Mittwoch, 30. Dezember 2009

Same Procedure

Ja, ich weiß, ich bin zu früh. Ungefähr 40 Stunden und ein paar Zerquetschte. Tut aber gar nix zur Sache. Wollte nur fix noch auf einen Klassiker der Neunten Kunst

hinweisen. Nun gut, ist nicht direkt eine Graphic Novel, sondern doch eher ein klassischer Comic-Strip, aber das tut hier und heute nichts zur Sache. Denn es geht mir - wie eigentlich immer - mehr um die inneren Werte. Wenn auch die äußeren manchmal einfach deutlich mehr Spaß machen. Konnte leider diesen wunderbaren Einseiter namens "Same Procedure" des großartigen Peter Puck nicht online finden, deshalb gips hier als Leseprobe einen anderen Rudi-Klassiker, der alle handwerklich nicht so geschickten Menschen zum Jahreswechsel eventuell etwas erfreuen dürfte. Und die anderen Angeber auch.

(Foto gefunden auf und verlinkt mit: comic-salon.de/)


Sonntag, 27. Dezember 2009

Fair geht vor

Es heißt ja immer, Frauenfußball sei unter anderem deswegen so ästhetisch und gut anzuschauen, weil er irgendwie körperloser gespielt werde. Und fiese Fouls einfach so gut wie nie vorkämen. Wie Mann sich doch täuschen kann:

Gehabt zu haben

Ist ja ein ganz typischer Gruß bei uns in Westfalen, wo sich die Menschen am Tag nach Weihnachten nur noch ein launiges "Gehabt zu haben" zuraunen. Als ich heute einem Kollegen entgegnete, dass ich "Weihnachten zumindest unverletzt überstanden" habe, wunderte der sich allerdings gar nicht. Und meinte nur, ich sei schon der Zweite, der so geantwortet habe. Ist offenbar auch nicht gar mehr die Regel: Wie ich in den letzten drei Tagen gelernt habe, werden an Weihnachten hohe Tannen gefällt, Ehefrauen von Skifliegern niedergestochen und Notfallpatienten bei Bruchlandungen von Rettungshubschraubern erschüttert. Also: Glück gehabt, die richtig gefährliche Zeit ist jetzt erstmal wieder für 362 Tage vorbei.

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Sweet Little Seventeen

Was gibt es bei Christkinds zuhause an Heiligabend eigentlich zu essen? Wie
bewegt sich das himmlische Geschöpf fort? Und was macht das Christkind eigentlich am 25. Dezember? Fragen über Fragen, die einer Antwort harren. Bis jetzt. Aber seit der Autor mit Johanna, denn so heißt das Christkind mit Rufnamen, auf du und du ist, bleibt keine Frage mehr offen. Die Antworten gibt's hier auf einen Klick.

Johanna Heller, das original Nürnberger Christkind, liest von Haus aus die Süddeutsche Zeitung. Dagegen ist nun überhaupt nichts einzuwenden, im Gegenteil. Aber das Christkind ist auch großen Regionalzeitungen gegenüber durchaus nicht abgeneigt.


(Mit Walters Digital-Kamera im Osnabrücker Friedenssaal gemachtes Fotto: Thomas Ottensmann)

Scheinheilige Nacht

Und es begab sich zu der Zeit, wo bestimmt wieder so manche Maria niederkommen sollte, dass sich ein Musiker und ein Reporter zwanzig Jahre nach
ihrem ersten Zusammentreffen wiedersahen und einfach dasselbe Interview wie weiland 1988 noch einmal führten. Steffi Stephan, Bassmann und zeitgleich Boss des legendären Panik-Orchesters von Udo Lindenberg, ist auch der Erfinder der ersten öffentlichen und definitiv auch größten Weihnachtsparty im Münsterland. Was 1979 mit der Scheinheiligen Nacht im Jovel begann, ist auch heute noch Treffpunkt, für alle, die feiern wollen, aber nicht wissen, wo. Mit dem Unterschied, dass sie jetzt immer wissen, wo: bei Steffi. Fröhliche Weihnachten!

(Mit Steffi Stephans Mörder-Handy gemachtes, gar nicht mal so ganz unscharfes Fotto: Thomas Ottensmann)

Dienstag, 22. Dezember 2009

Philosophen in kurzen Hosen XXIX


"Von Sex vor dem Spiel halte ich nix, da der Bachirou Salou mein Zimmerpartner ist."

 (Jan-Aage Fjörtorft, ehedem Kult-Stürmer bei Eintracht Frankfurt)


(Fotos gefunden auf:  cedrico.de/)

Montag, 21. Dezember 2009

Unwörter des Jahres

Das Schöne an diesen Jahresendzusammenfassungen ist ja, dass dabei auch die Wörter und Unwörter des Jahres gekürt werden. Toll, dass dabei längst nicht nur die Duden-Redaktion mitmischt, sondern auch wir Normalsterblichen manchmal mitstricken. Neu ist hingegen, dass auch Firmen mitmachen. So verschickte ein nicht unbekannter T-Shirt-Bedrucker seinen Newsletter unter dem Betreff  "newsletter: Trendreport: Die Wörter des Jahres 2009". Wenn wir mal den doppelten Doppelpunkt außer acht lassen, dann macht das schon neugierig. Zumindest Sprachfetischisten und Wortdompteure, wie unsereins. In diesem Newsletter, den ich hier aus Platz- und Zeitgründen nur ungern in voller Länge ausbreiten möchte, werden dann die zumeist recht seltsamen Wortschöpfungen der Kunden ausgebreitet. Bekanntes ("Vollpfosten") wechselt mit völlig zurecht Unbekanntem ("Durstlöschzug"). Aber ein klitzekleines Highlight war dann doch dabei. Und das möchte ich Euch dann doch nicht vorenthalten:


(Foto gefunden auf: elaine-asp.spreadshirt.net/)

Freitag, 18. Dezember 2009

Beam me up, (Sc)Otti!

Also, ich weiß gar nicht, ob ich es an dieser Stelle schomma erwähnt habe, aber ich bin ja ein großer Freund der Teleportation. Dass das aber auch eine großartige Möglichkeit der Freisetzung von Arbeitskräften ist, darüber habe ich mir - obwohl Gewerkschaftsmitglied - noch gar keine Gedanken gemacht. Eine extrem schnelle, saubere Lösung. Fragt sich nur, wo die dann alle landen. Hm. Darüber möchte ich mir lieber gar keine Gedanken machen. Einmal falsch geklickt - und zack! - in Afghanistan als Pressefuzzi der Truppe wieder im vollen Einsatz. Das kann ja keiner wollen, vor allem ich nicht. Vielleicht bin ich doch kein so großer Freund des Beamens. Und: Obacht bei jedem Klick!


  (Lausiger leerreicher Screenshot: Thomas Ottensmann)

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Hasdan?


Wer ist eigentlich dieser Typ, der da durch das Lied "Pflaster" von Ich + Ich geistert? Ein Ex-Liebhaber der Humpe? Ein verfeindeter Sängerkollege von Adel? Rätsel über Rätsel, wie beim weißen Neger Wumbaba: "Es tobt der Hasdan vor meinem Fenster".


(Grafik gefunden unter: ich-und-ich.de/)

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Programmhinweis

"Fernsehen kann so unglaublich gut sein, wenn es nicht schreit, sondern flüstert." Diese Wahrheit ist leider nicht von mir, sondern eine des Kollegen Ralf Wiegand von der Süddeutschen Zeitung. Der hat nämlich den Film schon gesehen, der in fünf Wochen (25. Januar 2010) im Ersten gezeigt wird. Es ist eine - nicht abschalten - Dokumentation des NDR über den Entführungsfall Natascha Kampusch. Nicht verpassen!

(Foto von Daniela Baack gefunden auf: pixelio.de/)

Dienstag, 15. Dezember 2009

Philosophen im Trainingsanzug VI


"Durch unsere Reihen konnte man locker mit einem Lkw fahren und bequem drehen."

(Klaus Toppmöller, zurzeit arbeitsloser Ex-Trainer in Frankfurt, Bochum und Hamburg.)

 (Foto gefunden auf: augsburger-allgemeine.de/)

Letzter Mann

Jens Lehmann? Ach, Jens Lehmann. Wen interessiert eigentlich noch ein 40-jähriger, ehemaliger 61-facher National-Torwart? Einer, der sich weigert, 40.000 Euro Geldstrafe wegen eines Interviews zu zahlen, das in seinem Arbeitsvertrag untersagt wird? Der mit dem Hubschrauber zum Training kommt, weil 250 Kilometer Fahrstrecke einfach zu anstregend sind? Der Gegenspielern auf den Fuß tritt. Der sich bei einer theatralischen Schwalbe selbst verletzt. Der als Torwart in seiner Karriere sechs-, siebenmal vom Platz fliegt und der - allein in der Bundesliga - über 30 gelbe Karten kassierte? Und der Balljungen genauso wie Fans und Reporter anpöbelt und angreift - durchaus nicht nur verbal? Schade, dass er nicht in England auf der Bank geblieben ist. Oder ihn ein Verein endlich entnervt rauswirft. Oder die Handschuhe längst an irgendeinen rostigen Nagel gehängt hat. Von wegen "Jens Lehmann - schade, dass man dich Zuhause nur selten seh'n kann", Xavier Naidoo! Wäre schön, wenn wir das nicht mehr mitansehen müssen, wie jemand seine durchaus respektable Lebensleistung in den letzten Wochen seiner Karriere so ruiniert wie dieser Ex-Schlussmann.

Montag, 14. Dezember 2009

Gesund

Was ich mich gerade ob der aktuellen Nachrichtenlage frage, ist, ob man eigentlich automatisch "geistig verwirrt" sein muss, nur weil man Silvio Berlusconi schlagen möchte. Nun gut, ich bin ja jetzt kein richtiger Italiener, aber auch in diesem schönen Land gehen ja zur Zeit extrem viele Menschen auf die Straße, um gegen die skrupellosen Machenschaften des mächtigsten Mannes im Lande zu prostestieren. Das einzige, was man dem Mann, der Berlusconi mit einem kleinen Modell des Mailänder Doms zwei Zähne ausschlug und die Nase brach, wirklich vorwerfen kann, ist aber eigentlich Blasphemie. Zudem wollte der Staatschef Berlusconi auf dieser Wahlveranstaltung ja ein Bad in der Menge nehmen und die Hände seines Volkes schütteln. Und niemand hat behauptet, dass die Hände deshalb alle leer sein müssen. Obwohl das ja bei den meisten ohnehin der Fall ist. Zumindest, wenn man in Italien nicht zu den Reichen, Schönen, Populären und Mächtigen gehört.


Denkt Euch


...ich habe das Christkind gesehen. Musste weit fahren*, so konnt es geschehen. Im Rheingau, da war es, da trug es sich zu. Vom Himmel da kam es und ich guckte zu. Weiß auch nicht, warum und doch ist's passiert: Ich hab's auch noch gar nicht so richtig kapiert. Es war wie beim Fußball, ich hätt's fast versiebt. Doch die Frage ist keine, ich bin wohl verliebt.


Prominente Gäste aus Nürnberg (li.) und Münster
tummelten sich am Samstag im Weihnachtsdorf Eltville.
(Foto: Sigi Konrad)


* Hin und zurück 660 Kilometer. Aber das Christkind musste sogar 700 Kilometer zurücklegen. Aber das kann ja auch fliegen. Hm. Ich glaube, ich finde Weihnachten doch ganz schön.

Singen To Go

Ist ja nicht immer ganz so einfach: Papa fährt und hinten im Auto tobt die Hölle. Da werden die neuesten Charts-Breaker geschmettert und die furchtbaren Casting-Show-Hits hoch und runter gesungen. Nicht immer ganz textsicher und selten werden auch alle Töne getroffen. Reine Nervensache. Da würde man gerne auch mal selbst hinten sitzen, nicht fahren müssen und den Spieß ganz einfach umdrehen. Kein Problem. Zumindest in Münster, wo ein Karaoke-Taxi seine Runden dreht:

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Nikoläuse Revisited

Kleine Erinnerung: Am 23. Dezember, irgendwann zwischen 20 und 21 Uhr spielen Die 3 Nikoläuse, wie an dieser Stelle schon etwa 800mal erwähnt, im Gassi, Alter Steinweg. Wer scharf auf einen Sitzplatz ist, der sollte gegen 17 Uhr da sein. Aber auch das habe ich schon mal gesagt, oder?! Hm. Habt Ihr dies eigentlich schomma gesehen:

Dienstag, 8. Dezember 2009

Ein Foto sagt mehr als 1000 Noten

Er gehörte zu den ganz großen Verrückten der Musikgeschichte. Jeder, der den Film sah und jeder, der die Biographie las, weiß, welchen Lebensweg dieser Outlaw des Country & Western mit seiner Gitarre im Anschlag stets beschritten hat. Und welche Irrungen und Wirrungen schon längst hinter ihm lagen, als er, der früher im Background für Elvis sang, in seiner Spätphase schließlich auf einen Mann mit grau-weißem Rauschebart traf. Und damit auf jenen Produzentengott in Menschengestalt (oder war es umgekehrt?), der seinen Ruf als wahrlich großer Musiker, Interpret und Songschreiber endlich ins rechte Licht rücken sollte.

(Foto des Buchcovers gefunden auf
und verlinkt mit: gq-magazin.de/)
 
Johnny Cash und Rick Rubin trafen sich an einer dieser entscheidenden Kreuzungen des Lebens, an denen jeder Fahrfehler unweigerlich in die musikalische 30er-Zone führt - oder direkt durch den Jägerzaun ins Wohnzimmer einer achtköpfigen Familie. Johnny Cash hatte zu diesem Zeitpunkt, Mitte der 90er Jahre, seinen Zenit als Künstler längst deutlich überschritten, als ihm Rick Rubin vorschlug, ganz neue, ganz andere Platten aufzunehmen, auf denen - ganz puristisch und für einen Showman wie Cash eigentlich undenkbar - nur ein Mann und seine Gitarre drauf sein sollten. Keine Band, kein Background, keine Effekte. Nur Musik und Stimme.

Und da Rick Rubin nun mal Rick Rubin ist, gehörte das perfekte Cover-Artwork zu dem Gesamtkunstwerk Cash, das ihm damals schon vorschwebte, irgendwie untrennbar dazu. Nicht zuletzt deshalb addierte der Meister des "weniger-ist-mehr" durch reine Reduktion ein in der Summe ganz großes Artwork aus dem Nichts, in das Johnny Cash damals längst gestürzt war. Schlichte, nüchterne Schwarz-Weiß-Cover. Nur mit dem Porträt des einstmals schillernden Helden des Country-Rocks. Der früher nicht genug von der Glitzerwelt des Show-Biz bekommen konnte und der die grellen Lichter der Bühne mindestens genauso liebte, wie Elvis seine ebenso bunten, kleinen Helfer. Der Mann, der auf diesen Fotos von Andy Earl zu sehen war, mochte diese rohen, grobkörnigen Aufnahmen nicht. Er sehe darauf nicht vorteilhaft aus, sondern alt, sagte er damals.

Da hatte Johnny Cash sogar recht: Er war längst über 60, als er den Fotografen, der bis dahin schon Cashs Kollegen wie Mick Jagger und Madonna porträtiert hatte, erstmals während seiner großen Australien-Tour traf. Andy Earl machte einfach seine Bilder. Viele Bilder. Beeindruckende Bilder. Mehr noch: großartige Charakter-Studien. Die Johnny Cash allesamt nicht leiden konnte. Weil man ihn leiden sah. Man sehe jede Falte, er sähe nicht sexy aus, sondern krank. Und das war er wohl auch. Auch wenn er es damals vermutlich noch gar nicht wissen konnte. 


Und Andy Earl fotografierte einfach weiter. Mit derselben Blende und demselben Objektiv, mit demselben Film in derselben Kamera. Und setzte sich mit Rick Rubin schließlich auch noch gemeinsam durch, als es um die Covergestaltung des ersten von insgesamt fünf American-Recordings-Alben ging. Ein Mann und seine Gitarre, in schwarz-weiß. Es folgten vier weitere Alben, auf denen der Reifeprozess von Cash dann so eindrucksvoll gezeigt wurde - leider auch der seiner Krankheit.

Andy Earl sagt heute zu dieser, sagen wir mal, eher schleppend angelaufenen Zusammenarbeit mit Johnny Cash: »Ich habe im Laufe meiner Karriere schon viele der größten Künstler aus dem Rockbusiness fotografiert, aber nur wenige Bilder hatten eine so große Wirkung wie diese. Es sind zeitlose Porträts (...). Ich bin sehr stolz auf diese Aufnahmen.« Dass er das zweifelsohne sein darf, bestätigte schließlich auch die Einladung Cashs, die den Fotografen auf dessen Farm in Nashville führte, wo er dann die letzten Aufnahmen aus der "Recordings"-Reihe aufnehmen sollte.

Dabei gestand ihm Cash, dass er die Fotos lange nicht gemocht habe, weil sie so schonungslos und ehrlich gewesen seien. Und dass er sie jetzt, mit dem Abstand von zwei Jahren, genau deshalb so möge. Und er ließ sich von Andy Earl fortan gerne fotografieren. In seinem Zuhause, auf seinem Land, im normalen Alltag. Diese zum Teil noch unveröffentlichten Fotos sind jetzt - zusammen mit den Arbeiten für die American-Recordings-Cover - in einem wunderbaren Bildband erschienen, der jedem Fan das Herz aufgehen lässt. Und jedem Freund guter Fotographie gleich mit. Der hochwertige Bildband heißt überraschenderweise "JOHNNY CASH - FOTOGRAFIEN VON ANDY EARL" und ist im Schwarzkopf & Schwarzkopf-Verlag erschienen. Es enthält 100 Fotos auf 152 Seiten, kostet knapp 50 Euro, ist aber jeden Cent wert. 

Die zwei Türme

Die Frage des Pförtners war kurz und eindeutig: "Ost oder West?". Wollte spontan und aus dem Bauch heraus natürlich sofort "West!" antworten. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich selbstredend immer sofort "West" statt "Ost" sagen. Das war übrigens schon vor J.R.R. Tolkien und auch vor 1989 so. So.

Die zwei Türme stehen gar nicht in Mittelerde, sondern in Münster.

(Foto gefunden auf und verlinkt mit: uni-muenster.de/)

Abba man hat ja im Leben leider nicht immer die Wahl. Schomma gar nicht, wenn man dort sein muss, weil irgendwelche Ärzte das so verordnen. Abba ich hatte Glück, mehrfach. Kam mir vor wie Frodo: Ich wusste zwar nicht, wo genau mein Ziel liegt, weil ich schließlich zum ersten Mal zu den zwei Türmen kam (muss man auch erstmal schaffen, in 24 Jahren vor Ort), abba mein Ziel war wirklich der West-Turm, wo ich einen kranken Kumpel besuchen durfte. Soviel zu meinem Befinden. Mein Kumpel hatte bis jetzt auch Glück, sagt man. Sonst wäre er ja schon in gar keinem Turm mehr. Aber diese Wendung sparen wir uns hier an dieser Stelle jetzt mal. Okay? Okay.

Dauert übrigens etwas länger, bis man dann mal im Krankenzimmer steht. Hatte mir mein Kumpel am Telefon vorher schon gesagt, dass ich mich vermummen müsse. Komisch, dachte ich noch, das war früher verboten. Abba das ist eine ganz andere Geschichte. Abba vor der Vermummung steht ersma die Desinfektion. Nicht des ganzen Körpers (hatte auch gerade schon geduscht), abba der Hände und zwar nach Vorschrift. Sind acht Schritte und man muss aufpassen, dass bis dahin die blaue Suppe auf den Händen nicht längst verdampft ist. Ich wasche also meine Hände zur Abwechslung mal nicht in Unschuld, sondern in blauer Desinfektions-Lösung. Dann rein ins Rondell, wo mich zwei blutjunge Krankenschwestern erwarten. Mehr oder weniger. Denn die hatten alle Hände voll zu tun.

(Foto
gefunden
auf
und
verlinkt
mit:
 
medchrom.com/)
Ich frage also, wie ich mich denn vermummen solle und vor allem womit, denn außer einer handelsüblichen Kapuze hatte ich nix bei mir. Eine der patenten Einsatzkräfteholt mir also einen hellblauen Kittel, den ich dann auch überstreife. War doof zu knöpfen, von links nach rechts - und ich dachte noch, gut, ist halt so, müssen Frauen ja immer schaffen, das wird schon gehen. War gerade mühsam fertig, da guckt mich die eine Schwester an und muss lachen. Ich dachte, ja schon klar, das sieht lustig aus, so ein Kugelblitz in hellblau - abba eigentlich müsste mir die Farbe ganz gut stehen.


Ich sage: "Lustig, woll?!" Und sie sagt, "Ja. Sehr." Und: "Die werden hinten geknöpft und nicht vorne." Na, toll. Wer soll das denn wissen, bei seinem Debüt? Egal. Ich widder raus aus dem Leibchen, und umgekehrt rein. Das will man ja eigentlich gar nicht, in so ne Jacke rein, die hinten zugemacht wird. Abba wenigstens hatten die Ärmel keine Überlänge. Und wurden hinten auch nicht noch extra fremdverschnürt. Dann noch einen Mundschutz, den ich selbstredend im ersten Versuch auch noch falsch rum (mit dem Metallbügel für den Nasenrücken nach unten) aufsetzte. Lustig, woll? Naja, die Schwestern hatten jedenfalls ihren Spaß. Und ich verlor meine Befangenheit. Win-Win-Situation nennt man das wohl.


(Foto gefunden auf und verlinkt mit: gastro-zacher.com/)

Abba dann fühlte ich mich zwar äußerlich gewappnet, abba war es dann innerlich natürlich doch nicht, als ich erstmals vor dieser Tür stand. Habe etwas gebraucht, bis ich widder wusste, dass man zuerst anklopft, bevor man die Klinke runterdrückt. Fiel mir dann abba doch noch ein. Manche Dinge sind halt wie Schwimmen und Radfahren. Gut so. Ich klopfe also und höre eine mir wohlbekannte Stimme, "Herein!" rufen. Alte Schule, dachte ich und drückte die Klinke.

(Fortsetzung folgt. Vielleicht.)

Montag, 7. Dezember 2009

Frisch verliebt XXIX

Manchmal habe ich echt das Gefühl, dass ich nie älter werde als 7, nur noch wachse. Wenn schon nicht nach oben, dann halt zur Seite. Na gut, zu beiden Seiten gleichermaßen. Aber wer möchte die Woche schon so hüftzentriert einläuten? Eben. Mein neuer Schwarm ist jedenfalls schokobraun, 7 Tage alt und müsste einen Namen haben, der mit A anfängt. Anna? Annabel? Annamaria? Arabella? Abra? Adia? Adina? Aida? Aiyana? Alba? Albuin? Alea? Ala? Aliya? Altje? Anila? Annick? Annukka? Arietta? Arik? Asta? Ava? Himmel! Wie schwer ist das denn?


...das sind die Vorfahren des kleinen Mädchens mit "A".
(Foto gefunden auf: bp-hundewelt.de/)

Sonntag, 6. Dezember 2009

Philosophen in kurzen Hosen XXVIII

"Gute Schlafe, Gute Esse."


(Ailton (36), brasilianischer Kugelblitz, früher in Diensten von Werder Bremen und Schalke 04, beschreibt sein Geheimrezept, wie er sich für den harten Liga-Alltag beim KFC Uerdingen in der Niederrhein-Liga, das ist die sechsthöchste Spielklasse im DFB, wappnen will.)
 (Foto gefunden auf: upload.wikimedia.org/)

Samstag, 5. Dezember 2009

Fanverehrung, kultig


Die Jungs aus dem Pott sind mir irgendwie die Liebsten. Die Mädels übrigens auch, abba das tut jetzt mal - wenigstens für einen Moment - überhaupt gar nix zur Sache. Denn es geht zur Abwechslung mal um Fußball, der ja im Pott so gelebt wird, wie sonst kaum irgendwo in der Republik - abgesehen vielleicht vom Millerntor auf St. Pauli.



 Trophäenlos glücklich: Dat gips nur im Pott!
(Erstaunlich scharfes Handy-Fotto: Thomas Ottensmann)

Und dass nicht nur die Fans ihren Verein lieben, sondern auch umgekehrt, sieht man daran, dass - sagen wir mal - der VfL Bochum einen der besten Trainer der letzten 20 Jahre entlässt, einen viel Schlechteren verpflichtet und dann riskiert, mit dem Neuen, Unerfahrenen abzusteigen, weshalb man den ersten eigentlich entlassen hatte. Das muss man nicht gut finden und schon mal gar nicht verstehen, abba so ist das halt, auch im Pott, leider.


Begründet würde der Rauswurf von Marcel Koller (viermal in Folge NICHT mit dem VfL abgestiegen, Hut ab!) übrigens uneigentlich mit dem Hinweis, dass zwischen Fans (gemeint waren einige wenige Ultras) und dem Trainer "eine Wand" entstanden sei und eine "feindliche Atmosphäre" bei den Heim(!)spielen im Stadion an der Castroper Straße herrsche. Ach so. Und das war die Schuld des Trainers? Und nicht die der, sagen wir mal, höchst limitierten Mannschaft? Die weder besonders erstligatauglich war und sich zumeist noch nicht mal richtig anstrengte auf dem Platz? Wundersame Logik der Fußball-Bundesliga.


Frank Goosen, VfL-Fan der, nun ja, ersten Stunde - und damit ein wahrer Kenner von echten Höllenqualen, die man so nur im Stadion als Fan einer, nun ja, irgendwie limitierten Mannschaft erfahren kann, würde wohl sagen: Da krisse Gefühle.

Abba was wollte ich eigentlich sagen? Ach ja: Der VfL liebt seine Fans trotzdem - oder gerade deswegen. Und das dokumentiert er regelmäßig auf sehr großen Plakaten in der Stadt an der Ruhr. Was mit dem Foto (entstanden an der Eisenbahnbrücke gegenüber des Bergbau-Grills an der Herner Straße in Bochum) zu beweisen war. Hat was.


(Fotto Bergbau-Grill gefunden auf: de.wikipedia.org/)

(Fotto Frank Goosen gefunden auf: frankgoosen.de/)


Freitag, 4. Dezember 2009

Hammergruppe

Für alle, die heute Abend auch keine Zeit haben, die bezaubernde Charlize Theron zu gucken, hier schon mal das wichtigste Ergebnis der WM-Auslosung in Kapstadt, exclusiv für alle interessiert Geborenen. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bekommt schon wieder eine Hammergruppe zugelost! WIR müssen in der Vorrunde gegen Australien, Serbien und Ghana ran. Das traditionelle Lospech der Deutschen ist halt 'ne ganz treue Socke. Das wird knifflig, Jogi!

(Foto gefunden auf: imstars.aufeminin.com/)

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Tipp des Tages: Blondes Blut

Es gibt immer wieder unentdeckte Talente, die so gut sind, das man sich fragt, warum die großen Bühnen der Welt noch für sie vernagelt sind. So wie diese drei Grazien aus Selm, die mit perfekter Choreographie und Stimmen aus Samt und Seide die Herzen des geneigten Publikums im gewaltfreien Sturm erobern:


Schreiunterlagen, Standardausführung

Der Kollege Axel Hacke sammelt ja auf seinem Wortstoffhof gerne Wörter, für die keiner mehr eine wie auch immer geartete Verwendung hat. Feine Idee. Habe hier und heute etwas gefunden, das wohl so mancher ganz gut gebrauchen könnte; zumindest unter jenen Zeitgenossen, die einem klitzekleinen cholerischen Anfall nicht immer direkt abgeneigt sind. In diesem Online-Shop für Geschenkartikel (!) werden schließlich diese praktischen Schreiunterlagen angeboten.


(Screenshot dieser Internet-Adresse: Thomas Ottensmann)

Fragt sich nur, ob die Unterlage eher für die Ellenbogen gedacht ist - beim spontanen Schreien im Büro oder am Abendbrottisch, am Schreitisch im Arbeits- oder, pardon, Kinderzimmer - immer aber universal einsetzbar, weil nach DiN-Norm geprüft. Oder handelt es sich eher um eine Ganzkörper-Schreiunterlage? Die quasi den kompletten Menschen erdet, damit er beim Brüllen nicht so leicht abhebt wie Bruno (vgl. auch HB-Männchen)? Mysterien des E-Commerce.


Mittwoch, 2. Dezember 2009

Geschmackstrüger

Hört man ja immer wieder: Das schmeckt nicht, weil kein oder zumindest nicht genügend Fett drin ist. Denn, Fett ist ein Geschmacksträger. Jaha! Und deswegen schmecken viele fettarme Wurst- und Käsesorten - und erst recht einige (nicht alle!) Tofu- und Soja-Produkte - irgendwie so, als hätte man die Verpackung mit in die Pfanne oder den Sandwich-Toaster geworfen. Bestenfalls. Nun ja. Was wollte ich eigentlich sagen?

Ach ja: dass abba ein Produkt, das 30,4 Gramm Fett pro 100 Gramm aufweist (und ganz nebenbei auch noch 6,5 Gramm Eiweiß und satte 53,8 Gramm Kohlenhydrate - von den 515 Kilokalorien mal ganz zu schweigen), dass also solch ein Produkt auch wie Styropor mit Natreen schmecken kann, hat die Firma Friedel (sorry, Carina!) eindrucksvoll bewiesen.

In diesem Adventskalender steckt nämlich ein Schokoladen-Ersatzstoff, der nach dem reitenden Jungen gestern und dem wandernden Zwerg heute keine Lust mehr auf mehr macht - im Gegenteil! Ich befürchte, 22 von 24 Türchen werden 2009 geschlossen bleiben. Selbst wenn nach der Currywurst vom Weihnachtsmarkt zuhause mal der kleine (Schokoladen-)Hunger kommt, ist von dieser Ersatzdroge dringend abzuraten. So hilfreich wie eine Packung Tempo-Taschentücher - und in etwa so lecker. Himmel!

Dienstag, 1. Dezember 2009

Freier Tag, offline

Ich war ja ohnehin schon immer der Meinung, dass man - gerade in diesen letzten Tagen der wahnsinnigen Nuller-Jahre - ab und zu mal einen gepflegten Offline-Tag einlegen sollte. Ohne Internet, Twitter, Facebook, Xing, Outlook, Firefox - ohne dieses ganze virtuelle pipapo, das einem soziale Kontakte vorgaukelt. Einfach auf die Straße gehen und sich - zack, volle Breitseite - vom Leben treffen lassen. Koffein, Nikotin und schwarze Buchstaben auf weißem Papier in irgendeinem dieser netten Cafés. Fertig. Hat was. Und soziale Kontakte habe ich auch gehabt. Nette sogar. Völlig unverabredet. Irre, woll?!

 (Matschiges Handy-Fotto: Thomas Ottensmann)

Montag, 30. November 2009

Remember the Time


(Matschiges Handy-Fotto von 2005: Thomas Ottensmann)

Also ich träume ja seit einiger Zeit, sagen wir mal seit viereinhalb Jahren, immer wieder davon, meine Musik auf einen Blick greifbar zu haben. Was in kleinen Zimmern mit irgendwie zu kurzen Wänden einfach ein bisschen schwierig ist. Als mir dieses Bild jetzt aber seit ebenso langer Zeit mal wieder über den Weg lief, dachte ich so bei mir: Ging doch früher auch. Warum also nicht noch mal probieren? Eben. Bevor das gruslige Agenda-Jahr beginnt, soll auch das zweite Regal wieder stehen und die vielen kleinen Tonträger-Kisten im Keller ausgepackt sein. DAS ist doch mal ein guter Vorsatz fürs Neue Jahr, woll?!

Sonntag, 29. November 2009

Freitag, 27. November 2009

Gut gehütet

Wir wollten das doch alle schon mal wissen: Wieviel verdient so ein durchschnittlicher Fußball-Profi wirklich? Und wie sieht so eine Gehaltsabrechnung eigentlich aus? So wie bei uns Normalsterblichen? Was für Abzüge haben die Jungs? Und: Wird wirklich Urlaubsgeld* gezahlt? "Neulich im Netz" hat als investigativer Blog mit knallharter Recherche und brutalstmöglicher Offenheit ein Original-Dokument aufgetan, das uns Laienpredigern endlich die Augen öffnet. Denn: Die Jungs sind ganz arme Teufel! 




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Wer möchte schon 333.000,10 Euro Abzüge im Monat haben? Eben.


* Wir erinnern uns an dieser Stelle recht ungern an den eher durchschnittlichen Fußballprofi Karlheinz Pflipsen, der seinerzeit bei Borussia Mönchengladbach die Chuzpe besaß Urlaubsgeld einklagen zu wollen, sich aber an Rolf Rüssmann, seinerzeit Manager in Gladbach, die Zähne ausbiss.

Donnerstag, 26. November 2009

Isses ahba nich

Schön, wenn man auf einmal - zumal am frühen Morgen - schon wieder so'n lästigen Ohrwurm hat - und gar nicht weiß, warum. Noch schöner, wenn dieser Ohrwurm dann mit einem ganz anderen Text daherkommt, als normalerweise. Tja, das kann passieren, wenn man dauernd auf den Konzerten* der 3 Nikoläuse rumlungert, die mit allem und jedem ihr verbales Schindluder treiben: Es könnte nämlich auch ein Eintopf sein, Herbert:


* Die nächste Gelegenheit haben wir Normalsterblichen, die wir weder in einer Zahnarztpraxis arbeiten, noch Zahnarztstühle selbst herstellen, am 23. Dezember ab 20 Uhr (wer einen Sitzplatz kriegen möchte, sollte gegen 14.30 Uhr da sein) im Gassi, Alter Steinweg, Münster, wo die Nikoläuse ihr legendäres Weihnachtsset spielen - traditionell bis die Stimme versagt.

Frischling des Tages


(Foto gefunden auf: westfaelische-nachrichten.de/)

Mittwoch, 25. November 2009

Ignoramus et ignorabimus II

Hatte mir ja am 22.November 1994 feierlich geschworen, so schnell nichts mehr über Doping zu schreiben. 15 Jahre und 3 Tage gelten doch nicht als zu fix? Gut. Habe gerade im "Fall Pechstein" bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa) gelesen, dass das ostdeutsche Frollein-Wunder auf zwei Kufen recht heimelig wohnt und zwar an einem Ort, an dem ich mich nach den unendlichen (Schein-)Gefechten mit nationalen Kommissionen und internationalen Gerichtshöfen nicht mehr so richtig wohl fühlen würde.

Vielleicht ist es aber bei Claudia Pechstein (allein schon dieser Name!) alles doch noch ein bisschen anders, also sagen wir mal, fast wie bei ihrer körperlichen Konstitution, ein bisschen anormal. Kann also gut sein, dass sie sich an ihrem Wohnort ganz im Gegenteil pudelwohl fühlt und dass ihr dieser Ort (Nomen est Omen!) erst die Kraft gegeben hat, diese vielen kleinen und einige große Gefechte durchstehen zu können - sowas liest man ja so oft, von wegen wichtiger Rückhalt und so. Denn mit einer, die hier wohnt, ist definitiv nicht gut Kirschen essen:
"53 mal Edelmetall bei Olympia, Welt- und Europameisterschaften erkämpfte die 37-jährige Berlinerin, die seit Jahren mit ihrem Mann in einem Einfamilien-Haus im brandenburgischen Diensdorf-Radlow am Scharmützelsee lebt, in ihrer über 20 Jahre währenden Sportkarriere. Eine Bilanz, die keine andere Eisschnellläuferin aufweisen kann."

Philosophen am Katheder II

"Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien"
(Niklas Luhmann, 8.12.1927 - 6.11.1998, deutscher Soziologe, der als Mitbegründer der Systemtheorie gilt, die neben der Soziologie vor allem auch Psychologie, Betriebswirtschaftslehre und Kommunikationswissenschaft entscheidend mitprägte.)

(Foto gefunden auf: soziale-systeme.de/)

Dienstag, 24. November 2009

Rückspiegel

Ich weiß, mann sollte nie zurück, sondern immer nur nach vorne schauen. Trotzdem laufen einem ja manchmal solche Bilder über den Weg, die man nie gelöscht - oder gerade erst wiederhergestellt - hat. Wie dieses hier aus dem verwunschenen Sentmaringen - aus einer anderen, längst vergessenen Zeit. Hach, war irgendwie auch ganz schön.

(Handy-Fotto mit sauteurem Goldrahmen:
Thomas Ottensmann)

Montag, 23. November 2009

Herr Dokter, so geht's auch!

Hatte hier ja vor kurzem den Liegestuhl am Strand von Zeeland aufgestellt. Aber dafür ist es mir heute, an meinem FREIEN Tag, ein bisschen zu öselig draußen. Zudem sind 800 Kilometer für An- und Abfahrt vielleicht etwas übertrieben. Könnte dann immerhin ein bis zwei Stunden im Hellen am Strand sitzen.

(Foto gefunden auf: eymann-sauna.de/)

Deswegen habe ich mich heute vielmehr für diese Variante entschieden. Da dauert die einfache Fahrt nur 15 Minuten und der Aufenthalt kann schon mal fünf, sechs Stunden sein. Und der Effekt ist nahezu der Gleiche: Wem hier irgendwas weh tut, der ist wirklich krank.

Sonntag, 22. November 2009

Philosophen an offener Erde I

"Den eignen Tod, den stirbt man nur;
doch mit dem Tod der anderen muss man leben.
"

(Mascha Kalèko: Memento, zitiert nach: Fritz Roth, professioneller Trauerredner aus Bergisch-Gladbach.)

Herr Dokter, so geht's!

Hier, im südwestlichsten Zipfelchen Hollands, würde ich jetzt auch ganz gerne sitzen. Oder liegen. Oder sein. Dann täte bestimmt GAR nichts mehr weh. Wetten?!

(Unscharfes Handy-Fotto von 2004: Thomas Ottensmann)

Samstag, 21. November 2009

Kännchen

Aus gegebenem Anlass: Heute wird ja es nochmal bis zu 17 Grad. Schönen Frühling noch!

(Erstaunlich scharfes Handy-Fotto: Thomas Ottensmann)

Donnerstag, 19. November 2009

Lustfaktor 10

Kennt eigentlich noch jemand "Lustfaktor 10"? Das lief im WDR-Fernsehen vor gefühlten 20 Jahren immer vor "B. trifft..." und hatte zwar nicht immer lustige Gäste, aber dafür - ähnlich wie "Geld oder Liebe" - wirklich immer einen großartigen Moderator, der später dann den Grimme-Preis für seine Drehbücher (leider nicht für seine Drehbücher für tolle Serien im Öffentlich-Rechtlichen, sondern für die oftmals lausigen Privatfernsehen-Comedys) bekommen sollte. Michael Gantenberg gibt es noch und im Interview ist er immer noch großartig, was hier nachzulesen ist.

(Unscharfer Screenshot gefunden auf: gameshowkult.de/)

Nette kleine Pop-Perle

Mal widder was auf die Ohren, jetzt mal aus dem ganz hohen Norden, den ich spätestens seit Kari Bremnes (wartet mal schön auf "Die Wahrheit 2009", Ihr Lieben!) ja ohnehin ebenso hoch schätze - von Björk und den Leningrad Cowboys und Emiliana Torrini undundund mal ganz abgesehen. Lene Marlin heißt die durchaus aparte Dame aus dem nördlichen Norwegen - und wen wundert's bei diesem Nachnamen, dass sie wirklich zaubre kann:



(Foto gefunden auf: supermusic.sk/)

Woah, Betty!

...also ich bin ja immer noch wie benommen. Ja, das könnte natürlich auch der Schlafmangel sein. Abba was da gestern über die Bühne des Palladiums in Köln tobte, war schlichtweg der Hammer. Ich war ja früher mal skeptisch, wie sich die Älteren unter Euch vielleicht noch dunkel erinnern werden. Aber was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern? Großartige, wie sagt man so schön auf Deutsch, Location, feinster Sound, tolles Publikum und eine Band, die alles kompromisslos in Grund und Boden spielte. Und über die Frontfrau müssen wir ja wohl ohnehin kein Wort mehr verlieren. Was für eine Stimme, was für ein Charisma!

Die Trommlerin verprügelte in Höllentempo und mit Wonne all ihre Felle und Becken, die Saitenzupfer erledigten stoisch ihr Hand-Werk und der Synthesizer-Mann legte unter alles diesen faustdicken Waber-Flokati. Und über allem schwebte dann diese kraftstrotzende, aber gleichwohl kristallklare Stimme. Und dann das Set: Neben den Songs des aktuellen Albums "Music For Men" noch so kleine Perlen wie "Lady Marmelade" und vor allem Tina Turners "What's Love Got To Do With It". Himmeldieberge! Und kommt mir gezz nicht mit Ästhethik und so nem unsachlichen Quatsch, von wegen "das Auge hört doch mit" und so nem Unfug! Was für ein Tornado: The Gossip, live und in Farbe - ein Naturereignis! Also, wer heute noch Zeit hat, sollte direkt nach Offenbach in die Stadthalle fahren, wo The Gossip heute noch ein letztes Mal in Deutschland spielen, bevor es dann schnurstracks nach Polen und Italien geht. Dumm nur, dass auch das Konzert in Hessen bestimmt längst "totally sold out" ist - aber die Blumen auf dem schwarzen Markt blühen auch dort, genauso wie gestern in Köln, bestimmt wieder prächtig. Und: Das Konzert ist jeden Cent wert, egal was Ihr zahlt!

Mittwoch, 18. November 2009

StarTrek Reloaded

(Unscharf maskiertes Handy-Fotto: Thomas Ottensmann)

In der modernen Medizin weiß man ja als Patient, tschulligung, als zahlender Kunde heutzutage oft gar nicht mehr, wie oder genauer: was einem da geschieht. Man darf kein Metall an sich tragen, Herzschrittmacher ohnehin nicht, wenn es in irgendwelche Höllenmaschinen geht, die im Volksmund gern verharmlosend "Röhre" genannt werden. Was dann die vielen kleinen Mädchen und einige große Jungs machen, die mittelschwer an allen möglichen und auch an einigen nicht auf den ersten Blick sichtbaren Stellen mit Ringen und Stäbchen und Steckern gepierced sind? Da könnte die Verweildauer in der Umkleidekabine etwas länger sein als bei uns Spießbürgern, die weder bemalt, noch beringt durch Leben eiern.

Aber was wollte ich eigentlich sagen? Ach ja: Computer- und Kernspin-Tomographie gehören ja mittlerweile zu meinem Grund-Wortschatz. Aber wozu ein "Linearbeschleuniger" benötigt wird, ist mir auch anno 2009 noch ein Rätsel. Dabei habe ich zumindest den Großteil aller Star Trek-, Deep Space Nine- und Voyager-Folgen gesehen. Aber was da nun linear beschleunigt wird und warum und was das dann mit mir, meinem Körper und meiner Gesundheit zu tun hat, habe ich noch nicht rausgefunden. Habe ich da nun Glück oder Pech gehabt?

Dienstag, 17. November 2009

Was kostet eigentlich eine Bibel?

Eigentlich wollte ich das ja schon immer mal machen. 50 hübsche Mädels einladen und dann mit denen ausführlich über ein selbst gewähltes Thema schwadronieren. Sagen wir mal über die Notwendigkeit des bedingungslosen Grundeinkommens oder die Unterschiede zwischen Westfalen und Rheinland. Oder so. Ich könnte ja in einer großen regionalen Tageszeitung einfach mal ein Anforderungsprofil veröffentlichen und dann den Schwarm meiner ohnehin zumeist schlaflosen Nächte einfach wie ne Kupplung ganz langsam kommen lassen. Was schreibt man denn da in der Kleinanzeige? Hm. "Italienerin, niedlich, zwischen 18 und 35 Jahre alt, höchstens 1,70 Meter groß, gut angezogen." Ja, könnte gehen. Fehlt nur noch ein kleines Gastgeschenk. Weiß eigentlich jemand, ob es Mengenrabatt gibt, wenn ich 50 Bibeln auf einmal abnehme?

Sonntag, 15. November 2009

Letztmals

Habe in den letzten Tagen extrem viel gelesen zum Tod von Robert Enke und mit eigentlich jedem, der mir über den Weg lief, darüber gesprochen. Es gab ja kaum ein anderes Thema. Nachdem ich die Süddeutsche vom Donnerstag, den 12. November 2009 gelesen hatte, mit einer extrem beeindruckenden Doppelseite (2/3, vor allem der Ganzseiter "Nachrichten aus der Dunkelheit" von Ralf Wiegand), wollte ich eigentlich nichts mehr dazu rezipieren.

Am Samstag hat mich dann in ebendieser Zeitung dann noch einmal der ansonsten auf geistreiche Späße spezialisierte Guido Schröter ("Fußballgötter") sehr angenehm überrascht, mit einem Ein-Bild-Cartoon, den ich niemandem vorenthalten will, an diesem Tag der "größten deutschen Trauerfeier seit 40 Jahren", wie gestern in Sportschau und Sportstudio gesuperlativt wurde.

Tja, den wollte ich niemandem vorenthalten. Aber der ist gar nicht online. Noch nicht? Oder gar nicht? Da müsst Ihr nun wohl warten oder Euch die SZ vom Samstag besorgen. Scusi.

Freitag, 13. November 2009

Jahrestag

Die Blagen von heute tun das ja ständig. Ohne Anlass. Ohne Grund. Ohne Unterlass. Feiern. Unsereins brauchte eigentlich immer einen irgendwie gearteten Anlass, wenn er dieses Wort benutzte. Steckt ja irgendwie auch drin: Feier. Wenn die Jugendlichen sagen "Ich gehe feiern" und wenn man dann mal nachfragt, was es denn zu feiern gäbe, dann kommen sensationelle, mir bis dato völlig unbekannte Gründe zu Tage: Wochenende, Erkältung-unbeschadet-überstanden, Kündigung des Mini-Jobs, neue Chucks.

(Foto geklaut auf: die3nikolaeuse.de/)

Vierteljahrestage und andere krude Jubiläen ("seit sieben Monaten kein Fleisch mehr gegessen") sowie an den Haaren herbeigezogene* ("heute ist doch Donnerstag!") Festtage bestimmen den Tag-Nacht-Rhythmus in solch beängstigender Frequenz, das ich mich langsam frage, was diese Generation eigentlich tun wird, wenn es mal wirklich was zu feiern gibt, sagen wir mal ne Hochzeit oder ein runder Geburtstag. Steigerungsfähig erscheint mir das manchmal nicht mehr.

Abba ich bin halt a) alt und b) genauso -modisch. Ich hingegen habe heute mal richtig was zu feiern (jaha!). Einen Jahrestag. Und zu diesem Anlass habe ich eine Band eingeladen, die nur für mich aufspielt. Sie gehören zu den Wahnsinnigsten nördlich der Ruhr und bespaßen eigentlich jede Katzenkirmes für lau. Die 3 Nikoläuse laufen sich derzeit schon mal für ihren ganz persönlichen Geburtstag
warm (dreimal dürft Ihr raten, wann das ist) und spielen heute, an diesem wunderbaren Freitag, den 13., ab 20 Uhr im Nachtcafè Grille, Bremerstraße in Münster. Hin da!


Ach so, Ihr wollt wissen, was ich heute feiere? Hm. Ich bin vor einem Jahr bei genau diesem Konzert in genau dieser Lokalität so dermaßen heftig abgestürzt, wie bestimmt seit fünf Jahren nicht mehr. Ohne Grund, ohne Anlass, ohne Vorsatz. So ist das halt mit dem Feiern.

* K
ann ich nicht mitreden.

Donnerstag, 12. November 2009

An diese Nase müssen wir uns wohl alle fassen


"Wie die Medien mit dem
Tod Robert Enkes umgehen."


(von Dirk Gieselmann, gefunden bei:
11Freunde - Magazin für Fußball-Kultur.)

(Foto gefunden auf: westfaelische-nachrichten.de/)

Energie II

Bevor ich noch mehr Post kriege, wie denn die süßen Kleinen aussehen, wenn sie dann mal ausgewachsen sind (komisch, das fragt man bei Kindern nie), hier der jugendliche Stinker, der im Körbchen ganz vorne rauslugt (ja, der mit dem roten Halsband):

(Foto gefunden auf: picardzucht.de/)

quod erat demonstrandum

Also ich werde ja oft gefragt, was das eigentlich ist, so ein Newsdesk (schönes, deutsches Wort, in der Tat). Wenn ich dann mit der selbstgestrickten Not-Übersetzung "Nachrichtentisch" komme oder mit dem "Tisch, an dem Nachrichten produziert werden" - was es eigentlich ja ganz gut trifft - dann winken alle genauso ab wie vorher: "Sowas gibt es ja gar nicht!". Gibt es doch. Und da sitze ich halt manchmal. Und das kann ich sogar beweisen:

(Matschige Info-Grafik: Thomas Ottensmann;
Original-Fisheye-Foto: Gunnar A. Pier)

Energie!

So. Mein Weihnachtswunsch.
Nur ein einziger: So eine*, bitte!

(Foto gefunden auf: picardzucht.de/)

Dienstag, 10. November 2009

Robert Enke ist tot

(Foto gefunden auf: topnews.in/)

Viele hielten ihn für den derzeit besten deutschen Torhüter. Die meisten, die ihn kannten, wussten, dass er definitiv ein feiner Kerl war. Heute abend schockte die Meldung, dass Robert Enke tot ist. Er wurde nur 32 Jahre alt. Erste Ermittlungen der Polizei deuten auf Selbstmord hin. Die Fans trauerten spontan an der Geschäftsstelle von Hannover 96 um den Nationaltorhüter. Der DFB sagte das Test-Länderspiel gegen Chile am Samstag in Köln ab. Robert Enke ist tot, mit ihm verliert seine Frau Teresa ihren Mann, seine Adotivtochter ihren Vater - und der deutsche Fußball - und der kommt definitiv und zurecht an dieser letzten Stelle - einen seiner besten Torhüter. Und einen der Untypischsten: ruhig, besonnen, unaufgeregt - das Gegenteil eines Kahn, eines Lehmann, eines Maier, eines Schumacher. Er fehlt, schon jetzt.