Dienstag, 30. März 2010

Philosophen in kurzen Hosen IXX

"Wenn die nicht dagewesen wären, hätte mich das total verunsichert."

(Jens Lehmann zu den Pfiffen bei jedem Ballkontakt während des 2:1-Siegs seines VfB Stuttgart in München.

Montag, 29. März 2010

Tor in Berlin

So. Jetzt ist es also passiert. Das, was keiner haben wollte. Selbst Felix Magath nicht. Glaubt man jedenfalls Felix Magath. Tabellenführer ist Schalke 04. Sechs Wochen zu früh. Nach dem 2:0 beim wieder mal in der entscheidenden Phase der Saison schwächelnden TSV Bayer 04 Leverkusen steht der "schlechteste
Tabellenzweite der Bundesliga" (Peter Neururer) jetzt schon da, wo ihn seine Fans seit 52 Jahren eigentlich immer sehen wollen.

Möglich machte das nicht nur die - zugegeben - starke Leistung der Königsblauen, sondern vor allem auch das Schwächeln der direkten Konkurrenten. Sowohl Leverkusen gönnt sich zu einem irgendwie unpassenden Zeitpunkt eine kleine Krise und verliert zweimal in Folge bei 0:5-Toren. Als auch der FC Bayern ist seit der Auslosung für das Viertelfinale in der Gelddruck-Liga von ManU elektrisiert und verliert ebenfalls zweimal in Folge. Diese Gunst der Stunde galt es zu nutzen - und nicht mehr, aber auch nicht weniger hat Schalke gemacht. So gehört es sich für einen  ordentlichen Verfolger.

Was der Sieg in Leverkusen und damit die Tabellenführung mit zwei Punkten Vorsprung auf den FC Bayern wert ist, wird sich schon in der kommenden Woche weisen, wenn der Rekordmeister zur Abwechslung mal zum direkten Duell beim Altmeister auf Schalke antritt. Mal sehen, in welchem Zustand Rasen und Teams sein werden. Bei Schalke hat man nicht den Eindruck, dass die Mannschaft in der entscheidenden Phase nachlässt. Im Gegenteil. Bei den Bayern scheint sich dagegen eine gewisse Rotations-Ratlosigkeit breit zu machen. Denn egal, wen Louis van Gaal von der Bank holt: Irgendwie sind alle gleich außer Form. Kein Wunder, wenn man Schwielen am Gesäß statt am Vollspann hat.

Genug an der Spitze schwadroniert. Dortmund träumt weiter von der Champions League und mogelt sich in Berlin zu einem Punkt. Denn egal, was der ehemalige TV-Experte Jürgen Klopp im Brustton der Überzeugung in die TV-Mikrophone trotzte: Das Tor von Gekas war regulär. Doch Hertha hätte sich diese Diskussionen selbst ersparen können und zu diesem Zeitpunkt längst 2:0 führen und einen eminent wichtigen Dreier einfahren müssen. Dann hätte auch Nuri Sahin in der Schlussminute ruhig treffen dürfen und keiner hätte gemeckert oder bei diversen Ex-Schiris nachgefragt. So trennen den BVB nach dem 0:0 nur noch vier Punkte von der Champions League - und wenn Leverkusen so weiterkickt, ist die Gelddruckliga wirklich erreichbar.

Unabhängig vom derzeitigen Leistungsvermögen des BVB, der in der Europa League leistungsmäßig ganz gut aufgehoben wäre. Aber es geht ja gar nicht um Sport, es geht ja um Kohle. Die hatte man früher im Ruhrgebiet selbst in Hülle und Fülle. Jetzt braucht man die dringender denn je. Auf Schalke und in Dortmund. Gut möglich, dass beide sich die aus Europa holen.

Werder bietet weiter großes Spektakel und viele Tore. Vorne und hinten. Weil dabei ein 4:2-Sieg gegen Nürnberg raussprang und der Erzrivale aus Hamburg weiter verliert (diesmal 0:1 in Gladbach), ist Werder gut im Rennen. Und der HSV muss aufpassen, dass ihm nicht auch noch der 6. Platz flöten geht. Stuttgart (2:1 in München) und Frankfurt (2:1 in Bochum) liegen nur noch einen Dreier entfernt und selbst Wolfsburg (2:0 in Mainz) hat nur vier Punkte Rückstand auf den wohl für die Quali zur Europa League ausreichenden 6. Platz. Aber der HSV und der VfL haben ja noch die Möglichkeit, einfach mal die Europa League zu gewinnen und sich als Titelverteidiger so direkt zu qualifizieren. Dann könnte übrigens auch noch der 7. Platz reichen. Dürfte Frankfurt freuen.

Im Niemandsland der Tabelle sind Mainz (38), Hoffenheim und Gladbach (je 34) mit der Saison so gut wie durch. Der 1.FC Köln schaffte mit dem hohen 4:1-Auswärtssieg in Hannover den erhofften Befreiungsschlag. Natürlich ohne Lukas Podolski. Bochum, Nürnberg - und wie erwähnt 96 - verloren und grübeln weiter, wer denn jetzt in die 2. Liga und in die Relegation muss. Freiburg und Hertha holten zumindest einen Punkt und haben das Feld noch ein klein wenig enger zusammengeschoben.

Bochum hat nur noch drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, den heute mal wieder der SC Freiburg belegt. Nächste Woche kommt es praktischerweise zum direkten Duell: Im Breisgau wartet der SC dann auf den VfL und spielt vielleicht schon mal einen Platz aus. Bochum hat sich zu einem irgendwie recht ungünstigen Zeitpunkt seine Krise genommen und viermal in Folge bei zarten 13 Gegentoren verloren. Und Hertha? Ist immer noch nicht ganz weg. Fünf Punkte auf den Relegationsplatz sind bei sechs noch ausstehenden Spielen immer noch drin. Aber mehr Spiele wird es definitiv nicht mehr geben. Das nur als kleiner Hinweis.

Was vergessen? Stimmt: Jogi Löw sollte wirklich nochmal mit Kevin Kuranyi sprechen. Denn wer Miro Klose derzeit über den Platz stolpern und Lukas Podolski auf der Bank schmoren sieht, kommt schon ins Grübeln, wer vom 11. Juni bis 11. Juli in Südafrika überhaupt noch die Kohlen aus dem Feuer holen soll. Also Kuranyi wieder mit dem Adler auf der Brust. Aber das ist so wahrscheinlich wie die Tatsache, dass Schalke Meister wird.

Sonntag, 28. März 2010

Simple Mind

„Hiermit ist er frei. Ich übergebe ihn der Masse. Sie kann ihn haben und zu Hause ausstopfen.“
 
(Box-Promoter Ahmet Öner zeigt sensiblen Sprachwitz, als er nach der Niederlage seines Schwergewichtlers Steffen Kretschmann gegen den Russen Denis Bachtow nach ihrer gemeinsamen Zukunft gefragt wird.)

Freitag, 26. März 2010

Philosophen des Alltags XII

"Wenn Sie dieses Spiel atemberaubend finden, haben Sie es an den Bronchien."

(Marcel Reif, der hier leider keinen Nachtrag zum DFB-Pokal-Halbfinale Schalke 04 gegen Bayern München lieferte. Ist übrigens - entgegen anders lautender Meldungen - immer noch einer der besten Fußball-Kommentatoren auf diesem Planeten.)


Ist schon ein paar Tage her, dass dieser kleine Mann (links) neben dem Lausebengel (rechts) abgelichtet wurde. Ob es vor oder nach dem Champions-League-Spiel des BVB bei Real Madrid war (1.4.1998), ist unklar. Klar ist nur, dass in diesem Spiel so schnell wie noch nie in der Geschichte des Fußballs ein Tor fiel. Und dass der kleine Mann (links) und der Lausebengel (rechts) für ihre verbale Verlängerung vor dem Anpfiff später den Grimme-Preis bekamen.


(Foto gefunden auf und verlinkt mit: ilmberger.files.wordpress.com/)

Unerträglich

Endlich sagt's mal jemand. So isses nämlich: sueddeutsche.de/leben/

Traurig macht glücklich

...das Leben ist zu kurz, um fröhliche Lieder zu spielen. For the first time on stage: jenmat live am Bauzaun (ja, mit Stahlträgern!), ähem inner Lichtung. Man beachte auch die durchaus präzise Ortsangabe unten links.

(Handy-Foto: Thomas Ottensmann)

Donnerstag, 25. März 2010

Deutschlands Schönste

...nein, nicht Brücke, sondern Stadt. Und das hat erst in zweiter Linie mit dem Wetter zu tun. Wenn überhaupt!

(Handy-Blogpost-Foto vom Rheinufer in Köln-Bayenthal: Thomas Ottensmann)

Im Keller brennt noch Licht

Samstagabend, 18.30 Uhr, BayArena: Pokalverlierer Schalke 04, seines Zeichens Tabellenzweiter der Herzen, muss bei der Werkself von Bayer 04 Leverkusen antreten. Leverkusen und Schalke verbindet - außer Jupp Heynckes - nicht viel: Leverkusen spielt häufig schön, aber - zumindest in der Rückrunde - nicht immer effektiv. Schalke spielt effektiv - aber - sowohl in Hin- und Rückrunde - selten schön. 

Bayer 04 muss auf Top-Torjäger und Pferdelunge Stefan Kießling verzichten. Macht aber nichts, wenn man den besten deutschen Stürmer von der Bank holen kann: Patrick Helmes wird wohl neben Eren Derdiyok stürmen. Schalke muss das verpasste Double nun in der Meisterschaft kompensieren. Leverkusen will sich nach der 0:3-Schlappe in Dortmund rehabilitieren. Beste Voraussetzungen für eine klassische Punkteteilung, oder? Ach ja: Manche Zeitung meint ja, in diesem Spiel stünde das Duell um die deutsche Nummer 1 auf dem Plan. Aber erstens können Torhüter nicht gegeneinander spielen (außer Hans-Jörg Butt tritt mal wieder zum Elfmeter an) und zweitens weiß ohnehin jeder - außer Jogi Löw - dass Manuel Neuer der mit Abstand beste deutsche Keeper ist.
Wenn der Tabellenzweite und -dritte zum Anstoßkreis schlurfen, haben die Bayern längst vorgelegt. Im knallroten Schlauchboot in Fröttmanning tritt der schwäbische Rivale VfB Stuttgart an, der den Roten immer schon gerne in die Suppe spuckte. Zudem braucht der VfB selbst jeden Punkt, um sich noch in den europäischen Wettbewerb zu retten. Dafür scheint nun auch Platz 6 zu reichen. Dort thront aber noch der HSV, mit satten sechs Punkten Vorsprung. Also hilft bei diesem Vorhaben nur ein Dreier. Bayern könnten die 120 Minuten von Schalke noch in den Stutzen hängen. Aber alle Konjunktive gelten ohnehin nichts, wenn am Samstag um 15.30 Uhr angepfiffen wird.

Wenden wir uns den Niederungen zu. Der VfL Bochum hat zuletzt drei Niederlagen in Folge mit elf Gegentoren kassiert. Vergessen die vorhergehende Serie mit acht ungeschlagenen Spielen hintereinander. Doch der VfL muss aufpassen: Vier Punkte entfernt winkt für Bochum der ungeliebte Relegationsplatz. Dumm nur, dass am Freitagabend ausgerechnet Eintracht Frankfurt an die Castroper Straße kommt. Zuletzt die Bayern geschlagen, auswärts unter anderem in Dortmund gewonnen. Wird 'ne harte Nuss für Heiko Herrlichs Truppe!

Nürnberg reist nach Bremen und wird dort wieder auf Torjäger Albert Bunyaku zurückgreifen können. Werder will bestimmt trotz der durch den DFB-Pokal bereits gesicherten Qualifikation für die Europa League weiter jeden Punkt, aber vielleicht nicht mehr mit der letzten Konsequenz. Nürnberg hat auf Hannover und Freiburg nur zwei Punkte Vorsprung und darf sich gar keine Niederlage erlauben.


(Foto Sumpf gefunden auf und verlinkt mit: stackoverflow.de/)

Hannover 96 erwartet zuhause den 1.FC Köln und könnte den FC mit einem Heimsieg nochmal tief in den Sumpf reißen. Könnte sogar klappen, denn Köln ist mal wieder total von der Rolle und scheint sich nur noch lethargisch ins Ziel retten zu wollen, dass da 34. Spieltag, Platz 15, heißt.

Dieses Ziel hat seit dem Heimsieg in der letzten Woche auch wieder der SC Freiburg angepeilt. Am Sonntag reisen die Breisgauer zu den Kraichgauern, was ich als Westfale immer schon mal schreiben wollte. In Hoffenheim geht zur Zeit alles. 1899 kickt weit vom eigenen Anspruch und Leistungspotential entfernt im Niemandsland der Tabelle. Wenn der SC wirklich mit aller Macht die Punkte will, wird er sie auch holen können. Oder 1:4 vergeigen.

In Berlin hoffen sie wieder. Oder immer noch? Sicher, 18 Punkte sind nicht die Welt - vor allem, wenn sie sich schon 27 Mal gedreht hat. Trotzdem: Fünf Punkte auf Freiburg und Hannover sind kein Abstand, der Hertha verzweifeln lassen muss. Das Heimspiel gegen Dortmund ist aber jetzt auch nicht die leichteste Nummer. Die falsche Borussia ist nach drei hohen Siegen in Folge auf einem leicht überdrehten Höhenflug und könnte ein wenig Bodenhaftung wieder ganz gut vertragen. Dumm nur, dass Hertha nicht immer so spielt wie in Wolfsburg (5:1) oder Freiburg (3:0). Vor allem nicht zu Hause.

Gladbach wähnt sich seit dem Punktgewinn in Köln, der eigentlich ein doppelter Punktverlust war, zum 27. Mal sicher. Acht Punkte auf die Problemzone sind auch ganz ordentlich.  So darf die richtige Borussia aber zur Abwechslung auch mal wieder spielen. Gelegenheit bietet das Heimspiel gegen den HSV zum Abschluss des Spieltages am Sonntag um 17.30 Uhr. Schon im Hinspiel siegte Gladbach überraschend mit 3:2.

Was vergessen? Stimmt: Mainz 05 schlägt den VfL Wolfsburg 1:0, Anstoß am Samstag um 15.30 Uhr.

(Foto Toaster gefunden auf und verlinkt mit: ari-international.de/)

(Foto Schlauchboot gefunden auf und verlinkt mit: duckshop.de/)

Dienstag, 23. März 2010

Orakel aus Leder

SV Werder Bremen - FC Augsburg 2:3 (0:2) (n.V.)
FC Schalke 04 - FC Bayern München 2:1 (0:0) (n.V.)
 
 Das waren noch echte Bälle, damals, 1966!

(Foto gefunden auf und verlinkt mit: files.edelight.de/)

Zukunftsmusik

Man kann ja gar nicht früh genug anfangen zu planen. Und große Ereignisse werfen ihre Schatten unter die Augen, wie der Altmeister aus Gronau zu sagen pflegte. Also schomma fix die Zehn-Jahresplaner rausgeholt und  eingetragen: In 1467
Tagen (ist übrigens ein Samstag) spielen münstersche Lokalmatadore in der Arena im Sternbusch. Open Air. Zum Frühlingsanfang, mehr oder weniger zumindest. Derzeit sehen die Überlegungen eine Holztribüne bei Börni vor, um dem zu befürchtenden Publikumsandrang Herr werden zu können oder zur Not auch Dame.

Auch Special Guests werden auf der Bühne, die ein Rasen ist, erwartet. So soll der auswärtig wohnende Sohn der Nachbarin diesmal wirklich seinen so oft vergeblich angekündigten Blockflöten-Part spielen und alle anderen dürfen natürlich auch ihre selbstgebastelten Instrumente mitbringen und -wirken, wenn die unbestritten Wahnsinnigsten der westfälischen Musik-Szene außerhalb ihrer ureigenen Session ein Freiluft-Konzert im öffentlich-privaten Rahmen geben. Für Frühbucher sind übrigens jetzt noch einige wenige VIP-Tickets in der Loge (Balkon mit Bangkirai-Holz) erhältlich.

So, das wäre das. Und um die Hüpfburg kümmern wir uns morgen...

(Grafik gefunden auf und verlinkt mit: vereinsmanager.dfd-systems.de/)

Montag, 22. März 2010

Jeder will den Pott

Eigentlich haben alle Halbfinalisten in dieser Saison ja wichtigere Ziele: Der FC Bayern München und Schalke 04 wollen sich beide für die Champions League qualifizieren. Die Bayern haben dabei naturgemäß auch den Anspruch, die
Meisterschale zu gewinnen. Sollte man nur Zweiter oder gar Dritter werden, ist das ein Schönheitsfehler, aber auch nicht viel mehr. Der Klub aus dem Pott hat einen Trainer, der am liebsten erst nach der Saison sagt: "Ja, ich wollte Meister werden."

In dieser Saison scheint das seit 52 Jahren ferne Ziel so erreichbar wie lange nicht (von 2001 reden wir an dieser Stelle einfach mal nicht). Trotzdem heißt das vorrangige Ziel des klammen Klubs aus dem Pott: Erreichen der Gelddruck-Liga. Punkt. Und das Bundesligaspiel des 29. Spieltags, wenn die Bayern auf Schalke um Punkte spielen. Und jetzt das: Pokalhalbfinale. Und die Bayern kommen. Ein Übungsspiel? Wohl kaum.

Eher so etwas wie die Generalprobe für das Spiel um Bundesliga-Punkte. Doch Felix Magath wäre nicht Felix Magath, wenn er das Spiel nicht gewinnen wollte, um ins Finale nach Berlin einzuziehen und so die Chancen auf den Trostpreis zu erhalten. Denn auf Schalke würden sie ihm in dieser eigentlich als Übergangs-Spielzeit geplanten Saison auch für einen Pokalsieg und die damit verbundene Qualifikation für die kleine Gelddruck-Liga namens Europa League huldigen. Wie dem auch sei. Die Chancen stehen bei 50:50. Stimmt in diesem Spiel so sehr, wie sonst eher selten.

Der Finalgegner wird bereits am Dienstag ermittelt und kommt aus Bremen. Oder aus Augsburg. Diese beiden Klubs wollen den Pott sehr gerne in die Vitrine stellen. Werder, um sich wieder für die Europa League zu qualifizieren, Augsburg, um den lange von der Profibühne verschwundenen bayerischen Traditionsverein zurück in das öffentliche Bewusstsein zu bringen. Klar ist
hingegen eins: Der Einzug ins Finale wird reichen, um sich für die Europa League zu qualifizieren, denn der Finalgegner spielt aller Voraussicht nach in der Champions League, als Meister oder als Vizemeister. Deshalb wird auch der Verlierer im Pokalfinale automatisch als Pokalsieger in der Euro-League gesetzt, auch wenn er vielleicht nur ein Pokalverlíerer ist.

Werder kann begeisternd spielen, das weiß man. Augsburg begeistert gerade auch - in der 2. Liga und zwar mit bedingungslosem Offensivfußball, nach dem Motto: lieber 5:4, als 1:0 gewinnen. Trainer Jos Luhukay hat sich eine Mannschaft zusammengebastelt, die in Teilen schon früher in Mainz und Mönchengladbach begeisterte. Jetzt will er den Aufstieg, mit dem vor der Saison eigentlich niemand rechnen durfte. Das ist das Wichtigste. Aber deswegen auf das Pokalfinale verzichten? Von wegen. Augsburg reiste bereits am Sonntag nach Bremen und wird alles geben, um erstmals in der Vereinsgeschichte nach Berlin fahren zu dürfen. Werder war schon oft in Berlin, wird sich aber nicht auf den fragilen Ein-Punkte-Vorsprung in der Liga verlassen wollen, mit dem sie momentan auf Platz 5 liegen. Und ein Mitwirken im internationalen Wettbewerb ist für die teure Mannschaft Pflicht. Einfacher wäre es über den Pokal. Das Heimspiel gegen Augsburg gewinnen und - zack! - ist man qualifiziert. So oder so. Wie hier die Chancen stehen? Hm. 50:50, ganz im Ernst.

Hallo Anna!

Die Woche fängt ja gut an. Habe gerade extrem interessante Jobvorschläge bekommen. Müsste aber wohl umziehen.

  Ganz schön schön, woll?!
(Foto gefunden auf und verlinkt mit: schleswig-holstein.de/)

----------------schnipp------------------ 
XING Job-Vorschläge:

Grafiker / Mediengestalter (m/w) - freibe ...
<https://www.xing.com/jobs/postings/show/579002>
Firma: Fressnapf Tiernahrungs GmbH

Bürgermeister/In
<https://www.xing.com/jobs/postings/show/551356>
Firma: Gemeinde Helgoland

Projektmanager (m/w)
<https://www.xing.com/jobs/postings/show/563556>
Firma: d-SIRE GmbH & Co. KG 
----------------schnapp------------------ 

Grafiker für Fressnapf? Hm. Aber Bürgermeister auf Helgoland? Auf der einzigen Hochseeinsel Deutschlands? Neben der Langen Anna? Warum eigentlich nicht? A14 ist auch nicht so schlecht. Könnte nur im Winter ein wenig einsam werden. Aber mal was anderes. Was ganz anderes. Ich glaube, ich geh gleich mal Zeugnisse kopieren...

Sonntag, 21. März 2010

Keiner will die Schale

Angst essen Seele auf. Auch auf dem Fußball-Platz. Da verlieren die Bayern gegen Frankfurt in ManU-Manier mit 1:2 und dann schafft es Leverkusen nicht,
beim Abendspiel in Dortmund über seinen Schatten zu springen. Nach einer überlegen geführten ersten Halbzeit, die seltsamerweise nicht zur Führung in Dortmund reichte, ließen sich die Youngster vom BVB noch in alle Einzelteile zerlegen und unterlagen sang- und klanglos mit 0:3. Schalke hätte dann am Sonntag durch einen Sieg beim HSV aus eigener Kraft alleiniger Tabellenführer werden können, schaffte aber nur ein 2:2. Da verstehe noch einer die Fußball-Welt!

Apropos: Schlusslicht Hertha triumphierte beim Deutschen Meister in Wolfsburg sensationell hoch mit 5:1 und unterstrich mal wieder die These, dass Wolfsburg eben doch die Schießbude der Liga ist. Und dass Totgesagte wirklich länger leben. Fünf Punkte bis zum Relegationsplatz (Hannover/Freiburg 23 Punkte) sind zwar nicht die Welt, aber den Berlinern (18 Zähler) laufen so langsam die Spiele weg: Sieben Runden sind nur noch zu spielen. Und dann sind sieben Punkte bis zum rettenden Ufer (Nürnberg, 25 Punkte) eben doch viel. Durch den hohen Sieg hat Hertha aber so ganz nebenbei auch etwas fürs Torverhältnis getan, das jetzt besser als das von Hannover und Freiburg ist. Könnte noch eine Rolle spielen.

Fernab der Konjunktive hat sich der BVB, der schon im letzten Jahr eine sensationelle Rückrunde spielte, mit drei beeindruckenden Siegen in Folge bei 10:1-Toren auf Platz 4 geschoben. Nach dem Sieg gegen Leverkusen schwelgen die Schwarz-Gelben jetzt schon wieder in Champions-League-Euphorie. Fünf Punkte auf Leverkusen und sieben auf Schalke scheinen aufholbar. Obwohl...

Werder Bremen sitzt den Dortmundern auf dem Europa-League-Platz 5 mit nur drei Zählern im Nacken, hatte aber gegen Bochum mehr Glück als Verstand. Der VfL führte im Weserstadion gegen die B-Elf der Bremer zweimal, ehe die eingewechselten Pizarro und Frings Werder noch erlöste. Für den VfL Bochum wird es jetzt wirklich nochmal eng. Schließlich holte Nürnberg wieder einen Zähler und ist jetzt nur noch zwei Punkte entfernt. Auch auf den unbeliebten Relegationsplatz sind es nach der dritten Schlappe in Folge bei 4:11-Toren nur noch vier Punkte - genauso wie auf den ersten Abstiegsplatz. Und durch die beiden hohen 1:4-Niederlagen in Wolfsburg und gegen den BVB hat man sich in Bochum ganz nebenbei auch noch das Torverhältnis versaut: Nürnberg liegt ein Tor besser, Hannover ein Tor schlechter als der VfL.

Verlierer der Woche ist der HSV, der durch das Remis gegen Schalke aus den europäischen Plätzen rasselte und jetzt einen Punkt hinter dem Erzrivalen aus Bremen liegt. Trotzdem könnte auch Platz 6 für den HSV noch für die Europa League reichen. Vorausgesetzt, am Dienstag gewinnt Werder sein Pokalspiel gegen Zweitliga-Shooting-Star FC Augsburg und zieht ins Berliner Finale ein. Dann wäre Werder der Platz in der Europa League wohl sicher. Schließlich werden die möglichen Finalgegner wohl Champions League spielen: Bayern und auch Schalke scheinen sich diese Möglichkeit als Erster und Zweiter der Tabelle nicht mehr nehmen zu lassen. Aber wer weiß?

Freiburg schaffte beim 1:0 gegen Mainz den seit langem ersehnten, erst zweiten Heimsieg der Saison und zog mit Hannover gleich, das 0:2 in Stuttgart verlor.
Gladbach verschenkte beim 1:1 in Köln mal wieder eine Führung und zwei Punkte, dürfte aber bei acht Punkten auf die Abstiegsränge nun so gut wie "durch" sein. Aber wer weiß? Köln (28), Bochum (27), Nürnberg, Freiburg (23) und meinetwegen auch Hertha (18) spielen wohl in der Lotterie die beiden Absteiger und den Relegationsplatz aus.

Und ob Stuttgart, Frankfurt, Mainz (alle 38) oder gar Wolfsburg (37) noch nach Europa schielen, sollte der Optiker entscheiden. Denn sechs Punkte auf den HSV und sieben auf Werder scheinen einfach zuviel des Guten. Aber wer weiß?

Nix anzuziehen



Klick mich so richtig groß!
(Screenshot: Thomas Ottensmann)

"Es gibt keine Geheimnisse, nur Wahrheiten", sagte Lansky zu Dettmann und ich dachte noch: wie wahr, wie wahr. Heute morgen in aller Herrgottsfrühe meldet mir mein Gesichtsbuch dann aufgeregt: "Sie haben noch keine Wahrheiten an". Hm. Stimmt. Socken, Unterplinte, langes und kurzes T-Shirt, Buchse. Wahrheiten habe ich heute morgen beim Anziehen offensichtlich vergessen. Weiß auch, warum: Sind alle in der Wäsche. Und es gibt eben doch Geheimnisse, lieber Lansky: Woher wusste beispielsweise mein persönliches Sozial-Netzwerk das denn schon? Fühle mich ein bisschen wie Fox Mulder...

Philosophen des Alltags XI

"Wo nichts ist, kann es ja nur besser werden."

(Joachim Kròl, in "Totes Gleis" aus der Reihe Polizeiruf 110, Potsdam 1994)
 
Helden des Alltags: Ben Becker und Otto Sander als Dettmann und Lansky im schon legendären, mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Polizeiruf 110 "Totes Gleis" aus Potsdam, der sich nicht nur durch ein großartiges Drehbuch, sondern auch durch Humor und vor allem durch die Starbesetzung* aus der grauen Masse der deutschen Krimis hervorhob.
 
(Foto gefunden auf und verlinkt mit: images2.cinema.de/)

* Es war im Übrigen quasi eine Familienproduktion: Otto Sander ist Ben Beckers Stiefvater, seine Schwester Meret singt in einem Gastauftritt eine sensationelle Version von Freddie Mercurys "Great Pretender" und deren beider Mutter Monika Hansen als großartige Kneipenwirtin. Und Joachim Kròl? Na, der gehört im Film quasi zur (Dorf-)Familie.

Samstag, 20. März 2010

Sünde

...hier stand mal ein sehr großer, sehr schöner Baum.
Jetzt ist hier Platz für noch ne Garage.

(Handy-Fotto: Thomas Ottensmann)

Was ist eigentlich eine Latte-Macchiato-Mama?

"Moderne Mütter sitzen nicht mehr isoliert zu Hause und hüten ihr quäkendes Bündel. Statt sich dem Hausfrauendasein zu ergeben, leben sie einen neuen Lifestyle. Trendige Mamas verabreden sich zum Shoppen, hängen mit ihren Kindern stundenlang in Szenecafés rum und trinken Modekaffees. Die kleinen werden dabei gerne mit einem Kinderlatte, der nur aus Milchschaum besteht, ruhiggestellt. Gehäuft trifft man diese neue Müttergeneration in den Szenevierteln urbaner Metropolen, in denen Kinder mittlerweile zu einem echten Modeaccessoire und Statussymbol geworden sind."
Aus: Duden, Das neue Wörterbuch der Szenesprachen.

Dagegen

Also ich persönlich bin ja überzeugter Freitagsspielgegner. Habe keine Flutlichtallergie oder so. Und weiß aus eigener Erfahrung, dass solche Spiele durchaus ihren ganz besonderen, eigenen Reiz haben. Aber der Haken an Spielen, die am Freitagabend ausgetragen werden, ist das Wochenende danach. Quasi
fußballlos. Samstag und Sonntag. Nun gut, da spielt dann zwar auch noch die eine oder andere Mannschaft, mit der man hemmungslos sympathisieren kann. Abba so richtig mitfiebern, mitfreuen, mitleiden - das geht eben nur mit der einen, der wahren, der richtigen, mit der echten, großen Liebe. Was also tun? Hm. Shoppen? Hm. Kaffeetrinken? Hm. Rumlungern? Hm. Und draußen? Regnet es in Strömen. Die Natur ist ja so dankbar. Na, toll. Schönes Wochenende noch da draußen.

(Grafik von (c) Uli Stein gefunden auf und verlinkt mit: acbc.de/)

Freitag, 19. März 2010

Philosophen des Alltags X

"Wie sich körperlich viele für krank halten, ohne es zu sein, so halten umgekehrt geistig sich viele für gesund, die es nicht sind."

(Georg Christoph Lichtenberg, Philosoph und Universalgelehrter)

(Foto gefunden auf und verlinkt mit: ls.cabacos.de/)

Donnerstag, 18. März 2010

Alle Fragen offen

Vor dem 27. Spieltag der Fußball-Bundesliga werden die Fragen komischerweise nicht weniger: Wer wird denn jetzt Meister? Schalke oder Leverkusen oder vielleicht doch wieder die Bayern? Zumindest scheinen die Champions-League-Plätze verteilt. Wirklich alle? Wenn es nach dem BVB (4./45 Punkte) geht, dann werden die Karten nach diesem Spieltag noch mal neu gemischt.

Durch zwei souveräne Siege mental gestärkt, will die falsche Borussia am Samstagabend im Topspiel jetzt auch die Leverkusener (3./53) angreifen, die acht Punkte entfernt auf dem dritten Platz stehen. Dürfte ein Brocken sein, an dem sich der BVB verschlucken könnte.

Interessanterweise kreuzen dann am Sonntag auch noch Schalke (2./54) und der HSV (5./43) in Hamburg die Klingen. Die Knappen sahen in Hamburg nie besonders gut aus und für den HSV geht es darum, den Erzrivalen aus Bremen (6./42) auf Distanz zu halten.

Schließlich erwartet Werder zuhause den zuletzt zweimal in Folge arg unter die Räder gekommenen VfL Bochum (14./27). Leichtes Spiel? Bochum fehlt mit Maric, der drei Spiele nach seiner Roten Karte zuschauen muss, ein wesentlicher Stabilisator im defensiven Mittelfeld. Trotzdem: Bochum ist nur noch vier Punkte vom Relegationsplatz entfernt und braucht wieder jeden Punkt.

Apropos: Auch im Freitagsspiel zwischen den alten Rivalen 1.FC Köln (13./27) und Borussia Mönchengladbach (12./30) brauchen beide Teams am besten alle drei Punkte, um die verbotene Zone (noch) weiter hinter sich zu lassen. Gladbach wäre mit einem Sieg wohl fast durch, aber bei der richtigen Borussia weiß wohl niemand so genau, wie man wieder in die Spur zurückfindet. Die letzten drei Spiele waren jedenfalls unterirdisch schlecht. Sollte in Köln verloren werden, ist die Borussia bei der Verlosung um den Relegationsplatz wieder zurück in der Trommel.

Der ausgeruhte FC Bayern wird sich beim Auswärtsspiel in Frankfurt wohl keine Blöße geben und die Tabellenführung verteidigen. Schwieriger wird es da schon für Hannover 96 (16./23). Trotz der zwei Siege in Folge, mit denen sich die Niedersachsen auf den Relegationsplatz geschuftet haben. In Stuttgart hängen die Trauben hoch. Am besten mal das Video vom 0:4 des VfB in Barcelona angucken, dann weiß man wie's geht. Die Frage ist nur, wer soll bei 96 den Messi geben?

Nürnberg (15./24) hofft gegen 1899 auf einen weiteren Dreier, um Bochum und Köln unter Druck zu setzen und sich weiter aus der Gefahrenzone absetzen zu können. Da Hoffenheim derzeit eher lustlos durch die Liga wandelt, kein unmögliches Unterfangen.

Freiburg (17./20), zuhause nicht gerade eine Macht, empfängt Mainz (7./38), auswärts nicht gerade eine Macht. Macht 0:0. Oder?

Zum Abschluss des Spieltags will der amtierende Deutsche Meister zuhause gegen Schlusslicht Hertha BSC wieder einen Dreier, um vielleicht doch noch in den europäischen Wettbewerb vorstoßen zu können, der momentan noch sechs Punkte entfernt ist. Hertha wird froh sein, auswärts antreten zu dürfen und damit weit weg von seinen Hooligans, die hoffentlich in der VW-Arena keinen Zutritt erhalten.

Mittwoch, 17. März 2010

Binse im Niemandsland

Zeitunglesen macht nicht nur Spaß, es bildet auch. Zumal ja mit jedem neuen Tag auch immer neue Erkenntnisse und Informationen in Nachrichtenform in unseren Erlebnishorizont vordringen. Meistens jedenfalls. Ärgerlich, wenn dann manchmal Platitüden oder gar Binsenweisheiten repetiert werden. Wie heute in einer großen westfälischen Regionalzeitung:
"Aus derzeit noch unbekannten Gründen sind in der Nacht zu Dienstag eine 18-jährige Frau und ihr Säugling offenbar gegen ihren Willen in ein Auto gezerrt und nach Bielefeld gebracht worden."

  (Screenshot: Thomas Ottensmann)
Ich habe mal gelernt, dass eine Nachricht immer etwas Neues, Überraschendes enthält. Hier: Keine Spur davon. Wer will schon in eine Stadt, von der bis heute immer wieder behauptet wird, dass es sie gar nicht gibt - außer in der Phantasie. Und wieso sind die Gründe unbekannt? Man kann ja nur "gegen seinen Willen" nach Bielefeld gebracht werden. Tststs.

Endlich!

Wer morgens die Fenster aufreißt - sagen wir mal um halb sechs - der kommt anhand des Spektakels in Bäumen und Büschen nicht umhin, daran zu glauben, dass der Winter langsam doch sein Leben aushaucht. Und das blaue Band endlich wieder durch die schon deutlich lauere Luft flattert. Jetzt fehlt nur noch das hier: 

Am Wochenende sehen wir die Krokusse wieder, wetten?

(Foto: Grace Winter / pixelio.de)

Montag, 15. März 2010

Ausgleichsport II

Auf besonderen Wunsch habe ich für Euch gleich noch die 2. Liga hinterhergetippt. Das Ergebnis ist nicht so überraschend, dafür aber wahr.

Welcome back, Holy Pauli!

(Screenshot der Abschlusstabelle vom 9. Mai 2010: Thomas Ottensmann)

Sonntag, 14. März 2010

Ausgleichsport

So ein Hobby ist was Schönes. Sorgt für Entspannung, Ausgleich zum Alltag und Freude für die Seele. Sagt man. Kann mir dann mal jemand erklären, wie ich auf das schmale Brett kam, mir ausgerechnet Fußball auszusuchen?
Tja, so wird das aussehen am 8.Mai 2010 um 17.22 aussehen*, Ihr Lieben.

(Screenshot des kicker-Tabellenrechners, um die Saison jetzt schon endlich abzuschließen: Thomas Ottensmann)

*Mit einem Klick könnt Ihr Euch die Abschlussbilanz Eures Lieblings-Vereins in Ruhe und in aller gebotenen Größe anschauen. Sollte ich Gefühle, Passion und/oder Fanatismus an dieser Stelle und mit dieser Grafik verletzt haben, tut es mir nicht leid. Tut mir leid. Habe ja selbst auf meine keine Rücksicht genommen.

Samstag, 13. März 2010

Glückauf!

"Bochum, ich komm' aus dir/
Bochum, ich häng`an dir/
oh, Glückauf!"
(Herbert Grönemeyer, "Bochum" aus: 4630 Bochum)

 "Leider total verbaut, aber gerade das macht dich aus":
Das Ruhrstadion, das heute so heißt wie ne Steckdose.


Freitag, 12. März 2010

Efcharisto

Also mir persönlich wird ja eigentlich jeden Tag wieder auf's Neue bewusst, wie wichtig es im Leben ist, Vorbilder zu haben. Menschen, die scheinbar intuitiv wissen, welches Verhalten zu welchem Zeitpunkt die einzig vernünftige Handlung darstellt. Das kann eine bestimmte Reaktion auf den herrschenden Zustand genauso sein wie eine Aktion aus eigenem Antrieb - also irgendwie so mea sponte, wie wir Voll-Akademiker mit großem Asterix-Latinum abends beim Glas Rotwein vor dem Kamin gerne zu sagen pflegen. Und ohne Vorbilder keine Charakterbildung.

Denken wir uns mal die Zwiebeln weg, recht appetitlich: Gyros Pita.
(Foto von pixelio.de: Kunstart.net/)

Zu ganz großen Vorbildern, ja fast schon zu Ikonen der Zeitgeschichte, werden dabei solche Menschen, die aus gleichsam ausweg- wie hoffnungslosen Zwickmühlen höchst kreativ und bedingungslos mutig den Lösungsweg finden - zumeist mit verbundenen Augen und auf den Rücken gefesselten Händen. Zu den modernen Houdinis gehören für mich zur Zeit ohne Zweifel die Griechen. Der Staat ist pleite und verhängt extrem kreative Sparmaßnahmen, die mal wieder die am meisten treffen, die ohnehin am wenigsten haben: Rentner, Arbeitnehmer, Studenten und die sozial Schwachen aus, ja sagen wir wie's ist, dem Prekariat ganz unten. 

Man muss für den Staat, der als Nachfolger der Erfinder von Demokratie, Philosophie und Gyros komplett (auch mit scharfer Soße) sein Bestes gibt, an dieser Stelle einfach mal ne Lanze brechen. Er kann ja auch nix dafür, dass der Plebs deutlich in der Überzahl ist und so einfach mehr zu holen ist. Würde er an der Spitze der Pyramide mit dem Klingelbeutel rumgehen, käme ja kaum was zusammen. Zumal das Festgeld der oberen Zehntausend ohnehin im Ausland zu Höchstsätzen langfristig angelegt ist. Und wenn diese Eckpfeiler der Gesellschaft viele wären, hießen sie ja auch die oberen Zehnmillionen. Also wird das gemeine Volk geknechtet, drangsaliert und geschröpft, wie es im modernen Staatswesen gute Tradition ist.

Schön finde ich in diesem Fall aber, dass der gemeine Südeuropäer sich solcherlei Staatsrepression selten gefallen lässt. Zumindest nicht ohne heftige Gegenwehr. Der Franzose steckt in den Vorstädten traditionell Autos an, der Italiener wirft ab und an schon mal kleine Kirchen auf Präsidenten und der Grieche geht einfach nicht mehr hin. Unsereins denkt: der Staat ist pleite, also muss man arbeiten, bis der Arzt kommt. Der Grieche streikt. 

Aber nicht so wie wir Deutsche, sondern der Grieche streikt richtig. Beamte, Angestellte, Rentner und Arbeitslose gingen auf die Straße, schreiben die Nachrichtenagenturen. Hört sich normal an. Aber in Griechenland streiken Lehrer, Polizisten, Straßenarbeiter, Müllmänner, Bauarbeiter, Banker, Krankenschwestern, Hochschuldozenten, Ärzte und Studenten. Da geht also gerade an einigen Stellen wirklich gar nichts mehr. Es werden Molotow-Cocktails geworfen, Steine geschleudert und laut vernehmlich der Kopf des Präsidenten gefordert. Alle Räder stehen richtig still. Kein Sirtaki, kein Souflaki - Akropolis adieu. So geht Streik heute, würden Werbe-Agenturen texten. Ich sag doch: Ohne Vorbilder keine Charakterbildung.

Donnerstag, 11. März 2010

Hauptsache, Bochum gewinnt!

Zum Auftakt des 26. Spieltags in der Fußball-Bundesliga könnte das passieren, was - außer in der Veltins-Arena und in ein paar Wohnzimmern - eigentlich niemand haben will. Schalke 04 - eine der effektivsten, aber leider auch langweiligsten Mannschaften in der Spitzengruppe der Liga - könnte für zumindest 23 Stunden erstmals seit recht langer Zeit mal wieder Spitzenreiter werden. Die Knappen gelten seit der ersten Niederlage Leverkusens am letzten Spieltag ohnehin als geheimer Geheimfavorit auf den Titel in dieser Saison.


Unten rechts: natürlich Jupp Tenhagen, oben Mitte: Jochen Abel. Unten rechts könnte Wolfram Wuttke sein, der meines Wissens aber nie in Bochum kickte. Oben links Rakete Eggeling, der eigentlich Werner hieß. Und oben rechts den Typen kenne ich auch, abba mein Langzeitgedächtnis streikt an dieser Stelle dummerweise. Und den Afro unten Mitte kenne ich auch, abba hier wird's finster in meinen grauen Windungen. Wer kann helfen?

(Fotto, vermutlich aus den späten 70er oder frühen 80er Jahren, gefunden auf und verlinkt mit: scudettoblog.de/)

Weil Bayern durch die Dreifachbelastung aus Pokal, Champions League und Liga ohnehin nicht auf irgendeinen weiteren Meistertitel, sondern lediglich auf die direkte Quali für die Gelddruck-Liga fixiert und Leverkusen durch die Angst vor dem Leistungsknick längst mitten drin ist, stehen die Chancen für die Teenie-Truppe eines gewissen Felix Magath in dieser Saison günstig wie nie. Das weiß auch der Meistertrainer aus Stuttgart und Wolfsburg, der zwar gewohnt tiefstapelt. Der aber auch weiß, dass der Spielplan seine Mannschaft noch zuhause gegen die Bayern antreten lässt, weshalb die zwei Punkte Abstand nicht das größte Problem sein dürften. Eher die Medien, die längst Morgenluft gewittert haben und Schalke längst auf der (Meister-)Rechnung haben. Muss man auch, ob man das nun gut findet oder nicht.


Ach ja: S04 hat aber am Freitagabend unter Flutlicht übrigens noch einen Gegner. Und der kommt aus Stuttgart und spielt um die direkte Quali für die kleine Gelddruckliga. Und hat schon sieben Punkte Abstand auf Dortmund und den begehrten fünften Rang. Und der VfB ist nicht nur stark und brandgefährlich, sondern durch die Champions-Legaue-Spielplan-Entzerrung auch noch ziemlich ausgeruht. Und mit Jens Lehmann steht zudem einer der legendären Ex-Eurofighter der Blau-Weißen in seiner voraussichtlich letzten Saison zwischen den Stuttgarter Pfosten. Könnte also eine harte Nuss für Schalke werden. Es wird also so laufen wie immer: Cacau trifft in der ersten Hälfte zweimal Pfosten und Latte, Progrebniak versemmelt vier Hochkaräter und Kuranyi macht dann aus dem Nichts in der 88. Minute das unverdiente 1:0. Aus abseitsverdächtiger Position. Schalke ist Spitzenreiter, hat Blut geleckt und weiß dann auch ganz sicher, dass in dieser Saison wirklich alles möglich ist. Auch das Unaussprechliche. Wetten, dass?


Es finden übrigens auch noch andere Spiele statt. Der BVB muss die B1 hochfahren, um nach zwanzig Minuten wieder abrupt abzubremsen. Denn dann ist die Elf von Jürgen Klopp schon am Ruhrstadion in Bochum angekommen. Nachdem Heiko Herrlich nach neun Spielen ohne Niederlage wieder mal den bitteren Geschmack einer zudem noch unnötigen Niederlage (1:4 in Wolfsburg) schmecken musste, wird er seinen VfL gegen den großen Nachbarn BVB mal wieder top einstellen. Was von Erfolg gekrönt sein dürfte. Bochum (14., 27) schlägt Dortmund, um endlich mit dem lästigen Abstiegskampf nichts mehr zu tun haben zu müssen.


Apropos: Hertha (18. Platz, 15 Punkte) will gegen Nürnberg (15., 21) mal wieder seine mal wieder letzte Chance nutzen, um endlich entscheidenden Boden gutzumachen. Freiburg (17., 20), seit letzter Woche auf einen direkten Abstiegsplatz abgerutscht, will das natürlich auch. Dumm nur, dass das Auswärtsspiel am Samstagabend in die Münchner Allianz-Arena führt. Hannover (16., 20) will schließlich den Dreier aus Freiburg vergolden und erwartet Eintracht Frankfurt (8., 35), das trotz der Klatsche gegen Schalke immer noch nach Europa schielt. Mein Vatta hätte gesagt, "Pass bloß auf, dass dir die Augen nicht so stehenbleiben." Große Gefahr für die Hessen!


Apropos: Werder Bremen (6., 39) will am Sonntag in Hoffenheim möglichst dreifach punkten, um sich auch in dieser Saison ohne Umweg wieder direkt für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren zu können. Und der in dieser Saison beste Aufsteiger Mainz 05 (9., 35) hat zwar offiziell keinerlei Ambitionen auf Platz 5, würde aber auch nicht "Nein" sagen, wenn es denn geschieht. Zudem kann die Tuschel-Truppe total befreit aufspielen und will nach den ersten Heimpfiffen vor zwei Wochen diesmal gegen Köln wieder gewinnen. Das kann sich der FC (13., 27) aber so gar nicht erlauben. Schließlich haben sich die anderen Kellerkinder seit letzter Woche entschlossen, einfach mal zu punkten, um sich am eigenen Schopf aus dem tiefsten Sumpf zu ziehen. Sieben Punkte wirken aus der Distanz eigentlich recht beruhigend, sind aber genau genommen auch ganz schnell aufgebraucht. Sind immerhin noch neun Spiele.


Das sollte sich auch Borussia Mönchengladbach ins grün-weiß-schwarze Stammbuch schreiben lassen. Die Fohlen spielen schon seit zwei Wochen mit ihren, zugegeben, 30 Punkten so, als brauchten sie keinen Punkt mehr. Da würde ich mich aber nicht drauf verlassen. Im Heimspiel gegen Wolfsburg muss auf alle Fälle eine andere Einstellung her, als zuletzt in Dortmund, sonst gibt es wieder mächtig auf die Mütze.


Was vergessen? Ach ja: Leverkusen. So schnell geht das, wenn man nur noch Tabellendritter ist. Bayer 04 (3., 50) tritt am Sonntagabend zum Abschluss des Spieltags zuhause gegen den HSV (4., 43) mit Ex-Trainer Bruno Labbadia an. Und der dürfte nichts dagegen haben, in der BayArena zu punkten - am liebsten dreifach, um vielleicht doch noch in die große Gelddruckliga zu gelangen. Und am Rhein geht die Angst vor der Krise um, was zumeist bestes Zeichen dafür ist, dass sie längst begonnen hat. Spannend!

Mittwoch, 10. März 2010

Kindergeburtstag I

...solch' schöne Kuchen hatten wir als Blagen abba nich!

(Handy-Fotto von Titus' 9. Geburtstag: Thomas Ottensmann)

Aussetzer

Tja, jedes Orakel - auch die japanischen - braucht mal ne Auszeit. Bin immer noch ein bisschen geknickt, dass das geneigte Publikum meine Neigung nicht goutierte. Okay, das war gestern ne ganz enge Kiste, weil alle ziemlich gut waren und bei
den drei Mädels machte wohl nur ein Wimpernschlag den Unterschied. Ein schöner dazu. Aber wem ich jetzt was wünschen soll für den Freitag, wenn um 20.15 Uhr in der ARD das Finale von "Unser Star für Oslo" läuft, weiß ich zur Zeit gar nicht. Eigentlich kann die Fahrt nach Norwegen nur schaden. Lena mehr als Jennifer. Denn in diesem Hüpfdohlen-Wettbewerb werden längst keine Weltstars mehr geboren (vgl. Abba). Und die 18-jährige Abiturientin aus Hannover sollte als deutsche Björk Nash auch so ihren Weg gehen. Genauso wie Kerstin aus Osnabrück. Und Christian aus Dingsbums und Leon aus Dietzenbach. Denn ich bin sicher, dass die Songschreiber und Produzenten längst Sturm klingeln, um endlich Platten mit ihnen aufnehmen zu dürfen. Aber ich möchte eigentlich auch nicht noch mal ein geknicktes Mädchen sehen müssen, wenn das große Ziel kurz vor der Linie verfehlt wird. Vielleicht sollte ich mir Freitagabend einfach was anderes vornehmen? Hach.

(Foto gefunden auf und verlinkt mit: unser-star-fuer-oslo.de/)

Dienstag, 9. März 2010

Finaaaale, oho!

Ja, ist ein kleines Mädchen, aber trotzdem ganz groß. Hoffe ja, zugegeben, dass Lena Meyer-Landrut aus Hannover es heute (20.15 Uhr, Pro7) ins Finale schafft. Kleiner Rückblick, inklusive Sprachkurs in Cockney:



...und hier die andere Finalistin, das etwas (nun gut, deutlich) größere Mädchen, Kerstin Freking aus Osnabrück. Woher ich das weiß? Naja, schließlich ist das Leben ein Wunschkonzert. Und Ito ein japanisches Orakel:

Montag, 8. März 2010

Bloß nicht Schalke

Nach dem 25. Spieltag in der Fußball-Bundesliga sagt ein Blick auf die Tabelle alles: Bayern vorn, Schalke zwei Punkte dahinter und Leverkusen trotz der ersten Niederlage immer noch in Schlagdistanz auf Platz 3. Lassen wir einfach mal den HSV und Dortmund außer Acht, die mit zehn und elf Punkten Abstand folgen, dann haben wir schon mal die Champions-League-Teilnehmer für die kommende Saison fix. In der Bundesliga ist aber noch lange keine Vorentscheidung gefallen, egal, was andere sagen. Die Bayern müssen schließlich noch zum Zweiten nach Schalke und nach Leverkusen, zum aktuell (nur noch) Dritten.

Falls die Bayern beide Spiele nicht verlieren, dürfte der Rekordmeister mal wieder den Briefkopf ändern müssen. Eine hohe Geldsumme würde ich darauf aber nicht wetten. Aber so dringend will ich die Bayern nun doch nicht verhindern, dass ich mich auf Schalke mit Schale einlassen könnte. Trotz Magath. Das war unter Stevens und Assauer was Anderes. Aber das ist ja auch lange her.

Ja sicher: Bayern patzt mit halber Kraft und ohne Robery-Flügelzange beim 1:1 in Köln und alle rechneten dann mit einem Sieg Leverkusens am Sonntag und der Wiederherstellung der alten Machtverhältnisse und dann das: Nach einer Stunde steht es 3:0 für Nürnberg und am Ende stand ein 2:3 beim Abstiegskandidaten und damit die erste Schlappe im 25. Saisonspiel. Das musste ja mal so kommen, dass dies aber ausgerechnet auf der Zielgeraden passiert, ist natürlich bitter. Aber für Bayer-Verhältnisse auch nicht direkt ungewöhnlich.

Ganz normal, dass im letzten Saisondrittel alle Klubs, die noch irgendein Ziel unbedingt erreichen wollen, nochmal so richtig aufdrehen. Schön ist, dass wir in der Abstiegsfrage nun noch weniger wissen, wer denn letztendlich in die 2. Liga durchgereicht werden wird. Hannover gewinnt in Freiburg und Nürnberg schlägt Leverkusen. Und selbst Hertha ist nach dem 0:1 in Hamburg noch nicht abgeschlagen. Fünf Punkte bis zum Relegationsplatz und sechs Punkte bis zum 15. Rang, der jetzt seit ewigen Zeiten erstmals wieder von Nürnberg belegt wird, sind nicht die Welt.

Im Mittelfeld scheinen einige Fragen geklärt, aber längst nicht alle: Stuttgart, Frankfurt, Mainz und Wolfsburg sind nach unten zwar aller Sorgen ledig, dürften aber bei sieben respektive acht Punkten Rückstand auf den BVB auch nicht mehr an die europäischen Fleischtöpfe gelangen können. Hoffenheim lässt die Saison unmotiviert vorbeiziehen und müsste bei zwölf Punkten Abstand auf den Relegationsplatz auch durch sein. Aber durch die Dreier von Nürnberg und Hannover stehen auf einmal auch wieder Bochum (1:4 in Wolfsburg, erste Niederlage nach acht Spielen) und Köln mit jeweils sieben Punkten Vorsprung wieder im Fokus. Sicher ist nur, was Bochums Keeper Heerwagen nach der unnötigen Niederlage in Wolfsburg sagte: "Mit der Punktzahl steigen wir ab. Deswegen müssen wir wieder was tun."

Das sollte sich auch die Gladbacher Borussia ins Stammbuch schreiben lassen. Zehn Punkte Vorsprung wirken viel, aber mit einer solch indiskutablen Leistung wie in Dortmund wird es jetzt wieder in jedem Spiel eng. Und auf die Relegation kann nun niemand scharf sein.

Sonntag, 7. März 2010

Philosophen des Alltags IX

"Ich sehe, dass Du denkst/
Ich denke, dass Du fühlst/
Ich fühle, dass Du willst/
Aber ich hör Dich nicht, ich/
hab mir ein Wörterbuch geliehen/
Dir A bis Z ins Ohr geschrien/
Ich stapel tausend wirre Worte auf/
die Dich am Ärmel ziehen."
(Judith Holofernes in: "Nur ein Wort" aus dem Album "Von hier an blind" von Wir sind Helden, 2005)
(Foto von Judith Holofernes gefunden auf, digital gespiegelt und verlinkt mit: upload.wikimedia.org/)

Samstag, 6. März 2010

Ich möchte nicht auf Fußball angesprochen werden


...jaja, auch ein ganz schönes Stadion, zugegeben. Abba reicht das eigentlich, nur ein schönes Stadion mit - zugegeben - sehr lauten Fans zu haben, das dann auch noch so heißt, wie 'ne Versicherung im Grünen?

(Handy-Fotto, aufgenommen unmittelbar VOR dem Anstoß Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach am 6.3.2010 im Dortmunder Signal-Iduna-Park: Thomas Ottensmann)

Tipp den Kick!

1. FC Köln -  Bayern München 1:0
Werder Bremen -  VfB Stuttgart 2:3  
Hamburger SV - Hertha BSC 0:2
Eintracht Frankfurt -  FC Schalke 04 2:1          
SC Freiburg  - Hannover 96 0:1
VfL Wolfsburg - VfL Bochum 1:1   
Borussia Dortmund - Borussia M'gladbach 2:2    
1. FC Nürnberg - Bayer Leverkusen 1:1
1899 Hoffenheim - 1. FSV Mainz 05 4:1

Freitag, 5. März 2010

Fühlung

Wurde letztens von einem Kollegen auf 36 geschätzt. Feine Sache. Als ich ihm mein wahres Alter verriet, meinte er, dass er erst 38 sagen wollte, aber sich nicht getraut habe, um mich nicht zu beleidigen. Also, auch mit 38 wäre ich durchaus zufrieden gewesen, zumal zwei andere 38-jährige Kollegen anwesend waren und ich mich fragte, ob der scheinbar durchaus ernst gemeinte Tipp nun ein Kompliment für mich oder eine Beleidigung für die anderen war. Egal. Kommt ja ohnehin drauf an, wie man sich fühlt. Sagt man jedenfalls. Wie fühle ich mich also? Naja, heute geht's. Heute Abend sicher auch, denn Musik hält jung. Und morgen bestimmt auch, wenn meine Jungs in Dortmund gewinnen. Habe meinen Kumpel, den BVB-Sympathisanten, gefragt, ob wir eigentlich farbentragend ins Westfalenstadion gehen, das ja heutzutage eigentlich wie ne Versicherung heißt. Er sagte, dass sein Sohn auf jeden Fall in gelb-schwarz ginge - und sich bestimmt freuen würde, wenn ich auch ein Trikot anzöge. Er habe schon gesagt, dass ich bestimmt ein ganz altes Gladbach-Trikot hätte. Was sogar stimmt, Lenny! Mehrere sogar. Auch noch mein erstes Erdgas-Trikot, was ich in seinem Alter - also mit 10 - trug, als ich in Pastors Garten noch auf Obstbäume spielte. Passt leider nicht mehr so ganz. Könnte es morgen eventuell als Hals- oder Taschentuch verwenden. Aber "ein ganz altes Trikot" - was will mir das denn jetzt sagen? Hm, fühle mich gerade doch ein paar Tage älter als 36.

(Foto gefunden auf und verlinkt mit: captain-trikot.de/)

Donnerstag, 4. März 2010

Von Jägern, Gejagten und Lauerern

Der 25. Spieltag der Fußball-Bundesliga kommt wegen der Länderspielwoche ohne Freitagspiel daher. Gut so. Zur regulären Bundesliga-Anstoßzeit legen die Bayern am Samstag um 15.30 Uhr gegen den 1.FC Köln vor. Es gab ja vermeintliche Experten, die nach dem Wechsel an der Tabellenspitze tatsächlich von einem psychologischen Vorteil für Bayer 04 Leverkusen sprachen, weil man jetzt vom Gejagten zum Jäger geworden sei und in Ruhe darauf warten könne, dass die Bayern sich einen Ausrutscher erlauben.

Was für eine Logik, Jörg Wontorra! Da können die Youngster der Werkself vermutlich lange warten. Schätzungsweise bis zum 10. April. Dann kommen die Bayern an den Rhein. Gut möglich, dass Leverkusen die Bayern dann schon schlagen muss, um überhaupt noch mal in den Titelkampf eingreifen zu können. Zunächst müssen die Nachleger aber am Sonntag um 15.30 Uhr in Nürnberg bestehen. Ach ja: Leverkusen ist bislang immer noch ungeschlagen. Aber das weiß ja ohnehin jeder. Wie auch, dass Bayern in Köln wohl gewinnen und Leverkusen in Nürnberg nicht verlieren dürfte.

Für Werder Bremen (6. Platz/38 Pkt.) geht es gegen den VfB Stuttgart (8./34) darum, den Kontakt zu den internationalen Plätzen weiter zu verkürzen. Doch auch Stuttgart schielt noch auf die Plätze 4 und 5, damit im nächsten Jahr auch wieder Geld aus den UEFA-Töpfen an den Neckar fließt. Spannende Kiste!

Der HSV (4./40) spielt zuhause gegen Hertha BSC (18./15) und das, was auf dem Papier so einfach aussieht, könnte kniffliger werden, als dem HSV lieb ist. Denn die Berliner liegen in Schlagdistanz auf den Relegationsplatz. Mit einem Dreier könnten die Aufholjäger seit gefühlten vier Jahren mal wieder die Rote Laterne loswerden. Weil Nürnberg (16./18.) erst am Sonntag - daheim gegen Leverkusen - spielt.

Für Hannover 96 (17./17) geht es am Samstag bei der Fahrt nach Freiburg (15./20) darum, den Aufwärtstrend des letzten Spieltags zu bestätigen (unglückliches 0:1 gegen Wolfsburg) und den Abwärtstrend der letzten Monate endlich zu stoppen. Mit einem Sieg könnten die Niedersachsen sogar den begehrten Nicht-Abstiegsplatz erreichen. Freiburg (zuletzt mit einem überraschenden Punkt aus Gladbach an die Dreisam zurückgekehrt) dürfte aber ebenfalls bestrebt sein, mit einem Dreier gegen einen direkten Konkurrenten einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt zu gehen.

Schalke spielt der starre Blick der Öffentlichkeit auf das Duell zwischen Bayer und Bayern offenbar in die Karten. Zwei Punkte auf Leverkusen und vier Punkte auf die Bayern, die am 29. Spieltag noch in der Veltins-Arena antreten müssen. Nachdem die Blau-Weißen am 28. Spieltag in Leverkusen angetreten sind. Der Tabellendritte (3./48) ist jedenfalls in einer komfortablen Position und will die mit einem Dreier in Frankfurt (7./35) halten.

Der VfL Wolfsburg (11./31) wittert Morgenluft und will im Heimspiel gegen Bochum (13./27) mit einem weiteren Dreier ausloten, ob vielleicht doch noch was nach oben geht. Bochum will auch zum achten Mal in Folge ungeschlagen bleiben, was der Herrlich-Elf sogar zuzutrauen ist.

Am Samstagabend kommt es im ehemaligen Westfalenstadion zu Dortmund zum Duell zwischen dem BVB und Borussia Mönchengladbach. Das Hinspiel gewann Dortmund (5./39) glücklich mit 1:0, Gladbach (12./30) hätte nichts gegen die Umkehrung des Ganzen. Das wäre dann ein perfektes Wochenende.

Zum Abschluss des Spieltags erwartet Hoffenheim (9./32) den FSV Mainz 05 (10./32). Auch hier geht es eigentlich für beide um die letzte Chance, mit einem Dreier doch noch mal nach oben schauen zu dürfen. Obwohl es genau genommen, um nichts mehr geht.

Dienstag, 2. März 2010

Philosophen des Alltags VIII


"Jeder Fehler erscheint unglaublich dumm, wenn andre ihn begehen."
(Georg Christoph Lichtenberg, Philosoph und Universalgelehrter, 1742-1799)
(Grafik der Sondermarke der Deutschen Post von 1992
gefunden auf und verlinkt mit:
upload.wikimedia.org/)

Montag, 1. März 2010

Skriptiv-Diarrhoe

Jungejunge, meine Schläfenlappen! Sind mal widder sowas von übermotiviert. Und nicht erst seit gestern. Bestimmt schon seit zwei Wochen. Total aktiv. Tag und Nacht. Will ja nicht hoffen, dass da eine Düsterzeit aufzieht. Liegt wohl eher am Thema. Wusste übrigens bislang noch nicht, dass eine Schreibblockade symptomatisch durchaus verstärkten Schreibdrang auslösen kann. Quasi eine akute Skriptiv-Diarrhoe. Quod erat demonstrandum. Wäre trotzdem schon schön, wenn da jetzt so langsam auch mal was zum Thema dabei wäre. Skoda ginge. Oder VW. Oder Volvo. Oder Mini. Und Porsche! Sind doch alles schöne Autos. So wie Saab. Ich versteh's nicht. Oder kann mir vielleicht doch mal jemand die Schläfenlappen massieren?

(Grafikvorlage gefunden auf und verlinkt mit:
aktionaersdatenbank.homepage.t-online.de/,
Grafikanpassung: Thomas Ottensmann)

Die Rückkehr des Normalen

Am 24. Spieltag reichte dem TSV Bayer 04 Leverkusen ein schales 0:0, um endlich den Start-Rekord in der Fußball-Bundesliga einstellen zu können. Elfmal nicht verloren und 13 Mal gewonnen – mit dieser makellosen Bilanz liegt die Werkself gut im Schnitt. Nur Meister werden die Remiskönige mit den in der Rückrunde gezeigten Leistungen leider nicht. Schade vor allem, weil man in den letzten Wochen nicht immer das Gefühl hatte, dass der einstige Dauer-Spitzenreiter unbedingt gewinnen will. 

Eher war es oft so – in Bochum beispielsweise – dass es schon reichte, nicht zu verlieren. Ganz anders die Bayern. Macht- und druckvoll haben sie sich - gestern freilich nur mit einem mageren 1:0 gegen den HSV - an die Spitze gesiegt und dürften auch im Schlussspurt (mal wieder) den längeren Atem haben. Irgendwie doof.

Im Revierderby konnte sich Schalke knapp mit 2:1 gegen den BVB durchsetzen. Hätte genauso gut auch andersrum ausgehen können. Doch Dortmund war eigentlich nicht nur ohne Lucas Barios, sondern genau genommen gänzlich ohne torgefährliche Stürmer angetreten. Valdez und Zidan sind eben keine Knipser – und Mittelfeldtore schießt in Dortmund aus dem laufenden Spiel eigentlich auch kaum jemand. Wenn dann auch mal keine Abwehrspieler treffen, reicht eben auch eine – wie immer – durchschnittliche Leistung der Magath-Elf, um Schalke den nächsten Dreier zu bescheren. Komisch nur, dass das Siegtor schon in der 83. Minute fiel.

Gladbach kam gegen Kellerkind Freiburg trotz drückender Überlegenheit im Borussia-Park nicht über ein enttäuschendes 1:1 hinaus. Beste Chancen wurden leichtfertig vergeben und hinten stand man alles andere als sattelfest. Der Druck scheint raus zu sein, die Borussia hat 30 Punkte und ist nahezu aller Sorgen ledig.

Werder Bremen und der VfB Stuttgart haben den Kampf um die internationalen Startplätze definitiv noch lange nicht aufgegeben: Werder gewann bei den heimstarken Mainzern mit 2:1, Stuttgart siegte mit demselben Ergebnis zuhause gegen starke Frankfurter. Durch die gleichzeitigen Schlappen des HSV und Dortmund ist der Kampf um die Plätze für die Europa League wieder offen. Auch Eintracht Frankfurt hofft trotz der unglücklichen Niederlage in Stuttgart nicht zu Unrecht weiter auf Platz 5.

Bochum bleibt auch im siebten Spiel in Folge ungeschlagen und sollte in dieser Form mit dem Abstiegskampf auch nichts mehr am Hut haben. Trotzdem war das 0:0 gegen Nürnberg fast schon enttäuschend. Hertha erlitt bei der 0:2-Heimniederlage gegen 1899 Hoffenheim einen herben Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt, obwohl Nürnberg und Hannover nur einen Dreier entfernt liegen. Der erste Nicht-Abstiegsplatz (Freiburg) ist jetzt allerdings schon fünf Punkte weg.

Hannover 96 kriegt die Kurve einfach nicht: Gegen den Deutschen Meister aus Wolfsburg lieferten die Niedersachsen zwar eine ihrer besten Saisonleistungen ab, blieben aber wieder torlos. Dann reicht den Gästen eben mal ein Tor, um alle Punkte zu entführen. 96 rutschte jetzt sogar auf den vorletzten Rang ab und musste den Relegationsplatz dem Club überlassen. Wolfsburg ist eindeutig auf dem aufsteigenden Ast. Ob es aber noch für den internationalen Wettbewerb reicht, darf bezweifelt werden. Da müssten dann alle anderen auch schon kräftig mithelfen.

("Kleines Arschloch in Götterspeise".
Handy-Fotto
von 2005: Thomas Ottensmann) 

 
(Grafik Restprogramm gefunden auf ud verlinkt mit: mediadb.kicker.de/)