Montag, 28. Februar 2011

Lotterie 3 aus 8

Nach dem 24. Spieltag der Fußball-Bundesliga ist endlich eine unserer frühen Prognosen aus dem ersten Saisondrittel eingetroffen: Deutscher Meister wird nur der BVB. Nach dem souveränen 3:1-Erfolg von Kloppos KiTa bei den Bayern weiß es jetzt also auch der Rest der Republik. War schon beeindruckend, mit welch brachialer Gewalt die Blagenbande aus dem Ruhrpott die arrivierten Bayern das Fürchten lehrte. Tempo, Technik, Taktik - der BVB liegt in allen drei Disziplinen weit vorn und ist völig zu Recht Ligaspitze.

Bayern begeisterte zwar unter der Woche auch bei dem 1:0-Erfolg in San Siro, aber anders. Bleiben für den Rekordmeister in diesem Jahr also nur noch die Pokalwettbewerbe. Vielleicht muss das am Mittwoch ja schon Schalke im Halbfinale des DFB-Pokals büßen, wenn die Knappen in das Schlauchboot an der Isar steigen. Schalkes Trainermanagervorstand Magath - eine Frage am Rande: Was macht eigentlich Horst Heldt? - hat schon das müde 1:1 zu Hause gegen Nürnberg damit entschuldigt, dass ein schweres Pokalspiel bei den Bayern ansteht. Lustig. Und die hohe Pokalniederlage am Mittwoch wird er dann mit dem schweren Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart erklären, dass am Samstag um 15.30 Uhr kommt? Ja, diese verfluchten Englischen Wochen bringen einen total aus dem Rhythmus! 

Findet der VfB Stuttgart gar nicht: Nach dem 0:2 gegen Lissabon und dem damit verbundenen Aus in der Europa League hat Manager Fredi Bobic erklärt, nun könne man sich endlich ganz auf die Bundesliga konzentrieren. Lustig. Wäre der VfB lieber Europa-League-Sieger geworden und hätte in der nächsten Saison dann als Titelverteidiger in der 2. Liga gekickt? Der VfB fährt auf Serpentinen durch die Liga, kann aber auswärts besser als zu Hause. Sogar in Unterzahl reichte es zu einem 2:0-Sieg bei Eintracht Frankfurt, das nicht nur das Siegen, sondern gleich auch das Toreschießen verlernt hat. Kein einziges Törchen erzielten die Hessen 2011. In dieser Form werden sie sich nicht wundern dürfen, wenn sie nun noch nach ganz unten durchgereicht werden. Sind nur noch drei Punkte bis zum Relegationsplatz. Der VfB hat durch den Sieg aber den Kontakt zu den rettenden Plätzen 16 und 15 wieder hergestellt. Ein Hoch auf die Englische Woche!

Findet Bayer Leverkusen nur bedingt. Nach dem souveränen Einzug ins Achtelfinale der kleinen Gelddruckliga, konnte die Werkself beim Kellerkind in Bremen mal wieder einen Vorsprung nicht über die Zeit bringen. 2:0 führte Bayer 04 und fuhr doch nur mit einem Punkt nach Hause. So hat man Dortmund weiter ziehen lassen, konnte sich aber von den Bayern auch nur einen Zähler absetzen. Hannover holte dagegen zwei Punkte im Kampf um dem begehrten Quali-Platz zur großen Gelddruckliga auf.

Und wie machte Hannover das? Mit einem 1:0-Sieg, der in allerletzter Sekunde am Hamburger Millerntor erkämpft wurde. War irgendwie schmeichelhaft. Das Spiel hatte definitiv keinen Sieger verdient, das 0:0 war selten so gerechtfertigt wie an diesem Tag auf dem Kiez. Muss ein übler Grottenkick gewesen sein. Wie sagte Matthias Lehmann - das ist der, der so gerne Geschenke von Gegenspielern annimmt, aber nur, wenn die eigene Mannschaft zurückliegt - "Das war das schäbigste Spiel, was ich je auf diesem Platz gespielt habe." Punkt.

Aber danke für die schöne Überleitung, Herr Lehmann. Was Borussia Mönchengladbach in Wolfsburg über 70 Minuten im Abstiegsgipfel VW gegen Postbank ablieferte, kann getrost unter "Warum soll ich Angst vor dem Abstieg haben, wenn mein Vertrag nur für die 1. Liga gilt?" abgeheftet werden. Der ganze Schwung, der ganze Spaß, die ganze Wucht aus dem ersten Spiel unter Lucien Favre war schon wieder weg. Dabei wollte das Schlusslicht doch den schönen Sieg gegen Schalke vergolden und Wolfsburg mit in den Sumpf ziehen. Pustekuchen. Mit 1:2 fiel die Niederlage noch viel zu knapp aus. Gladbach hatte keine Chance, schlimmer noch: keine Lust. Dabei rissen die Wölfe noch nicht mal Bäume aus. Sie wollten einfach nur dringender gewinnen. Was sie dann auch mit links gemacht haben. In Gladbach lebt derweil die Hoffnung weiter. Warum? Keinen blassen Schimmer. Aber sind ja noch 30 Punkte zu vergeben...

Sonst noch? Lukas Podolskis linker Fuß sorgte für den fünften Heimsieg des 1. FC Köln hintereinander. Volker Finke sagte, dass man sein Talent nicht trainieren könne. Da hat er vermutlich Recht, aber dieses Tor macht Lukas Podolski auch in zehn Jahren kein zweites Mal. Egal. Freiburg verlor auch, weil ein klares Tor von Cissè mal wieder nicht gezählt wurde. Soll sich ja im Laufe einer Saison immer ausgleichen. Wir sind gespannt. Sind ja nur noch zehn Spiele. Da müssen die Schiris mal so langsam Gas geben.

Was vergessen? Hoffenheim verliert zu Hause gegen Mainz 05 und der HSV holt einen Punkt in Kaiserslautern (24 Punkte). Apropos weinrote Teufel: Es sind fünf Punkte nach oben bis Köln auf Platz elf und fünf Punkte nach unten bis Gladbach auf Platz achtzehn. Diese letzten acht Mannschaften - ich lasse Schalke (30 Punkte) einfach mal raus, warum weiß ich selbst nicht - werden die beiden Absteiger und den Relegationsteilnehmer unter sich ausspielen. Zur Zeit ist Eintracht Frankfurt einer der ganz heißen Anwärter auf einen Platz im Fahrtstuhl. Das sagte ich bereits? Höchste Zeit für den Schlusspfiff.

Freitag, 25. Februar 2011

Ich wollt ich wär'...

Alle meine Freunde lüd' ich ein...

Was machst Du gerade?

Hatte heute morgen die Wahl zwischen "Ich klettere mal durch die Heckklappe ins Auto und versuche mich über die Rücksitzbank bis zum Fahrersitz durchzuschlagen" oder "Drei Bandscheibenschäden sind genug, ich nehme mal das Fahrrad, bei dem immer die Kette abfliegt". Bin mit schmutzigen Fingern angekommen. Das Wochenende kann ja nur großartig werden.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Paul ist tot

Am 24. Spieltag der Fußball-Bundesliga ist der rote Teppich ausgerollt, die Scheinwerfer sind taxiert und sämtliche 19 Kameras auf einen einzigen Anstoßpunkt fixiert - und der liegt in Bayern. In einem knallroten Gummiboot. In der Münchener Allianz-Arena trifft der Rekordmeister auf den kommenden Titelträger: Bayern München gegen Borussia Dortmund heißt das Topspiel, das - seitdem Sky die Rechte an der Fußball-Bundesliga hält - wohl noch nie so zurecht an einem Samstagabend um 18.30 Uhr gezeigt wurde wie an diesem Spieltag.

Natürlich haben die Bayern mehrfach angekündigt, dieses Spiel zu gewinnen, weil "mir san mir" und weil "das schon immer so war" und weil überhaupt und so. Natürlich hat der BVB betont, dass man sich überhaupt nicht verunsichern lassen werde. Dass dieses Ballyhoo lächerlich sei und dass man ja ohnehin nur von Spiel zu Spiel denke. Und selbst wenn man dieses Spiel verlöre, es nur drei Punkte seien, die dann halt mal nicht auf der Habenseite verbucht werden könnten. Punkt. Wer Recht behält? Keine Ahnung. Paul ist tot.

Der Spieltag beginnt mit dem Abstiegsdrama in der Autostadt: Der VfL 1900 Borussia Mönchengladbach tritt in Wolfsburg bei VW an. Die Werkself hat unter dem neuen Cheftrainer Littbarski noch nicht gewonnen. Gladbach hat mit dem ersten Heimsieg seit 1982 den Bock umgestoßen. Glaubt man am Niederrhein.

Mit dem dritten Auswärtssieg im vierten Auswärtsspiel der Rückrunde wollen die Fohlen sich bei den den zahnlosen Wölfen anschmiegen. Es wäre dann nur noch ein Punkt zwischen dem hochambitionierten Meister von 2009 und dem fünfmaligen Titelträger aus den 70ern. Und für Gladbach wieder alles möglich, was noch vor wenigen Wochen unaussprechlich schien: die Relegation gegen den FC Augsburg oder sogar der direkte Klassenerhalt. VW - Borussia 0:2

Am Samstag und Sonntag findet dann noch das Rahmenprogramm zu den beiden Topspielen statt und sieht wie folgt aus:

Schalke - Nürnberg 2:3
1899 - Mainz 05 1:1
Köln - Freiburg 1:2
Lautern - HSV 1:1
St. Pauli - Hannover 1:2
Frankfurt - Stuttgart 2:1
Bremen - Leverkusen 1:4

Was vergessen? Nun gut:
Bayern München - Borussia Dortmund 2:2.

Norwegisch für Anfänger

Abgefahren. Und ich verstehe kein Wort. Abba da moddi ich doch hin!

Dienstag, 22. Februar 2011

Augen auf bei der Berufswahl

Es heißt ja immer, dass diese Systeme im Internet, die den Sinn von Texten erst scannen und dann verstehen, immer intelligenter werden. Und es gibt so viele Stellen, an denen man davon als Verbraucher, tschulligung, als User im höchsten Maße profitiert: Bei Partnervermittlungen, Flohmärkten und Stellenbörsen. Also überall, wo man stundenlang seinen kompletten Lebenslauf mit allen Stationen, Vorlieben und Abneigungen in allen nur erdenklichen Abstufungen ins System hacken muss. Danach bin ich quasi im Wesen nur noch in 0 und 1 vom Allerfeinsten codiert und das Internet macht mir fortan wirklich nur noch Angebote, die ich definitiv nicht ablehnen kann. Und die wirklich zu mir passen. Also kurzhaarige Blondinen mit Abitur, restaurierte Saab 900er als Cabrio und seltene Outtakes und Demos von Rickie Lee Jones auf Vinyl. Was ich da also so zeitintensiv tue ist im Prinzip so etwas wie individuelles Spam-Tuning. Zu meinem eigenen Vorteil. Denn jetzt bekomme ich nur noch nervige Werbung, die auch wirklich zu mir passt. Wenn dann aber doch folgendes passiert, frage ich mich, wozu ich überhaupt stundenlang Fragebögen ausgefüllt habe und mein Profil hernach so peinlich genau und zeitaufwendig pflege. Und wozu ich eigentlich so lange auf die teure Schule gegangen bin:




(Screenshot Xing-Startseite: Thomas Ottensmann)

Montag, 21. Februar 2011

Im Keller brennt noch Licht

Während Borussia Dortmund nach dem 23. Spieltag und mithin nach mehr als zwei Dritteln der Saison unbedrängt und souverän der Meisterfeier auf dem Borsigplatz entgegenstrebt, herrscht in den Geschäftsstellen einiger Ex-Meister Endzeitstimmung. Und unsere Prognose, dass in diesem Jahr mindestens eine Mannschaft in die 2. Liga rauscht, von der es wahrlich niemand erwartete, steht wie eine 1. Mehr noch: Gut möglich, dass in diesem Jahr gleich drei Mannschaften die letzten drei Plätze einnehmen werden, die keiner auf dem Zettel hatte.

Blanke Panik in Stuttgart, wo der VfB nach der Niederlage in Leverkusen auf der Stelle tritt. Auch der dritte Trainerwechsel der Saison scheint wirkungslos verraucht. Der fünfmalige deutsche Meister - 2007 zuletzt mit der Schale auf dem Balkon  - steht an der Durchreiche zur 2. Liga. Präsidium, Geschäftsführung, sportliche Leitung - alle stehen in reih und Glied in der Generalkritik. Und womit? Mit Recht. Der VfB ist also erster Absteiger.

Entsetzen in Wolfsburg. Der Meister von 2009 - mit den Millionen aus der Autostadt eigentlich auf Jahre hinaus unabsteigbar - hat es geschafft, innerhalb von knapp 600 Tagen nicht nur Edin Dzeko, sondern auch das hart erarbeitete Image des Die-spielen-eigentlich-ganz-schön-schön-für-einen Retortenklub  zu verlieren. Und Herr Litti sucht auch weiter das Glück; hatte seine Mannschaft zwar in Freiburg ganz gut eingestellt, verlor aber trotzdem. Am Freitag gegen Gladbach würde die VW-Elf nach einer weiteren Heimniederlage auf den Relegationsplatz stürzen. Der Anfang vom Ende. Der VfL ist Absteiger Nr. 2.

Zähneklappern in Bremen. An der Weser wähnte man sich zwar schon seit geraumer Zeit in einer wahren Graupensaison, das wurde aber durch den unrhythmischen Tanz auf drei Hochzeiten lange Zeit im Gedränge übersehen. Dass es nun wirklich gegen den Abstieg geht, hatte zwar Tim Wiese in der Vergangenheit schon einige Male im Interview erwähnt, doch dran geglaubt hat bei den Rautenträgern so richtig wohl keiner. Nach dem in der Entstehungsweise aber offenbar dramatischen 0:4 im einzig wahren Nordderby beim HSV geht aber jetzt in Bremen die Angst um. Und Angst ist im Abstiegskampf ein ganz schlechter Berater.

Heulen in Kaiserslautern. Nach dem 0:3 in Hannover kleben die weinroten Teufel immer noch auf dem Relegationsrang fest. 96 schickt sich dagegen an, im nächsten Jahr in der kleinen Gelddruckliga seinen Etat einfach mal aufzustocken. Der Rückstand auf die Bayern und den Quali-Platz für die große Gelddruckliga beträgt übrigens immer noch ein winziges Pünktchen. Respekt.

Am Tabellenende hat Borussia Mönchengladbach die lange verloren geglaubte Hoffnung energisch am Schlafittchen gepackt. Neue Trainer kehren manchmal eben doch gut. Gegen einen erschreckend schwachen FC Schalke 04 holten sich die Fohlen den so ersehnten ersten Heimsieg seit fast einem Jahr und zogen nach Punkten nicht nur mit dem VfB gleich, nein, sie liegen auch nur noch vier Punkte vom rettenden 15. Platz entfernt, auf dem momentan noch der VfL Wolfsburg rangiert. Und dorthin reist Gladbach am Freitag. Borussia will den Abstand zum rettenden Ufer mit dem dritten Auswärtssieg der Rückrunde auf ein winziges Pünktchen reduzieren.

Sonst noch? Bäume mit Totenkopfflagge wachsen auch nicht in den Himmel: St. Pauli verliert gegen einen bärenstarken Deutschen Meister BVB mit 0:2. Dortmund wirkt unbremsbar, muss aber in der nächsten Woche zu den Bayern. Apropos: Der FCB gewinnt in Mainz locker mit 3:1 und bläst mal wieder die Backen zur Aufholjagd. Gähn. Mal gucken, wie die Münchener das Champions-League-Spiel in Mailand verkraften, während Kloppos Kindergarten in aller Ruhe im Entmüdungsbecken regeneriert.

Was vergessen? Ach ja: Köln holt ebenso unverdient wie unerwartet einen Punkt bei 1899. Frankfurt begnadigt "Jesus" Amanatidis, kann aber trotzdem keine frohe Botschaft aus Nürnberg mitbringen: 0:3. Der Club derweil im Höhenrausch: Ein einstelliger Tabellenplatz in Rufweite. Bayer 04 müht sich gegen Stuttgart zum Arbeitssieg und will weiterhin mit aller Macht in die Champions League. Meinen Segen ham se.

Was wir hören wollen III

So. Man spricht deutsh. Am Tag der Muttersprache gips also noch dies hier:

Was wir hören wollen II

Ich weiß, heute ist internationaler Tag der Muttersprache. Trotzdem habe ich gerade dies im Ohr. Danke, EinsLive

Samstag, 19. Februar 2011

Was wir nicht mehr hören wollen II

Schön, dass man diese ganze mühsame Rechthaberei heutzutage mit einem einzigen banalen Link erledigen kann:


By the Way: Das ist von 1978.

Donnerstag, 17. Februar 2011

Herr Litti sucht das Glück

Elf Punkte holte die beste Rückrundenmannschaft aus den fünf Spielen seit Ende der Winterpause und ist 2011 noch ungeschlagen. Zunächst zwei Unentschieden und dann drei Siege in Folge. Der FC St. Pauli 1910 mischt derzeit die Liga auf und hat sich mit Siebenmeilenstiefeln aus der Problemzone verabschiedet. Einen Punkt hinter Schalke rangieren die Hamburger Derbysieger jetzt auf dem elften Platz und können so langsam anfangen, für ein weiteres Jahr in der 1. Liga zu planen. Da kommt die Reise zum Deutschen Meister Borussia Dortmund am 23. Spieltag gerade recht.

Der BVB tut sich zu Hause recht schwer, hat zuletzt zweimal in Folge nicht gewonnen und nur sechs Punkte aus den letzten vier Spielen geholt. Ist aber nicht viel passiert: Leverkusen ist noch zehn, die Bayern noch dreizehn Punkte entfernt und wenn nicht alle Stricke reißen, dann brennt in der schwarz-gelben Hütte auch bis Mai nichts mehr an. Sollte allerdings St. Pauli nach dem Sieg beim HSV wirklich auf den Geschmack gekommen sein und auch in Dortmund gewinnen, dann könnte vielleicht doch noch die von der Konkurrenz so lang erhoffte Nervosität beim BVB einsetzen. Bei Jürgen Klopp lagen die Nerven im "Seuchenvogel"-Interview in Kaiserslautern jedenfalls ja schon veritabel blank. Aber der BVB 09 ist natürlich trotzdem klarer Favorit gegen die Kiezkicker. Dortmund 0 - Pauli 1.

Bevor ich's vergesse: Zum Auftakt schlägt der 1. FC Nürnberg am Freitagabend ab 20.30 Uhr übrigens Eintracht Frankfurt mit 2:0. Frankfurt - mit einem 50-Punkte-Ziel recht ambitioniert in die Saison gestartet - wartet weiter auf das erste Tor (!) der Rückrunde und sieht sich unvermittelt mit dem mittlerweile recht ungewohnten Abstiegskampf konfrontiert. Nürnberg hat mit den alten Kumpels Abstieg & Relegation dagegen nichts mehr am Hut - ein völlig neues Gefühl an der Noris.

Endlich wieder ein Nordderby: Der HSV erwartet seinen Lieblingsgegner SV Werder Bremen, der überraschenderweise um's sportliche Überleben in der Eliteliga kämpft. Doch der HSV ist nach der Derby-Heimniederlage gegen St. Pauli selbst in Grasnarbenhöhe aufgeschlagen. Allerdings sind es nur vier Punkte bis zum fünften Platz und der damit verbundenen Quali für die kleine Gelddruckliga - und die vor dem HSV platzierten Klubs (Hannover 96, Mainz 05 und SC Freiburg) zeichnen sich in den letzten Wochen auch nicht gerade durch Kontinuität und Konstanz aus. Zumal letzteres bekanntlich am Bodensee liegt. Hamburg 0 - Bremen 2.

Apropos Europa League: Sie ist der angestammte Lebensraum des 1. FC Köln - zumindest wenn es nach Anspruch von Fans und Presse in der römischen Bucht geht. Nach zuletzt vier Heimsiegen in Folge hat der FC zwar gerade mal zwei klitzekleine Pünktchen Vorsprung vor dem ominösen Relegationsplatz  - und auch das deutlich schlechtere Torverhältnis - aber der Blick der Kölner geht ja traditionell eher nach oben als nach unten. Schließlich hätt es noch immer jot jejange. Aber es kütt eben auch immer wie es kütt: Hoffenheim 3 - Köln 1.

Ein unscheinbares Törchen trennt den VfL Wolfsburg noch von diesem so ungeliebten Relegationsplatz und Herr Litti sucht weiter das Glück. Nachdem sich schon die Suspendierung von Diego auf dem Platz, wo es bekanntlich maßgebend ist, so fulminant auszahlte (0:1 gegen einen allenfalls durchschnittlichen HSV), hat der Vielflieger nun mit Madlung und Kahlenberg zwei No-Name-Kicker aus dem erweiterten Kader suspendiert. Es ist davon auszugehen, dass das wieder funktionieren wird. Zumal das laufende O mit seinen Volkswagen in Freiburg antreten muss. Der SC liegt nur noch einen Sieg hinter Mainz 05 und dem begehrten Platz 5. Wenn nicht jetzt, wann dann? Eben. Freiburg 3 - Wolfsburg 1.

Im Kellerduell erwartet Hannover 96 den 1. FC Kaiserslautern. Und wer das vor der Saison gesagt und geschrieben hatte, der durfte mit heftigem Kopfnicken rechnen. Mittlerweile stimmt das aber bekanntlich allenfalls halb. Denn Kaiserslautern liegt zwar momentan auf dem so viel zitierten Relegationsplatz, aber Hannover 96 bedrängt den FC Bayern München im Kampf um den Quali-Platz zur Schampus-League. Die beiden trennt nur ein Punkt. Ist so, ich kann ja auch nichts dafür. Spricht also alles für 96, das allerdings auch ein wenig von der Leichtigkeit des ersten Drittels eingebüßt hat. Vielleicht, weil man jetzt schon zwei Drittel in den müden Knochen hat? Möglicherweise. Hannover 2 - Lautern 1.

Im Topspiel am Samstagabend reisen die Bayern zum Bruchweg. Der 1. FSV Mainz 05 hat ebenfalls den Großteil seiner Unbekümmertheit in der Hinrunde auf den Plätzen der Republik gelassen. Und Trainer Thomas Tuchel findet offenbar seine Matchpläne nicht wieder. Im Hinspiel gewann 05 bei den damals indisponierten Bayern, bei denen unter der Woche mit Gomez und Robben zwei Matchwinner der letzten Tage mit dem Training aussetzen mussten. Für die Bayern gilt: Spielt die Robbery-Flügelzange, dann funktioniert der Rekordmeister, spielt sie nicht, nun ja, dann nicht. Mainz 0 - München 2.

Am Sonntagnachmittag um 15.30 Uhr werden sich die Boulevardjournalisten der Republik in der BayArena wieder die Frage stellen "Spielt er oder spielt er nicht?". Michael Ballack ist auf bestem Wege, zum teuersten Ersatzmann in den Bayerwerken zu werden. Trainer Jupp Heynckes ficht das aber nicht an. Nach Definition des Leverkusener Coaches will er Ballack behutsam aufbauen. Das wird den 35-Jährigen beruhigen. Zu Hause gegen den Vorletzten VfB Stuttgart kann die Vorgabe für den Tabellenzweiten nur lauten: Alles andere als ein klarer Sieg wäre eine Enttäuschung. Die Werkself will schließlich den Drei-Punkte-Vorsprung auf die Bayern verteidigen - und zur Not auch den Rückstand auf Dortmund verkürzen. Leverkusen 4 - Stuttgart 1.

Bei Borussia Mönchengladbach blickt man voller Optimismus auf das letzte Saisondrittel. Schließlich sind ja noch 36 Punkte zu verteilen. Okay, Dortmund ist wohl enteilt. 58 Tore scheinen da einfach nicht mehr aufzuholen. Aber sonst? Kein Problem. Der im Abstiegskampf zwar nicht erfolgreiche, aber wenigstens erfahrene Frontzeck wurde mit bestem Dank für die ausgezeichnete Arbeit gefeuert. Dafür hat man jetzt den ehemaligen Berliner Fast-Meistermacher Lucien Favre aus der Arbeitslosigkeit geholt. Favre kennt alle deutschen Mannschaften auswendig und hat viele Spiele der Bundesliga am Fernseher gesehen. Das trifft unter anderem auch auf mich zu. Unterm Strich ein überzeugendes Jobprofil, das Borussias Sportdirektor Max Eberl da ausgearbeitet hat. Und jetzt kommt am Sonntag um 17.30 Uhr der FC Schalke 04, der am liebsten nur noch in nationalen oder internationalen Pokalspielen antreten würde. So ein lästiges Meisterschaftsspiel kommt Felix Magath da eigentlich gar nicht recht. Aber wenigstens auswärts. Gladbach 0 - Schalke 0.

Was wir hören wollen I

Musste wirklich auf den Refrain warten, bis ich endlich erkannt habe, was das ist. Das ist der Vorteil am guten alten Dampfradio. Hier im ollen Netz sieht man ja leider schon sofort, was kommt. Schade. Lohnt sich aber trotzdem.

Was wir nicht mehr hören wollen I

"Wie geil ist das denn?"

Früher haben sich Menschen so gefreut: "Jaaaaaaaaa!" oder "Juchuuu!" oder "Jippppiiieh!". Heute freuen sich alle, zumindest vier von fünf EinsLive-Hörern, mit einer schlecht gespielten Verwunderung und dieser einen Standardfrage "Wie geil* ist das denn?".


* bitte je nach Bedarf einsetzen: scharf, doof, hart, weich, cool, ätzend, krass, gemein, mies, link, verstrahlt.

Mittwoch, 16. Februar 2011

Euphorie am Boden

28 Tore, vier Heimsiege, drei Auswärtssiege und  - Überraschung - zwei Unentschieden. Doch welche Lehren können wir aus dem 22. Spieltag der Fußball-Bundesliga ziehen? Dass in Gladbach ein Stoiker den anderen auf dem Trainerstuhl beerbt. Dass Borussia Dortmund nicht mehr gewinnen kann. Dass der 1. FC Köln der beste Karnevalsverein der Liga ist und Schalkes Trainer mit dem Rückenwind aus dem Internet erfolgreicher spielen lässt als zuvor.

Wir lassen an dieser Stelle gerne Nationalspieler zu Wort kommen. Was sagt Herr Podolski eigentlich zum vierten Kölner Heimsieg in Folge? "Man sollte die Euphorie jetzt auf dem Boden lassen." Daran sollte es nicht scheitern, da liegt sie in Köln schließlich oft genug. Trotzdem: Ein erstaunlicher 4:2-Erfolg gegen den anderen Karnevalsverein aus Rheinland-Pfalz bedeutet für den FC einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Mit nunmehr 25 Punkten hat sich der der FC mit Siebenmeilenstiefeln von Stuttgart (19) und Gladbach (16) abgesetzt. Mainz hingegen schwächelt seit man das Ziel Europapokal zum Rückrundenstart ausrief. Ein Fehler? Mitnichten. Die Mannschaft schwächelt einfach, nicht mehr und nicht weniger.

Auf die Idee könnte man beim BVB auch kommen. Drei Remis aus den letzten vier Spielen. Doch wer die Spiele gegen Stuttgart (1:1), Schalke (0:0) und Kaiserslautern (1:1) sah, weiß, dass Dortmund alle drei locker hätte gewinnen können, ja müssen (Stuttgart, Schalke). Daraus nun die lang erwartete Krise zu stricken, weil der BVB "nur" noch zehn Punkte Vorsprung vor Leverkusen hat, ist erheiternd, mehr nicht.

Sonst noch: Gladbach ist Spitze. Bei den Gegentoren (56) und den Platzverweisen (7). Und beim "Trainer-zu-spät-Entlassen". Trotz aller Treueschwüre und Beteuerungen aus den beiden Amateurabteilungen "Sportliche Leitung" und "Präsidium" hat die Borussia zwei Monate zu spät die Reißleine gezogen und Michael Frontzeck nun doch gefeuert. Wer den Stoiker zuletzt apathisch auf der Bank, an der Seitenlinie und am Mikrophon sah, glaubte in der Tat nicht mehr daran, dass das der Mann sein sollte, der der Elf vom Niederrhein das notwendige Feuer für den Abstiegskampf vermitteln könnte. Jetzt kommt also Lucien Favre, der zuletzt die Journalisten in Berlin reihenweise zum Nickerchen in der Pressekonferenz trieb. Sicher, der Mann soll ein wahrer Taktikfuchs sein und hat Maxi Eberl und Rolf Königs zumindest eines voraus: Er gilt aus ausgewiesener Fachmann. Nach dem gegenwehrlosen 1:3 auf dem Kiez gilt die Mission in Gladbach aber weitgehend als impossible - trotz der Tatsache, dass rein rechnerisch bei sieben Punkten Rückstand auf den rettenden Platz bei zwölf ausstehenden Spielen noch alles drin zu sein scheint.

Felix Magath ist seit knapp einer Woche bei Facebook, um den Schalke-Fans Rede und Antwort zu stehen. Magath 2.0 sozusagen, bei S04 kam das offenbar gut an: In nur einer Woche hat der Trainermanagervorstand aus Gelsenkirchen über 100.000 Fans gefunden - rekordverdächtig. Und sofort läuft es besser: 1:0 gewann Schalke gegen Freiburg und das Ergebnis ist knapper als der Spielverkauf. Es war mal ein verdienter Sieg der Knappen und ein wichtiger dazu: Denn es sind auch so nur sechs Punkte bis zum Relegationsplatz.

Was soll da der VfL Wolfsburg sagen? Die Premiere unter Herrn Littbarski ging veritabel in die Hose, die Fans gehen schon seit längerem gegen Dieter Hoeneß auf die Barrikaden, der vor der fünften Trainer-Demission seiner kurzen Amtszeit steht. Nach dem 0:1 gegen den HSV trennt den VfL noch ein einziges Törchen vom Relegationsplatz, auf dem jetzt der punktgleiche 1.FC Kaiserslautern (23) rangiert.

Abgeschlagen wirkt lediglich Gladbach mit traurigen 16 Pünktchen. Stuttgart steht mit 19 Zählern und vier Punkten Rückstand auf den rettenden 15. Platz auf dem Papier besser da. Aber auf dem Platz, wo es bekanntlich maßgebend ist, konnten die VfB-Fans am Samstag bei der 1:4-Heimpleite gegen Nürnberg eine sportliche Bankrotterklärung vom Feinsten mitverfolgen. In dieser Form ist der VfB nicht mehr zu retten.

Womit wir schon beim SV Werder Bremen wären. 1:1 zu Hause gegen Hannover ist eigentlich zu wenig, aber an der Weser ist man bescheiden geworden. Ein mickriges Pünktchen Vorsprung auf den Relegationsplatz und das -  nach Gladbach - mit Abstand schlechteste Torverhältnis sprechen Bände. Das Zittern geht also weiter.

Sonst noch? Bayern robbt sich mit einem 4:0 gegen 1899 wieder an die Champions-League-Plätze ran, Bayer 04 Leverkusen braucht Michael Ballack nicht mehr und gewinnt auch ohne den teuersten Neuzugang 2010 mit 3:0 in Frankfurt, die Eintracht kann keine Tore mehr schießen und am Mittwoch wird in Hamburg das mit Spannung erwartete Stadtderby nachgeholt: HSV gegen St. Pauli. Jetzt weiß also endlich auch Helmut Schulte, wohin das Spiel seinerzeit verschoben wurde.

Philosophen in kurzen Hosen XXXV

"Ich wollte halt auf dem Platz immer gewinnen, und diese Mentalität habe ich mir regelrecht antrainiert. Ich empfand es auch als Verpflichtung gegenüber dem Publikum. Die Fans wollen gute Spiele und Siege sehen, aber wenn du alles gibst und in der letzten Minute unglücklich verlierst, dann verzeihen sie dir das auch. Denn Fußball ist ja keine Verarsche, sondern Wahrheit."
(Lothar Woelk, in den 70er und 80er Jahren Kicker bei Eintracht Recklinghausen, dem VfL Bochum und MSV Duisburg erläuterte in einem lesenswerten Interview mit 11Freunde für alle Spätgeborenen, was Berufsehre mit Fußball zu tun hat und warum Fußball und Arbeit keine Gegensätze sind.)
(Foto gefunden auf und verlinkt mit: img-pool.ui-portal.de/)

Dienstag, 15. Februar 2011

Kleiderordnung

Ich fand, ich hatte Walfreiheit. Deswegen war es auch genau die richtige Kluft an diesem Morgen im Hafen von Tenerife.

(Foto: Prof. Dr. Harald Zeiss)

Seuchenvogel

Seuchenvogel heißt übrigens bürgerlich Stephan Mai und arbeitet als TV-Reporter für den SWR. Er wird in diesem Leben wohl kein guter Freund mehr von Jürgen Klopp.

Montag, 14. Februar 2011

Alter Schwede

Also die interessanteste Musik kommt derzeit gerne mal aus Skandinavien. In diesem Fall aus Schweden. Ihr Name Shout out Loud. Prädikat: Sehr hörenswert!

Freitag, 11. Februar 2011

Walfreiheit

Mächtig großen Eindruck haben verhältnismäßig kleine Rückenflossen auf mich gemacht, als ich letztens vor der Küste der Westsahara im Namen des Herrn segelte. Könnt Ihr ruhig glauben: Ja, ich habe Wale gesehen. Grindwale. Juvenile Tiere. Sieben an der Zahl. Genau genommen habe ich sieben Rückenflossen gesehen. Zwischen Teneriffa und La Gomera. Und das war definitiv das Nachhaltigste der gesamten Reise zum Thema Nachhaltigkeit. Werde ich nämlich mein Lebtag nicht vergessen!

Rückenflosse eines Grindwals vor der Südküste Teneriffas.
(Foto: Thomas Ottensmann)

Schöner titeln

Heute: die taz.














Gekonnt ist gekonnt.
(Screenshot: Ito)

Angst essen Seele auf

Der 22. Spieltag der Fußball-Bundesliga überzeugt mit der Tatsache, dass gleich sechs Spiele zur einzig wahren Bundesliga-Anstoßzeit am Samstag um 15.30 Uhr angepfiffen werden. Denkt man sich aus den anderen drei Spielen dann noch Borussia Dortmund und Werder Bremen dazu, wären alle relevanten Mannschaften am Start. Naja, man kann nicht alles haben - außer am 33. und 34. Spieltag, wenn alle Spiele zeitgleich am Samstagnachmittag ausgetragen werden.

Beim FC Bayern München ist die große Zeit des "Miro d'Italia" (11 Freunde) leider schon wieder vorbei. Andere empfehlen sich durch starke Leistungen im Vereinsleibchen für die Nationalelf, bei Klose ist andersrum: Im weißen Dress des deutschen Teams blüht der Mittelstürmer kurz auf, bei den Bayern versauert er dann wieder hinter Mario Gomez auf der Bank, wo er wohl auch den Rest seines im Sommer auslaufenden Vertrages absitzen wird. Unser Tipp: Lappen drunter und unterschreiben lassen! Miro Klose hat sicher noch zwei, drei gute Jahre vor sich und kann so manchem maroden Erst- oder meinetwegen auch aufstrebenden Zweitligisten zum Erfolg verhelfen. Für 12 - 15 Tore und 8 - 10 Assists ist er immer gut. Also: Sparschweine raus und zusammenwerfen. Was vergessen? Stimmt: Der FC Bayern spielt zu Hause im knallroten Gummiboot gegen 1899 Hoffenheim. Luis Gustavo gegen David Alaba. Bayern 2, Hoffenheim 1. 

Felix Magath spielt Schalke 2.0: Der Trainermanagervorstand ist jetzt mit seiner eigenen Seite bei Facebook angetreten, um sich endlich den Fans zu stellen. In drei Tagen hatte Magath bereits über 15.000 "Gefällt mir" gesammelt. Vielleicht kann Bernd Hollerbach das Training ganz übernehmen, während der ehemalige "Magier" die Posts austrägt? Schlimmer kann's ja nicht werden. Und dann auch noch ein Heimspiel. Ausgerechnet! Und ausgerechnet gegen Freiburg, die sich auswärts gerne tummeln, weil sie dann das Spiel nicht selbst machen müssen. Dumm nur, dass Schalke auch so spielt und zwar immer. Wir sind gespannt, wie sich das auf die Partie in der Arena, die so heißt wie ein Sauerländer Bier, auswirken wird. Schalke 1, Freiburg 2.

Der VfB Stuttgart hat mit dem 3:2 in Gladbach einen Big Point gewonnen. Allerdings war die Leistung der Schwaben lediglich 40 Minuten lang, sagen wir mal, ganz okay. Zu Hause gegen den 1. FC Nürnberg spielt der VfB nicht nur gegen das ausgeliehene Riesentalent mit dem wunderbaren Namen Schieber, sondern auch gegen die eigene Angst: Der Abstieg ist immer noch greifbar nah und die eigene Leistungskurve gleicht einem veritablem Vorhofflimmern. Stuttgart 0, Nürnberg 1.

Endlich mal wieder ein Nordderby! Der VfL Wolfsburg - interessiert eigentlich noch irgendjemand, dass die VW-Werkself noch vor etwa 600 Tagen den Meistertitel 2009 holte? - erwartet den Hamburger SV. Ob sich Ruud van Nistelrooy wirklich anständig aus der Liga verabschieden wird, bleibt abzuwarten - ist aber anzunehmen, weil der Holländer eigentlich ein feiner Kerl ist und kein Demba Ba. Für die Volkswagen ist es das erste Pflichtspiel unter Cheftrainer Litti, der sich jetzt siezen lässt. Herr Litti wird gegen den HSV mit Diego freiwillig auf seinen regulär Kreativsten verzichten. Könnte teuer werden. Wenn es in die Buxe geht. Der HSV liegt in Rufweite zum letzten Europapokalplatz, den zur Zeit ein gewisser FC Bayern München belegt. Was steht zu erwarten? Wolfsburg 0, HSV 0.

In Frankfurt hat Trainer Skibbe gerade Ionannis Amanatidis ausgebootet. Aber er hat ihn bislang ja kaum gebraucht und er wird ihn auch jetzt nicht doll vermissen. Zumindest, wenn sein Landsmann Theofanis Gekas mal wieder trifft. Der Top-Torjäger hat sich zuletzt eine kleine Pause zum Rückrundenstart gegönnt, ist aber eigentlich mal wieder dran. Zumal es gegen einen seiner zahlreichen Ex-Klubs geht: Bayer 04 Leverkusen kommt. Und die spielen eigentlich liebend gerne auswärts. Nicht umsonst ist die Truppe des ältesten Trainers der Liga nach dem BVB die erfolgreichste Gastmannschaft. Tut das was zur Sache? Ja. Frankfurt 2 - Leverkusen 3.

"Angst essen Seele auf" hieß ein Film von Rainer Werner Fassbinder. "Angst essen Seele auf" war in der letzten Woche von 18.30 - 20.15 Uhr auf Großleinwand im Borussia-Park in Mönchengladbach zu sehen. In den Hauptrollen in den ersten 45 Minuten: ängstliche Schwaben und in der zweiten Halbzeit: kopflose Rheinländer. Aus 2:0 mach 2:3 - viele vermeintliche Experten und Cineasten meinten hernach einen Psycho-Knacks bei den Ex-Fohlen diagnostizieren zu können. Gladbach liegt aber bei einem sorgfältigen Blick auf die Tabelle immer noch "nur" sechs Punkte vom Relegationsplatz und gleichzeitig auch vom rettenden Ufer entfernt. Das ist bei 13 ausstehenden Spielen eigentlich nicht die Welt. Und: Stuttgart, Köln, St. Pauli, Kaiserslautern, Wolfbsurg und sogar Bremen sind augenblicklich sicher nicht wesentlich stärker als Gladbach, wenn überhaupt. Allerdings sollte man dann auch mal gegen einen dieser Gegner gewinnen. Sagen wir mal gegen St. Pauli, gegen die schon das Hinspiel in die Hose ging. Dumm nur, dass mit Dante (gelb/rot), Brouwers (Grippe) und Reus (Muskelfaserriss) gleich drei Stammspieler mal wieder ausfallen. Gladbach gewann zuletzt zweimal sehr glücklich mit 1:0 in der Fremde. St. Pauli 3, Borussia 0.

Der Deutsche Meister 2011 tritt zum Topspiel am Samstagabend auf dem einst gefürchteten Betzenberg an. Schon das Hinspiel gewann Dortmund mit 5:0. Die fünf Jung-Nationalspieler des BVB saßen beim Länderspiel gegen Italien einträchtig auf der Bank, ehe sie ein paar Minuten Länderspielluft im Adler-Trikot schnuppern durften. Die aktive Regeneration im Camp Löw hat funktioniert: Lautern 0, Dortmund 4.

Am Sonntag ist Karnevalsgipfel in Köln: Der FC spielt nach seinem Überraschungs-Coup gegen die Bayern schon wieder zu Hause, diesmal gegen Mainz 05. Und so ist das halt mit Feiertagen: Sie sind selten. Köln 1, Mainz 2.

Was vergessen? Ach ja: Endlich wieder ein Nordgipfel! Im Weserstadion spielt Werder gegen Hannover 96 und zittert sich weiter durch die Saison. Der Tabellendreizehnte mit nur einem Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz erwartet den Vierten mit Kontakt zur Spitze - oft gehört, aber trotzdem noch erstaunlich: Das Kellerkind ist Werder, und 96 will allen Ernstes im nächsten Jahr europäisch spielen. Wenn Bremen seine Nerven in den Griff bekommt (ein Mental-Coach hat ja seine Arbeit an der Weser längst aufgenommen), ist da was drin. Bremen 2, Hannover 4.

Montag, 7. Februar 2011

Warum nicht?


Montagnachmittage werden maßlos unterschätzt. 


(Handy-Blogpost: Ito)

Schluss mit lustig

Lustiger Spieltag, diese 21. Runde in der Fußball-Bundesliga. Wenn der Tabellenführer gegen ein schwaches Team aus der unteren Tabellenhälfte zu Hause vor 80.000 Zuschauern nur 0:0 spielt, aber trotzdem einen Punkt auf die Verfolgermeute gutmacht, dann sagt das in diesem Fall weniger über den Spitzenreiter aus, als vielmehr eine ganze Menge über die Verfolger. Sagen wir mal über die vermeintlichen Verfolger.

Der BVB hat ja genau genommen auch gar nicht gegen Schalke gespielt, sondern gegen den deutschen Nationalkeeper. Und Manuel Neuer war an diesem Tag einfach besser als Dortmund. Hatte aber leider im Abschluss ein bisschen Pech. Deswegen blieb es letztendlich beim 0:0. Aber der BVB hätte am Freitagabend auch gegen eine Squashwand spielen können, da sind Torerfolge ja auch eher selten.

Zur Meute: Leverkusen trat in Nürnberg übrigens erstmals ohne den talentiertesten deutschen Stürmer Patrick Helmes an. Der wurde ja bekanntlich zum ehemaligen Deutschen Meister in die Autostadt verkauft. Doch dazu später. Die Werkself vom Rhein verlor in Nürnberg seltsam emotionslos mit 0:1. Bleibt aber trotzdem auf dem direkten Qualifikationsplatz für die Champions League. Muss man auch erst mal schaffen.

Aber wenn der FC Bayern München lustigerweise nach 2:0-Vorsprung zur Halbzeit mit 2:3 in Köln verliert? Und Mainz lustigerweise fünf Sekunden vor dem Schlusspfiff nach 1:0-Vorsprung noch den Ausgleich gegen Werder Bremen kassiert? Und Hannover 96 lustigerweise ein hauchdünnes 1:0 gegen den VfL Wolfsburg reicht, der mit dem talentiertesten deutschen Stürmer Patrick Helmes auch nicht torgefährlicher wird – zumal deshalb nicht, weil er keine Elfmeter schießen darf?

Und was heißt für Dortmund überhaupt Verfolger? Zwölf Punkte auf Leverkusen, vierzehn jeweils auf Mainz und Hannover und fünfzehn auf Bayern München. 13 Spieltage sind noch zu absolvieren, ganz Fußball-Deutschland weiß, dass der BVB Meister wird. Ganz Fußball-Deutschland? Nein, eine kleine Metropole im Ruhrgebiet leistet beharrlich Widerstand und stellt sich taub. Doch verhindern kann scheinbar selbst der BVB diesen siebten Meistertitel (es wäre der vierte seit Einführung der Bundesliga) nicht mehr. Zumindest nicht, solange die Verfolger so stark spielen wie am Wochenende.

Und sonst? Borussia Mönchengladbach werden wegen fortgesetzter Dämlichkeit acht Punkte abgezogen, damit steht der Abstieg so gut wie fest. Die Mannschaft vom Niederrhein führte oft genug mit 1:0 und nicht selten sogar mit 2:0 (Hoffenheim, Schalke, Stuttgart) und schafft es trotzdem nicht, die Big Points einzusacken. Das Spiel gegen Stuttgart hätte zum Meilenstein auf dem Weg zum Klassenerhalt werden können. Es wurde aber zum ersten Sargnagel. Wer zu Hause gegen einen direkten Konkurrenten nicht gewinnt, der steigt im Übrigen zu Recht ab. Und wer zu Hause überhaupt nicht gewinnt, auch.

Sonst noch? Hoffenheim schlägt Lautern 3:2, womit dem Aufsteiger in der Abstiegs-Verlosung auch wieder eine tragende Rolle zukommt. Frankfurt kann keine Tore mehr schießen: 0:0 auch in Freiburg. Beide Top-Torjäger (Cissè, Gekas) hatten im direkten Duell Ladehemmung. Wie sollte es sonst möglich sein, dass Mario Gomez die Torjägerliste alleine anführt?

Was vergessen? Ach so: Wenn man sich lächerlich machen kann, sollte man das auch ohne mit der Wimper zu zucken tun. Da ließ sich der HSV am Sonntag auch nicht lumpen: Das Hamburger Stadtderby gegen den FC St. Pauli musste wegen Unbespielbarkeit des Rasens im ehemaligen Volksparkstadion, das längst wie ein Energietechnik-Unternehmen heißt, abgesagt werden. Am Millerntor hätte übrigens gespielt werden können. Lustig.

Pädagogische Verantwortung

Erziehung heißt ja auch, die Kinder vorm Schlimmsten zu bewahren. Und bevor sie auf die schiefe Bahn geraten, rechtzeitig einzugreifen:

Donnerstag, 3. Februar 2011

Zweiter Versuch


Damals hinterm Mond war's in Bochum ja einfach nicht mein Tag. Heute wohl? 

Jawohl war's. Hatte das ja schon (übrigens exakt vor einem Jahr in der Jahrhunderthalle) geahnt, dass das eine prima Tour werden könnte.

(Handy-Blogpost: Ito)

Was für eine Zeitverschwendung

Menno, völlig vergessen: Gestern war Murmeltier-Tag. Obwohl... ist ja eigentlich egal, der ist ja jeden verdammten Tag.

Mittwoch, 2. Februar 2011