: Es gibt auch wirklich endgültige Trennungen. So müssen wir uns von einer ganz großen Schauspielerin verabschieden, die vor knapp einer Woche leider viel zu früh gestorben ist. Nach Monica Bleibtreu, die mit 62 Jahren ebenfalls viel zu jung starb, hat nun auch die unverwechselbare Barbara Rudnik mit unfassbaren 50 Jahren den Kampf gegen den Krebs unwiderruflich verloren.

Warum trifft mich das? Ich habe mich immer gefreut sie wiederzusehen. Im Fernsehen, im Kino. Erstmals fiel sie mir in "Treffer" (1984) von Dominik Graf an der Seite von Dietmar Bär und Tayfun Bademsoy äußerst angenehm auf. Und dann immer wieder: "Tausend Augen" (1984) mit Armin Müller-Stahl, "Der Sandmann" (1995) neben Götz George und vor allem: "Im Schatten der Macht" (2003) als Rut Brandt. Die Rolle in "Keinohrhasen" (2007) mit Til Schweiger hat Barbara Rudnik auch einem jüngeren Publikum nahe gebracht.

Was bleibt jetzt noch? Dank an eine tolle Frau und eine faszinierende Schauspielerin für viele gemeinsame Stunden. Leider nur vor dem Fernseher. Aber immerhin.

(Foto gefunden auf: warnerbros.de )

Noch'n Mosaiksteinchen

Komisch, es gibt fast genauso viele Stücke über Trennung wie über das Gegenteil...

Ent oder weder

(Foto gefunden auf www.sueddeutsche.de)

Na gut, so weit wird es nicht kommen. Wenn alle Würfel gefallen sind, geht es eben noch nicht mal mehr um ent, weder und schon gar nicht um oder.

Gänsehaut im Rückhör

War schon schön, der Last-Minute-Sieg von Gladbach gegen Schalke. Was mir an Radio-Reportagen so gut gefällt, ist die nüchterne Sichtweise, der kühle Kommentar und die objektive Darstellung: Klick mich, um die Schlussphase nochmal zu hören.

Unselig

Philosophen an der Feder IV

"Der Irrtum liegt auf der Oberfläche, die Wahrheit ruht in der Tiefe."

(Johann Wolfgang
von Goethe
)

Donnerstag, 28. Mai 2009

Schöne Grüße

3-Phasen-Katharsis

Früher, also in den 70er Jahren, gab es ja noch nicht soo viel Werbung, ganz einfach weil es noch nicht soo viele Fernsehprogramme gab, genau genommen zweieinhalb. Ich erinnere mich nicht nur an Tilly, die für Geschirrspülmittel (Palmolive) warb, das gleichzeitig auch die Hände zart, statt rauh werden ließ. Und an Clementine, die im weißen Overall und mit weißer Schirmmütze für ein Waschmittel (Ariel) warb, das nicht nur sauber, sondern rein wusch. Und an Corega Tabs, die das Gebiss mit einer Art 3-Komponenten-System reinigten (Vor-, Tiefen- und Nachreinigung).

Schön, dass das menschliche Hirn die wichtigen Dinge speichert und die unwichtigen (Dreisatz, Wesenszüge der parlamentarischen Demokratie, Steuererklärung) nach kurzer Zwischenspeicherung umgehend löscht. Aber bleiben wir bei Gebissreinigern und damit bei einem Thema, das für mich schneller relevant werden wird, als mir lieb sein kann. 3 Komponenten scheinen ohnehin wichtig zu sein, denn dreimal ist Bremer Recht, aller guten Dinge sind ohnehin drei und 3 Dinge braucht der Mann seit langem: Feuer, Pfeife, Stanwell.

Dass aber auch aller schlechten Dinge drei sind, wusste ich bis heute nicht. Ist auch nicht beruhigend, dass man, sagen wir mal bei Liebeskummer, ebenfalls zumindest drei Phasen durchläuft: Depression, Wut, Neuorientierung. Ist aber wohl auch nicht zu ändern. Die Frage ist nur, ob die 3-Phasen-Katharsis genauso porentief wirkt wie Corega Tabs. Ich bin da ja skeptisch. Aber ich habe ja auch noch meine zweiten Zähne.

(Fotos gefunden und verlinkt auf: food-shop24.com (Corega Tabs), wizbangblog.com (Tilly, Palmolive), tv-nostalgie.de (Klementine).)

Mittwoch, 27. Mai 2009

Neue Helden braucht das Land

Bundestrainer Joachim Löw hat überraschend schon heute seinen Kader für die Fußball-WM 2010 in Südafrika bekannt gegeben. Die dickste Überraschung: Michael Ballack und Torsten Frings fehlen! Späte Rache für den versuchten Königsmord von vor einem dreiviertel Jahr? Unser WM-Kader:

Tor
Robert Enke (Hannover 96), Manuel Neuer (FC Bayern München)

Abwehr
Arne Friedrich (Hertha BSC Berlin), Andreas Hinkel (Celtic Glasgow), Robert Huth (FC Middlesbrough), Philipp Lahm (FC Bayern München), Marcel Schäfer (VfL Wolfsburg), Christian Träsch (VfB Stuttgart), Heiko Westermann (FC Schalke 04)

Mittelfeld
Christian Gentner (VfL Wolfsburg), Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart), Bastian Schweinsteiger (FC Bayern München), Piotr Trochowski (Hamburger SV), Tobias Weis (1899 Hoffenheim)

Angriff
Cacau (VfB Stuttgart), Mario Gomez (FC Bayern München), Lukas Podolski (1.FC Köln)

Sag mir, wo Du stehst

Also ich habe ja gestern schon gewählt. Ist schon ne feine Sache, wenn man einfach mit dem Perso in's Wahlbüro marschiert und dann zwischen den Einkäufen (Zeitung, CD-Rohlinge, Briefumschläge) mal eben seine bürgerliche Pflicht erledigen kann. Und deshalb nicht eigens an einem willkürlich festgesetzten Termin Sonntagsmorgens nach dem Hochamt in irgendeine x-beliebige Grundschule laufen muss, wo dann Dein Zahnarzt, der Küster und die Lehrerin der Nachbarstochter sitzen und aufpassen, dass Du nicht aus Dämlichkeit den falschen Zettel in den falschen Umschlag steckst.

Dumm nur, wenn man gar nicht so genau weiß, was man denn diesmal wählen soll. Ist ja auch eine wirklich lange Liste in diesem Jahr mit Piratenpartei, Rentnerpartei und den Violetten. Wer vorher nochmal checken lassen will, welche Partei eigentlich mit den eigenen Einstellungen, Meinungen und Vorurteilen am besten übereinstimmt, dem sei an dieser Stelle schon mal der "Wahl-O-Mat" empfohlen, der 38 Thesen von 29 der 32 zugelassenen Parteien mit den eigenen Präferenzen abgleicht. Geht schnell, macht Spaß und hat mich zumindest, auch nachzeitig, noch beruhigt: gestern alles richtig gemacht. Die Europawahl am 7. Juni ist für mich gelaufen. Obwohl..., habe ich den rosa Umschlag wirklich in den blauen...?

Geht der Retter?

Ich frage mich ja auch schon seit Samstag, 17 Uhr 22, ob Hans Meyer wirklich als Trainer in Gladbach bleibt. Und schwanke zwischen Hoffen und Bangen. Da bin ich offenbar nicht allein. Einen Kommentar, der meine fußballerische Gemütslage auf den Punkt bringt, hat die Torfabrik produziert.

(Foto: www.welt.de; AP)

Dienstag, 26. Mai 2009

Passt.

Leider ...

Ornithologen in der Paartherapie

"Du willst Monogamie? Heirate einen Schwan!"
(Sodbrennen, 1986)
Es ist immer wieder großartig, wenn Erziehungsberechtigte auch lange nach Ablauf ihrer pädagogischen Pflicht noch so hilfreiche Tipps geben können. Vor allem, wenn diese Hinweise und Ratschläge
ebenso unaufgefordert wie unerwartet kommen und dabei gleichzeitig so hilfreich, weil mit konkreten Handlungsanweisungen verbunden sind, wie in diesem plastischen Beispiel, das leider nur aus einem richtigen Film - und nicht aus dem gleichnamigen Leben stammt.

Unschön dagegen ist, dass das cineastische Credo
heute schon genauso überholt wirkt wie die ornithologischen Glaubensbekenntnisse der letzten 150 Jahre. Darauf wies unlängst nicht nur Richard David Precht in seinem neuesten Besteller "Liebe" hin, sondern jetzt auch ein Autorenteam in der überaus empfehlenswerten Zeitschrift "WISSEN" (Ausgabe 06/09). Menschenforschern dient ja oft und gerne der Blick auf unsere animalischen Freunde und Feinde, um allzu menschliches Verhalten, sagen wir mal Fremdgehen, zu erklären.

Die Legende von der treuen Maus.

Da galten die legendären Präriewühlmäuse seit Menschengedenken ebenso wie die eingangs erwähnten cholerischen Großvögel als Musterbeispiel für Monogamie und lebenslange Treue zu nur einem einzigen Lebenspartner, bis dass der Tod sie scheide. Dumm nur, dass weder die süßen Mäuse, noch die treuen Schwäne ohne Seitensprung durch's Leben kommen - und wenn, dann zumeist aus reinem Zufall: vielleicht, weil Gevatter Sensenmann in Form eines Greifvogels oder - lassen wir mal der Phantasie freien Lauf - in Form eines niegelnagelneuen Mähdreschers, einfach in den ganz schnellen Stiefeln unterwegs war. Aber worauf will ich eigentlich hinaus?

(Zweck-)Freie Liebe.

Die "WISSEN"-Autoren halten auch nicht wesentlich mehr oder gar deutlich neuere Erkenntnisse parat als unser gern und oft und zurecht zitierter Herr Precht. Aber interessant zu lesen ist die Quintessenz dann doch: "Die Liebe (..) ist zweckfrei, man kann sie nicht vertraglich eingehen. Man kann nicht einmal beschließen, eine Liebesbeziehung zu haben. Man hat sie einfach (...)." Und muss dann irgendwann feststellen, dass man sie nach den Anforderungen einer modernen Partnerschaft, nach dem Einbruch des Alltags in die Zweisamkeit und nach der täglichen Routine und Monotonie irgendwie gar nicht mehr fortsetzen kann, genauer: will. (Vgl.: Mythos Monogamie, in: WISSEN 06/09: 26) Das Ergebnis: Trennung von Tisch und Bett, zumindest von einem der beiden.

Mindesthaltbarkeit: 4,5 Jahre.

Es gibt sogar einen idealen Zeitpunkt dafür: Nach viereinhalb Jahren. Dann lassen uns die kleinen chemischen Freunde namens Hormone ohnehin völlig im Stich, zumindest was die Liebe angeht. Wie überraschend, dass dies mit dem Peak der Scheidungsrate übereinstimmt. Und dass es Naturvölker gibt, in denen bei Frauen nach der Geburt des ersten Kindes sogar der Eisprung für exakt diesen chemisch recht einheitlichen Zeitraum zwischen vier und fünf Jahren aussetzt. Praktisch, woll?!

Monogamie = Utopie.

Aber im Ernst: Die Autoren wissen - oder zumindest
tun sie so - dass es ihrer Ansicht nach so etwas wie "richtige" Monogamie nicht gibt. Weder bei unseren gefiederten noch bei unseren befellten Verwandten aus dem Säugetierreich - und leider (?!) auch nicht bei uns. Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel. Die dürften aber zwischen 1 und 3 Prozent liegen, vorsichtig geschätzt - und opimistisch. Es gebe vielmehr so etwas wie soziale und serielle Monogamie. Aha.

Untreue ist normal.

Vielleicht ist es aber auch einfach nur so, dass man wissen muss, was man will - und das dann einfach auch zu tun - oder es wenigstens versuchen. Ohne Rücksicht auf angebliche genetische Zwangsprogramme und interne chemische Keulen, die den Einen oder die Andere - quasi gegen den eigenen Willen - nötigen, mitunter einfach mal kurz zur Seite zu springen. Mir zumindest ist diese pseudowissenschaftliche Legitimation von Untreue viel zu vage und zudem viel zu kurz gesprungen. Aber es ist natürlich beruhigend zu wissen, dass es ganz normal ist, untreu zu sein, weil der Mensch halt genetisch so gestrickt ist - einfach, weil er ein Säugetier ist.

"Gen-Shopping" macht Spaß.

Lassen wir uns auf diese bestechende Logik der Biologen und Evolutionsforscher mal kurz ein. Tut gut, oder?! Ich bin der Sklave meiner Gene. Ich kann gar nicht anders. "Gen-Shopping" nennen Biologen das auch gerne. Hört sich doch niedlich an. Und überhaupt: Wem schadet es denn, wenn es doch ohnehin jeder tut - oder zumindest alle potentiell liebend gerne tun möchten - und die einen es sich mühsam verkneifen und die anderen - womöglich noch die Ehrlicheren unter uns - es einfach tun, weil es ja gar nicht anders geht.

Es lebe die Unvernunft.

Also ich persönlich habe mal vom Menschen als quasi einzigem* vernunftbegabten Wesen auf Erden gehört, der neben seinem recht einzigartigen Verstand eben auch zumindest über die Fähigkeit zur Vernunft verfügt. Ob ich diese Fähigkeit nun nutze, trainiere oder verkümmern lasse, bleibt eigentlich meinem freien Willen überlassen. Und nicht meinen Genen. Aber wer hört schon gerne etwas von Vernunft, wenn Unvernunft doch die viel aufregendere Facette ist?
Naja, wahrscheinlich ist es ohnehin mal wieder viel einfacher: Schon die Minnesänger des 19. Jahrhunderts wussten: "Nur unerfüllte Leidenschaft ist wahre Leidenschaft." (WISSEN 06/09: 25) Oder so.

* Das bezweifle ich mittlerweile allerdings vehement. Wieso sind Delphine und Wale wieso sind Menschenaffen und Hunde und wieso sind Schweine und Elstern per se unvernünftig? Sind sie nämlich nicht. Nicht alle, nicht immer. Im Gegenteil: Viele verhalten sich erstaunlich oft extrem vernünftig. Vernünftiger sogar als manche Exemplare der Spezies Homo Sapiens.

Passt auch. Fast.

Naja, ist ja noch ein paar Tage Mai. Und das Gute: Juni gibt es auch in den nächsten Jahren noch.

Haben wollen?

Was soll das?

Ja, in meinem biblischen Alter schaut man öfter zurück als nach vorn. Auch musikalisch. Aus irgendeinem mir gerade nicht wirklich zugänglichem Grund kam mir gerade ein recht altes Stück aus 80ern in den Sinn, das mir jetzt selbstredend nicht mehr aus dem Kopf will. Warum auch immer. Herbert, los, sag was:

Kein Blut für Wasser!

Ich habe vor langer Zeit - es ist bestimmt 15 Jahre her - von der These gehört, dass der nächste Weltkrieg um einen besonderen Rohstoff geführt wird, der überlebenswichtig ist und der immer knapper wird. Nein, nicht Öl, sondern Wasser war gemeint. Ja, Wasser. Können wir uns in unseren Gefilden natürlich gar nicht so recht vorstellen, wenn wir unzählige Liter Trinkwasser bester Qualität zum Putzen, zur täglichen Körperpflege, zum Kochen verwenden. Wenn wir täglich unzählige Liter unseren Verdauungsrückständen hinterherschicken und vergleichweise wirklich überschaubare Mengen zum eigentlichen, zum lebensnotwenigen Zweck, also zum Trinken verwenden.

In anderen Teilen dieser Welt, die zum Teil nicht wirklich weit von Europa entfernt sind, wie beispielsweise Afrika oder der Nahe Osten, sieht das ganz anders aus. Mit der Menge, die ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt so am Tag ver(sch)wendet, könnten ganze Dörfer wochenlang überleben - und würden sich nicht durch die Verwendung schmutzigen Brackwassers langsam aber sicher vergiften.

Deshalb können wir ruhig mal darüber nachdenken, wieviel Wasser beim Zähneputzen wirklich gebraucht wird, ob man täglich duschen und sich dabei 20 Minuten bei laufendem Wasser die Beine rasieren muss und wie sauber das Auto eigentlich wirklich sein muss beim täglichen Cruisen zum Briefkasten und Bäcker - und ob Spülen von Hand wirklich noch nötig und nicht vielmehr eine Geschirrspülmaschine quasi erste Bürgerpflicht ist, weit vor einem Wäschetrockner, der ja bekanntlich extrem viel Strom zieht - und der nur das macht, was Wind und Sonne ohnehin viel besser können - nur eben nicht zu jeder beliebigen Tageszeit.

Deshalb an dieser Stelle ein Vorschlag aus der Reisebranche, wie man wirklich extrem viel Wasser sparen könnte.

(Foto gefunden auf: mineralium.com)

Montag, 25. Mai 2009

Philosophen im Trainingsanzug IV

"Wenn es hier nach Schweiß stinkt, bin ich das. Das Spiel war so aufregend."

(BvB-Trainer Jürgen Klopp zu seinem damaligen Schalker Kollegen Fred Rutten nach dem 3:3 am 4. Spieltag. Die Sprüche der Saison hat die Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung schön subjektiv zusammengestellt, hübsch bebildert und hier für uns fein säuberlich aufgelistet.)

(Foto gefunden auf: http://is.blick.ch
)

Sonntag, 24. Mai 2009

Philosophen im Führerhaus I

"Das Schöne am Leben ist doch, dass es immer weiter geht."
(Theo Gromberg, Geschäftsführender Gesellschafter von Gromberg & Goldini, in: Theo gegen den Rest der Welt.)

(Foto gefunden auf: www.filmportal.de)

Philosophen mit Zigarre I

Ich wiederhole mich zwar ungern, aber mit steigender Distanz zu meinem Geburtstermin in den 60er Jahren wohl zunehmend häufiger. Lassen wir das mal als mitunter dem biologischen Alter geschuldet so stehen. Aber ich wiederhole mich ungern, deshalb dürfte ich das jetzt hier gar nicht posten. Aber ein Link, und zwar dieser, "Neulich im Netz: Große Philosophen in kurzen Hosen" reicht mir heute nicht, obwohl das inhaltlich durchaus Sinn ergäbe. Da ich aber nicht mehr im Konjunktiv leben will, sondern im Präsens - und zwar ausschließlich, erscheint mir diese Wiederholung nun sogar unausweichlich.

Unter anderem deshalb, weil sich das Leben bekanntlich auch von Zeit zu Zeit wiederholt - und damit meine ich jetzt ausnahmsweise mal nicht so was Nichtiges wie die große 80-Jahre-Schleife zwischen den Weltwirtschaftskrisen. Ich hatte im Januar 2008 schon mal einen großen Philosophen in kurzen Hosen zitiert, allerdings in gänzlich anderem Zusammenhang. Heute würde ich die Überschrift "Philosophen mit Zigarre" wählen. Denn selbst, wenn dieser große hessische Denker der 90er Jahre auf dem für ihn, für uns, für alle maßgeblichen Platz stand und seine Jungs traben oder in Liegestütz gehen ließ und wirklich mal seine naturbelassenen Beine im kurzen Kleid zeigte, so war sein Böhm doch immer allgegenwärtig.


Ich nehme die Gefahr mal billigend in Kauf, dass Ihr Euch gelangweilt abwendet, aber der Stepi in mir hat sich jetzt mal wieder gemeldet, und wenn ich das Trikot, das er seinerzeit mit seinem persönlichen Lebens-Motto beflocken ließ, wirklich besäße, trüge ich es seit spätestens gestern. Da sind sie wieder, diese lästigen Konjunktive! Deshalb ganz schnell zurück in die Gegenwart und Vorhang nochmal auf für den größten, noch lebenden Serben aus Hessen oder war es umgekehrt? Egal. Say It Again, Stepi:
"Lebbe geht weida."
(Dragoslav Stepanovic)

Philosophen im (Trainings-)Anzug III

"Wenn sich jemand dehnen will, soll er nach Dänemark fahren. Bei mir wird gelaufen, da kann keiner quatschen."

(Eduard Geyer, Ex-Trainer von Energie Cottbus)
(Foto: OnlineSport, gefunden auf: www.spiegel.de)

Wer sagt
was nach Abschluss einer recht unorthodoxen Saison in der Fußball-Bundesliga? Die Stimmen der Fußball-Lehrer, Interims-Trainer und Fünf-Tage-Coaches haben die Kollegen des Fachmagazins kicker hier für uns aufgezeichnet.

Uff, geschafft!

Aber es wäre auch sonst (vgl. Arminia Bielefeld, siebter Abstieg und KSC, sechster Abstieg) alles so geblieben, wie es schon immer war. Nur montags.

Freitag, 22. Mai 2009

Philosophen im Trainingsanzug II

"Hätte, wenn und aber, alles nur blödes Gelaber!"

(Hermann Gerland, derzeitiger Co-Trainer von Jupp Heynckes bei Bayern München, aber eigentlich Urgestein des VfL Bochum, spricht das Wort zum letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga, zu dem es auch in diesem Jahr von Konjunktiven nur so wimmelt.)

(Foto: www.vfl-bochum.de)

Donnerstag, 21. Mai 2009

Hart wie Marmelade

Was ich gerade lese? Die Autobiographie eines Menschen, der aus der Stadt kommt, die sich selbst "Tor zum Sauerland" nennt. Hagen in Westfalen ist Ruhrgebiet und irgendwie doch nicht, ist Sauerland und irgendwie auch nicht. Nennen wir es Grenzgebiet. Oder Übergangsregion. Oder Scharnier. Egal. Hagen in Westfalen ist jedenfalls die Heimat des Menschen, der solche Texte wie "1980 - deine Träume sind vorbei/Asche im Herzen, doch die Gedanken sind frei/Schmeiß dich noch mal in deinen rosa Overall/Und dann mach dich fertig für den freien Fall." (Sturzflug) Kommt Euch bekannt vor?

Noch ein kleiner Tipp: "Keiner weiß mehr weiter/Doch ich bin extrabreit/Ich nehm euch alle, alle mit/Mit in die neue Zeit!" (Extrabreit). So jetzt ist es raus: Kai
Havaii, bürgerlich Kay Schlasse, hat im Aufbau-Verlag mit "Hart wie Marmelade" kürzlich einen Überraschungserfolg in der Szene verbucht. Er geht mit sich und der Zeit, in der er lebte, ebenso schonungslos wie selbstironisch um. Mit seiner Band, die überraschenderweise Extrabreit hieß, hat er als Sänger und Rampensau über 1000 (!) Konzerte gespielt und 2008 das Album "Neues von Hiob" veröffentlicht. Extrabreit* sind auch in diesem Sommer wieder auf Tour.


(Foto: www.die-breiten.de)


* Der Name der Band ist übrigens einem Filzstift entlehnt: Die Marke Edding führte früher so dicke, schwarze Stifte, auf denen stand als Prädikat, na, was wohl: "extrabreit!".




Und wie komme ich jetzt auf dieses kleine Mädchen? Naja, der Kai und die Gabriele, die kennen sich halt aus Ihrer Jugend in Hagen. Zudem spielte Carlo Karges, der spätere Nena-Mastermind, in den Anfangstagen bei Extrabreit. Wusste ich bislang auch nicht...


Mittwoch, 20. Mai 2009

Unentschieden, torlos



Konferenz in Bild, Ton a) oder Ton b)? Keine Ahnung, muss erst mal meine Nerven in den Griff kriegen.

(Cartoon von Guido Schröter, gefunden auf: www.sueddeutsche.de)

Philosophen in kurzen Hosen XXXI

"Ich persönlich habe mir bei jedem Trainingslager überlegt, ob ich aufhöre Fußball zu spielen."


(Günter Netzer, von dem wohl nur die Wenigsten wissen, dass er auch noch einen zweiten sehr schönen Vornamen hat: Theodor. Seinen Spruch an der Seite von Gerhard Delling haben die Spieler von Arminia Bielefeld*
hoffentlich nicht gehört. Oder hoffentlich doch?)
(Foto: freenet-homepage.de/altliga_jue/)


*
Der derzeitige Tabellensechzehnte bezog gerade unter Trainer-Frischling Jörg Berger vor dem entscheidenden Heimspiel gegen Hannover 96 ein Trainingslager im ehemaligen portugiesischen WM-Quartier Marienburg. Bielefeld kann - genau wie die punktgleiche Energie aus Cottbus - sowie die höherplatzierte Borussia aus Mönchengladbach a) direkt absteigen, b) die Relegationsspiele erreichen und c) sich direkt auf den 15. Platz retten. Lediglich für den Karlsruher SC ist der Nicht-Abstiegsplatz 15 bei vier Punkten Rückstand nicht mehr erreichbar, der KSC könnte bei günstigstem Verlauf nur noch, aber immerhin, auf den Relegationsrang springen. Vier Mannschaften spielen also die drei unbeliebtesten Plätze der Bundesliga unter sich aus. Mannomann!

Dienstag, 19. Mai 2009

So sehen Sieger aus!

Das hatte irgendwie schon was Historisches: Die deutsche U17 gewann gestern morgen im ausverkauften Magdeburger Stadion gegen Holland die Europameisterschaft. Es ging in die Verlängerung, die mit einem Traumtor von Florian Trinks (Werder Bremen), der den Ball per Freistoß in den Winkel zirkelte, entschieden wurde. Kommt da etwa eine neue goldene Generation? Wäre ja toll. Denn wenn WIR nächstes Jahr in Südafrika Weltmeister werden, stehen definitiv einige Rücktritte zu erwarten (Ballack, Frings, vielleicht auch Klose) und dann braucht der Jogi frisches Blut. Besser geht es nicht: Wir haben dann als Titelverteidiger ja automatisch Startrecht für die WM 2014 und können uns in Ruhe auf die EM 2012 (geplant in Polen und der Ukraine, könnte aber auch in Polen und Deutschland stattfinden) vorbereiten. Toll, woll?!

Montag, 18. Mai 2009

Philosophen in kurzen Hosen XXX

"Wenn ich so sehe, welchen Zirkus ein Stefan Effenberg oder Mario Basler um die eigene Person veranstalten, wird mir schwindlig. Früher hätten wir die im Training ein paar Mal richtig weggegrätscht - dann wäre Ruhe gewesen!"

(Bernhard Dietz, ehemaliger Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Europameister 1980, ehemaliger Trainer und ehemaliger Bundesligaprofi unter anderem beim MSV Dietzb... ähem, Duisburg)

(Foto: www.phoenix.de)

Sauerländer Humorverständnis

Immer wenn von Humankapital die Rede ist, erfasst mich das kalte Grausen: Seit wann sind Menschen Kapital? Im Englischen geht es den Menschen nur unwesentlich besser: Human Ressources sind die Ressourcen an Menschen und meistens denke ich dann eher an "Soylent Green", jenen Science-Fiction-Klassiker aus dem Jahr 1973, der Menschen im Jahr 2022 auch lediglich als ganz spezielle Ressource sah. Aber das ist eine ganz andere Geschichte, als die, die hier erzählt werden soll. Denn hier kommen die Sauerländer ins Spiel, die ja ohnehin ihre ganz eigene Art haben. Und manchmal sogar Humor. Aber einen ganz Speziellen. Jeder, der diese Plakate sah, lächelte in Gedanken vielleicht kurz, schluckte dann aber heftig: "Große Rabatt-Aktion: Alle müssen raus!". Da will eine Zeitarbeits-Firma aus Olpe offenbar Platz in ihrem überfüllten Lager schaffen: Alle Ladenhüter - zum Teil ebenso hochqualifiziert wie schlecht bezahlt - gehen deshalb mit 15% Rabatt über die Ladentheke, werden im Ausverkauf verschachert, um ihre befristeten Dumping-Jobs in irgendwelchen dahergelaufenen Firmen anzutreten.

(Foto: oH, gefunden auf www.sueddeutsche.de)

Naja, irgendeiner, wenn auch recht seltsamen Logik folgt das Ganze natürlich.
Laut Duden ist die Ressource ein "natürliches Produktionsmittel für die Wirtschaft" und ein Synonym für "Hilfsmittel" und "Reserve". Und wenn ich Menschen als Kapital definiere und als (Hilfs-)Mittel zum Zweck, dann darf man sie selbstredend auch verleihen, leasen, verscherbeln und zur Not auch abwracken. Not ist dabei ein gutes Stichwort: Denn ohne ein gewisses Verzweiflungs-Level bereits erreicht zu haben, verdingt sich wohl kein selbstbewusster, gut ausgebildeter und berufserfahrener Mensch freiwillig bei einer Zeitarbeitsfirma. "Alle müssen raus!" - Humor ist hier nicht, wenn man trotzdem lacht, sondern schlichtweg nicht vorhanden. Zynismus ist kein Humor - auch nicht bei genauerem Hinsehen.

Sonntag, 17. Mai 2009

Neue Liebe rostet nicht

Noch nicht. Dabei wird er in ziemlich genau vier Wochen so richtig volljährig und feiert seinen 21. Geburtstag:

Streiche "Z", setze "S", fertig!
(Foto: www.ebay.de)

Philosophen im Trainingsanzug I

"Die Spieler sollten jetzt keine Zeitung lesen."

(Gladbachs Trainer Hans Meyer nach dem 0:5 in Düsseldorf gegen Leverkusen)

(Foto: www.welt.de; AP)

Schweigen ist Gold

...wirklich nicht.
(Mieses Handy-Foto und digitale Spiegelung:
Thomas Ottensmann)

Samstag, 16. Mai 2009

Philosophen in kurzen Hosen XXIX

"Zu fünfzig Prozent haben wir es geschafft, aber die halbe Miete ist das noch nicht."

Rudi Völler ist da lieber noch etwas vorsichtig, bevor er sich am Ende vielleicht noch aufregen muss:



Freitag, 15. Mai 2009

Philosophen am Katheder I


"Gesundheit? Was nützt einem die Gesundheit, wenn man sonst ein Idiot ist?"


(Theodor W. Adorno, Philosoph und Soziologe der so genannten Frankfurter Schule)



(Fotoquelle: www.praxisphilosophie.de -
Digitale Fotobearbeitung: Thomas Ottensmann)

Donnerstag, 14. Mai 2009

Philosophen in Tennissocken I

SZ-Magazin:
"Worüber können Sie denn lachen?"

Boris Becker:
"Darüber müsste ich nachdenken."

(Zitiert aus dem großen Interview mit Boris Becker, in: SZ-Magazin vom 15.Mai 2009)
(Foto:
www.nndb.com)

Philosophen mit Anzug und Schal I

"Ich frage mich schon lange, wie jemand, der keine Erfolge vorzuweisen hat, so einen gewaltigen Einfluss auf die gesamte Szene haben konnte."

(Felix Magath über Jürgen Klinsmann, zitiert
aus der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung)

(Fotoquelle: www.vflwolfsburg.de
Digitale Bearbeitung: Thomas Ottensmann)

Gesinnungsgenossen

Ich erinnere mich noch recht gut: Ich war mit meinem Kumpel aus Bochum beim Nordderby Werder gegen den HSV. Muss 2003 gewesen sein. Ich trug - eigentlich doof - meine Gladbach-Baseball-Cap - gut sichtbar mit der weißen Borussen-Raute vorne drauf. Da war ich ja eigentlich völlig fehl am Platze - und ziemlich weit weg von zuhause. Aber ich war ja nun mal in Bremen, wollte gerne mal wieder Bundesliga-Fußball gucken und das Weserstadion lag irgendwie näher als der gute alte Bökelberg, der damals noch stand.

Nun ja, kurz vor dem Betreten meines Blogs, tschuldigung, meines Blocks, wurde mir dann aber doch mulmig, als Gladbach-Fan in der Fremde. Bis ich zu dem Ordner kam, der die Karten überprüfte. Wenn der vor Dir stand, wurde es dunkel. Ich schätze 130 Kilo, gut verteilt auf 185 Zentimeter. Leuchtend gelbe Werder-Weste und sonst ganz in Schwarz. Auch die Strickmütze auf dem Kopf. Mit einer weißen Gladbach-Raute drauf. Ich sage: "Gottseidank, ich dachte schon, ich wäre hier allein gewesen." Er sagt: "Junge, mit der Gesinnung bist Du nie allein."


Nicht nichts sagen

Wie schön es sich in der Großstadt lebt, kann keiner so anschaulich beschreiben wie Peter Fox (Version 1.1). Und so passend illustrieren:



Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass ich Karten für den 14. August habe, wenn der Ex-Seeed-Frontmann im irgendwie doch manchmal recht schönen Sauerland vor wahrlich pittoresker Kulisse spielt?

Der Schlosspark, in dem ich in meiner Kindheit,
gemeinsam mit meinen Eltern, Enten fütterte.
(Foto: www.schloss-herdringen.de)

"Oh God, it's save!" *

Uff, gerettet! Fast zumindest.

* Kleines Zitat aus diesem Stück Pop-Geschichte:


Mittwoch, 13. Mai 2009

Von Außenseitern und Sympathisanten

Grundsätzlich sind mir Außenseiter ja sehr sympathisch. Deswegen ist mein Lieblingsklub aus dem Revier ja auch - da kommt eigentlich keiner drauf - der VfL Bochum. Trotz oder vielleicht gerade wegen der Tatsache, dass ich im Sauerland eingeklemmt in einer moralischen Zange zwischen schwarz-gelbem und blau-weißem Fanblock aufwuchs. Dass ich aber doch keiner von den richtigen "Bochumer Jungs" wurde, hat aber (fast) gar nichts mit seiner Titel- und relativen, ja, sagen wir es ruhig: Erfolglosigkeit zu tun, sondern mit dem DFB-Pokalendspiel 1973, das mich so in den Bann der einzig wahren Borussia zog, dass ich halt Gladbacher werden musste.

Dass dies heute schon wieder in die Außenseiterrolle führen würde, war mir damals allerdings überhaupt nicht klar: Fünfmal Deutscher Meister, einmal DFB-Pokalsieger und zweimal UEFA-Cup-Sieger - acht Titel in zehn Jahren - was sollte da anbrennen? Das waren natürlich paradiesische, aber - zugegeben - manchmal auch recht langweilige Zeiten. Das ist heute natürlich ganz anders. Im ständigen Auf und Ab des modernen Fußballs und in der nicht real existierenden Zwischenwelt irgendwo zwischen 1. und 2. Liga gefangen, pendelt meine Borussia wie weiland nur Bielefeld und Bochum, diese Weltmeister der Auf- und Abstiege, immer zwischen Wohl und Wehe - wie aufregend!

Einer, der ein ähnliches Schicksal gewählt hat und wirklich Fan des einst
unabsteigbaren VfL Bochum ist, schreibt im Übrigen in einer regelmäßigen Kolumne für Spiegel Online (fast) alles über Fußball, womit auch der Titel seines wohl erfolgreichsten Buches genannt wäre. Mein Lieblings-Schmöker von Christoph Biermann ist aber "Wenn du am Spieltag beerdigt wirst, kann ich leider nicht kommen" und gilt als deutsches Pendant zu Nick Hornbys "Fever Pitch", was ich - mit Verlaub - für etwas übertrieben halte. Aber zumindest kommt darin (fast) mein Heimatverein vor und es erklärt prima Nick Hornbys These, dass man sich seinen Verein nicht aussuchen kann, weil es sich vielmehr umgekehrt verhält.

Für alle, die wissen wollen, wie man als Neunjähriger so verblendet sein konnte, sich für Borussia Mönchengladbach zu entscheiden, hier noch mal der Grund:



...und so ging es auch weiter:



...und die Verlängerung mit dem entscheidenden Tor von Günter Netzer:



...und die Szenen, die sich im Stadion vor der (Selbst-)Einwechslung von Günter Netzer abspielten:

Philosophen in kurzen Hosen XXVIII

"Klar ist (...) nur, dass Jürgen Raab
auf keinen Fall spielen wird.
"
(Die Autoren der Gladbacher Fan-Website Torfabrik.de, Niklas Kirchhofer und Marc Basten, zu den üblichen Spekulationen um die Aufstellung der Borussia vor dem Abstiegsgipfel im Stadion der Freundschaft in Cottbus. Jürgen Raab ist übrigens Co-Trainer an der Seite von VfL-Coach Hans Meyer und spielte im Abschlusstraining die Rolle eines zusätzlichen Stürmers.)

Philosophen in kurzen Hosen XXVII

"Wir müssen das alles
noch mal Paroli laufen lassen."


(DFB-Nachwuchstrainer Horst Hrubesch auf die Frage des Reporters, wie er die entscheidenden Fehler seiner Mannschaft nach dem Spiel beurteile. Der Reporter tat übrigens so, als müsste er nicht lachen...)

Fußballerisch kann man den seinerzeit von RW Essen zum Hamburger SV gewechselten Mittelstürmer allerdings auch heute noch nicht kritisieren:


Judge A Book By Its Cover

Die schlechtesten Plattencover der Welt hat die Süddeutsche Zeitung auf ihrer Website für uns gesammelt. Aber vorsichtig: Die sind echt schlecht!

Dienstag, 12. Mai 2009

A priori

Es gibt ja Dinge des täglichen Lebens, von denen man ganz selbstverständlich annimmt, dass sie schon immer da waren: Dosenöffner, Toaster, Nassrasierer und iPod. iPod? Obwohl er erst 2001 entwickelt wurde, ist der erfolgreichste MP3-Player der Welt - bislang über 100 Millionen mal verkauft - so allgegenwärtig wie ein Feuerzeug - und kaum größer. Die Geschichte des iPod hat der Doku-Kanal Discovery prima dokumentiert, aber Obacht: Alle vier Teile zusammen kosten Euch knapp 45 Minuten! Ein Appetithäppchen gibt es aber schon mal hier:

Achtes Weltwunder

Da denkt man ja immer, diese kleinen Krabbeltierchen könnten nicht denken. Wenn dem so wäre, wie kann es dann aber sein, dass Ameisen imstande sind, extrem komplexe unterirdische Großstädte anzulegen? Die architektonisch zudem so gelungen sind, dass wir Menschen in unseren verbauten Städten ziemlich dumm aus der Wäsche gucken:



Take me to Africa

Ich weiß gar nicht, ob ich es schon mal erwähnt habe - genau genommen weiß ich gar nicht, ob ich es selbst schon wusste - jedenfalls möchte ich dringend mal nach Nordafrika. Ja, ich weiß, ich bin überzeugter Kontinentaleuropäer und habe in meinem biblischen Alter diesen Kontinent bislang noch nie verlassen. Aus Überzeugung? Naja, nicht direkt, aber Europa lag mir immer näher als irgendwelche dahergelaufenen Fernreisen.

Jetzt habe ich aber ein paar Bilder gesehen, die Lust auf mehr machen. Okay, ich beherrsche jetzt nicht direkt die Landessprache in Marokko, Tunesien, Algerien und erst recht nicht in Ägypten - und ich spreche noch nicht mal Französisch, was dort ja irgendwie helfen könnte. Aber Englisch muss doch reichen, oder? Wie ich darauf so plötzlich komme? Hat was mit diesem Song zu tun:




Das Original-Video des U2-Stücks, das übrigens heute erst offiziell auf der bandeigenen Website veröffentlicht wurde, ist nämlich in Nordafrika gedreht und diese Bilder finde ich schon ziemlich überzeugend - auch wenn die Christo-Nummer bestimmt nicht für jeden Touristen abgezogen wird...

Montag, 11. Mai 2009

Allemalachen

...stellt sich eigentlich (fast) nur noch die Frage, ob man beim VfL Wolfsburg eigentlich schon einen Nachfolger für den Fast-Meistermacher Felix Magath gefunden hat - und wie man den Wechsel zu Schalke 04 eigentlich in VfL-Fan-Kreisen (doch, die soll es geben!) aufnimmt. Die Antwort gibt's hier.

Sonntagsausflug über die Dörfer

Dein Leben ist öde und leer? Dein Alltag grau und langweilig? Das muss nicht sein. Kauf Dir ein altes Auto und pfeif' doch einfach auf die Abwrackprämie - am besten auf dem letzten Loch. Wenn's dann mal ordentlich rummst, muss das nicht immer der Auspuff sein. Auch Kurbelwelle, Getriebe und der Motorblock können ganz schön laute Geräusche machen. Am besten Du fährst zu einem gemütlichen Sonntagsausflug. Prima, wenn Dir sogar ein Termin im Nacken sitzt - sagen wir mal: ein runder Geburtstag oder Muttertag. Wenn man dann erst mal vierzig Kilometer - am besten auf der Autobahn - geschafft hat und der nächste Rasthof gerade mal achthundert Meter hinter Dir liegt, dann lass es mal so richtig krachen.

Ruf dann Deinen besten Kumpel an und bitte ihn, Dich abzuschleppen. Aber nicht etwa in die erstbeste oder gar nächstgelegene Werkstatt (zu teuer!), sondern zu einem befreundeten Schrauber (vertrauensvoll!). Der wohnt zwar eigentlich viel zu
weit entfernt, sagen wir mal 75 Kilometer, aber umso besser: So kann man in einer gemütlichen Kolonnenfahrt über die Dörfer in aller Ruhe Land und Leute kennenlernen! Empfehlenswert ist auf jeden Fall ein zweites Abschleppseil, damit man den Ausflug höchstens für kurze Zeit unterbrechen muss. Abends hat man dann nicht nur etwas zu erzählen, sondern auf jeden Fall auch die nötige Bettschwere. Einfach mal ausprobieren! Für mehr Abwechslung an Bord empfiehlt es sich übrigens allemal Hunde oder kleine Kinder mitzunehmen. Da kommt dann garantiert keine Langeweile mehr auf.

Rock Lobster

Freies Assoziieren macht Spaß. Ist aber auch anstrengend. Gerade flog mir ein Basslauf der B-52s zu, der mir seit - sagen wir mal - 30 Jahren nicht aus dem Kopf geht. Live hatte ich den aber noch nie gehört - und vor allem nicht gesehen. Aber dem kann ja seit YouTube abgeholfen werden. Ich sage es mal mit dem Hasen Cäsar: Biddeschöööön!*




* So ist das halt mit dem freien Assoziieren: Und schon landet man beim nächsten Nostalgiker, der nun aber wirklich mindestens vierzig Jahre lang im Hinterkopf schlummerte. Alle, die sich noch daran erinnern können, dass das Fernsehen früher schwarz-weiß war, lediglich drei Programme hatte und wer weiß, was ein Testbild ist und wer vor allem noch weiß, dass die Erfindung der Fernbedienung ein Quantensprung war, der kennt dieses Langohr auch noch. Trat gerne neben Arno Görke auf und ich meine auch an der Seite von Klaus Havenstein, der eigentlich Kabarettist war. Aber das ist eine ganz andere Geschichte...

Nachtragend

"Wer komische Spiele gegen komische Gegner in der letzten Minute gewinnt, muss nicht unbedingt absteigen - wenn er in den letzten drei Spielen einfach mal die Nerven behält."
(Thomas Ottensmann zum aktuellen Tabellenstand nach dem 31. Spieltag.)



Hach, weil's gerade so gemütlich ist, hier noch ein bisschen was Nostalgisches:

Sonntag, 10. Mai 2009

Aus gegebenem Anlass


"Wer Elfmeter in Serie verschießt, der steigt ab - so einfach ist das!"
(Thomas Ottensmann zum Stand des Spiels Borussia Mönchengladbach - Schalke 04 in der 25. Minute)


Reboot your system!

Ganz schön schön so ein Tag auf der Insel. Wasser, Wind, Dieselschwaden über'm offenen Meer, unbequeme Stahlbänke auf dem Sonnendeck. Schiermonnikoog war schon 1990 eine Reise wert - und das hat sich auch 19 Jahre und halb so viele Kilo später nicht geändert. Beruhigend, wenn etwas immer noch genauso ist wie früher. Naja, der Kühlschrank war höchstwahrscheinlich letztes Mal etwas voller...

Freitag, 8. Mai 2009

Wie denn, wo denn, was denn?

Eine sehr lesenswerte Geschichte über den Wandel der Zeiten, hier: im Journalismus, steht heute im Magazin der Süddeutschen Zeitung. Kleiner Aperitif:
»Wer 1530 gestorben und ein Jahrhundert später wieder auferstanden wäre, hätte die Welt problemlos wiedererkannt – an den wesentlichen Strukturen hätte sich nichts verändert. Heute würde man schon nach einem Jahrzehnt nichts mehr verstehen …«

Nils Minkmar, aus: "Mit dem Kopf durch die Welt", zitiert nach: Magazin der Süddeutschen Zeitung Nr. 19/2009 vom 8.5.2009

Sosfusball II

Gestern HSV gegen Werder gesehen? Nein? Ganz schön was verpasst. Rasse, Klasse, Feuer, Ramba-Zamba. Großes Kino, nur Popcorn fehlte - dafür gab's leckere Papierbälle.



Hier wird das Wesentliche für alle Verpasser noch mal zusammengefasst und der Spielentscheider wird ausführlich in Wort und Bild portraitiert.

Donnerstag, 7. Mai 2009

Die Bundesliga-Vorschau

Jetzt ist die Katze also endlich aus dem durchsichtigen Sack: Wolfsburgs potentieller Meistermacher Felix Magath wechselt wirklich zum unruhigen Altmeister Schalke 04, wo er wieder als Trainer und Manager in Personalunion arbeiten soll. Beeinträchtigt diese Vollzugsmeldung etwa die zuletzt leicht wackelige Form der Wölfe?

Sie müssen jedenfalls zum kniffligen Auswärtsspiel nach Stuttgart reisen, wo der heimische VfB (4., 55 Pkt.) den Fünf-Punkte-Rückstand auf den VfL (1., 60 Pkt.) verringern will, um das Titelrennen wieder offen zu gestalten - und die eigenen Chancen auf einen europäischen Wettbewerb in der kommenden Saison aufrecht zu erhalten.

Für den ersten Verfolger Bayern München (2., 57 Pkt.) sieht es von der Papierform her beim Auswärtsspiel in Cottbus eigentlich leicht aus. Doch Energie (15., 27 Pkt.) will sich uneigentlich den ersten Nicht-Abstiegsplatz nun nicht mehr nehmen lassen und dürfte alles daran setzen, dem 2:0-Heimsieg gegen Wolfsburg einen zweiten Husarenstreich folgen zu lassen.

Hertha (3., 56 Pkt.) darf sich vom Auswärtsspezialisten VfL Bochum (14., 28. Pkt.) nicht die Ambitionen nach ganz oben vermiesen lassen und bereits heute will Leverkusen (8., 45 Pkt.) gegen den Abstiegskandidaten aus Bielefeld (16., 26 Pkt.) endlich mal wieder möglichst begeisternd dreifach punkten, um das Düsseldorf-Trauma in der Liga endlich ad acta legen zu können.

Der HSV, der heute zur Abwechslung im UEFA-Cup-Rückspiel daheim gegen Bremen den Sack zumachen will, spielt am Sonntag zur Abwechslung mal gegen Werder um Bundesligapunkte, die Hamburg (5., 55 Pkt.) allerdings deutlich dringender als Bremen (10. ,39 Pkt.) benötigt, um im nächsten Jahr auf jeden Fall auf europäischer Ebene mit dabei zu sein. Oder geht in der Liga für den HSV gar noch mehr?

Der BVB (6., 52 Pkt.) will seine Erfolgsserie zuhause gegen den Tabellenletzten aus Karlsruhe (18., 23 Pkt.) weiter ausbauen und hofft gleichzeitig auf Ausrutscher auf den vorderen Plätzen. Revierrivale Schalke (7., 49 Pkt.) muss dagegen am Sonntag zum zuletzt enttäuschenden Aufsteiger Mönchengladbach (17., 24 Pkt.), der mal wieder seine letzte Chance nutzen muss.

Im Niemandsland der Tabelle spielen zudem Hannover (12., 35 Pkt.) gegen Frankfurt (13., 32 Pkt.) sowie 1899 Hoffenheim (9., 45 Pkt.) gegen Köln (11., 35 Pkt.) um die goldene Ananas.

Sosfusball!

Ungerecht. Unfair. Unfassbar. So ein Halbfinale in der Europaliga namens Champions League ist (fast) immer eine ganz spezielle Angelegenheit. Selten fallen viele Tore, was aber gleichzeitig nicht unbedingt heißt, dass es nicht genügend Chancen dazu gebe. Aber schon Rainer-Werner Fassbinder wusste: Angst essen Seele auf.

Da schiebt sich Chelsea mit einem irgendwie auch faszinierenden Neo-Cattenaggio nach dem ermauerten 0:0 des Hinspiels auch im Rückspiel in die Pole Position für's Finale und hat dabei das Glück des durchaus nicht Untüchtigen, als ein abgefälschter Abpraller per Volleyknaller (9.) unter der Latte des Barca-Tors landet. Alles lief nach Plan des genialen Trainers Guus Hiddink und Barca traute plötzlich seinen eigenen Fähigkeiten nicht mehr. Hatten die Spanier ihren Zenit mit dem überirdischen 6:2 bei Real Madrid vor nur vier Tagen etwa doch schon überschritten? Wir erinnern uns kurz:



Was nützen aber fast 70 Prozent Ballbesitz in der ersten Hälfte, wenn man keine Torchance hat? Wie kann es sein, dass ein Team, das in der spanischen Liga über 100 Tore geschossen hat, in einem K.O.-Spiel in 90 Minuten nicht einmal auf's Tor schießt? Eigentlich gar nicht.

Denn Iniesta probiert es in der 93. Minute einfach mal und macht es dabei genauso wie Chelseas Michael Essien in der 9. Minute: Volley draufhalten und ein Gebet hinterherschicken. Letzteres wäre unnötig gewesen. Denn der erste Schuss ist gleich der Goldene: 1:1, Barca im Finale gegen ManU und Chelsea raus. Ungerecht. Unfair. Unfassbar.*



* Viele warten jetzt an dieser Stelle auf die Schmährufe für den - zugegeben nicht wirklich überzeugenden - norwegischen Schiedsrichter
Tom Henning Övrebö. Sicher, er hätte schon in der ersten Halbzeit einen Elfmeter für Chelsea geben müssen, als er den "Tatort" nach einem Foul an Malouda aus dem Strafraum heraus verlegte.

Und eventuell einen zweiten, als die nicht wirklich natürliche Handhaltung des Spaniers gefühlsmäßig Handelfmeter signalisierte. Aber das war gar nicht spielentscheidend. Denn Chelsea hatte Chancen über Chancen für ein 2:0, 3:0 gar 4:0 - und das wäre sogar verdient gewesen. Allein Didier Drogba hätte eigentlich zumindest ein Tor machen müssen, er ließ drei hochkarätige Chancen recht fahrlässig liegen. Und dass Barca auch aus dem Nichts ein Tor machen kann, dürfte auch bekannt gewesen sein.

Aber das frühe 1:0 und die eigene Überlegenheit wiegte Chelsea aber in allzu trügerischer Sicherheit - und was in der Nachspielzeit in der Campions League alles passieren kann, dürfte gerade auf der Insel spätestens seit dem Finale Bayern - ManU 1999 auch durchgesickert sein. Also: Selbst schuld und extrem dumm gelaufen, Chelsea!

Mittwoch, 6. Mai 2009

Faszinierend!

Man schrieb das Jahr 1966 nach Erden-Zeitrechnung, als uns der bekannteste Außerirdische des menschlichen Universums besuchte. Wie kommt es bloß, dass er uns seither nicht mehr aus dem Kopf geht? Vielleicht, weil er menschlicher und unmenschlicher war, als viele unserer Artgenossen? Edelfeder Kurt Kister hat sich in der Süddeutschen Zeitung darüber so seine ganz eigenen Gedanken gemacht.

Großartig. Prächtig. Herrlich.

Ich sah die Zukunft des Rock'n'Roll. Und seine Vergangenheit. Und seine Gegenwart:
magnificent: [-nt] adj. (alle a. F fig.) großartig, prächtig, herrlich



"...not for shy people. like myself."
(Bono über Bono)