Donnerstag, 31. März 2011

Sicher wie die Bank von England

Vor dem 28. Spieltag der Fußball-Bundesliga reibt sich der Fachmann verwundert die Augen und der Laie wundert sich: Keine Trainerentlassung in der Länderspielpause. Die Bundesliga steht zu ihren glorreichen Sieben. Das sind bekanntlich die Trainer, die auch schon am ersten Spieltag auf derselben Bank saßen wie heute. Ob das auch für morgen gilt, ist aber eher ungewiss. Neulich im Netz ist bekanntlich so etwas wie der Fußball-TÜV von und für Kenner. Deswegen haben wir heute exklusiv die Sicherheit der Trainerbänke getestet.

Auf dem Kiez geht ein Gespenst um. Beim FC St. Pauli bangen die Freibeuter der Liga lustigerweise nicht um den Klassenerhalt oder Gerald Asamoah, der dann wieder nach Schalke ins Exil müsste, sondern um den Trainer. "Stani muss bleiben!" heißt der Appell der Piratenfans, die Holger Stanislawski auch in die 2. Liga folgen würden. Sicher richtig, dass nicht jeder Trainer neben Totenkopfflaggen und der Limo "Kalte Muschi" gut rüberkommen würde, sagen wir mal Friedhelm Funkel.

Aber sicher richtig ist auch, dass die Stollenschuhträger vom Millerntor ganz andere Sorgen haben müssten: Denn wo sollen die Punkte eigentlich herkommen, um den derzeitigen Relegationsrang halten zu können? Gute Frage. Vielleicht einfach mal am Freitagabend unter Flutlicht gegen Schalke gewinnen? Asa macht drei Tore und sorgt für eine bessere Zukunft in der schönsten Stadt Deutschlands. St. Pauli - Schalke 04 3:1. Stanis Trainerbank ist übrigens sicher wie Fort Knox. Wenn Stanis Berater denn will, dass Stani bleiben will. Ach ja: Ralf Rangnick wirkt bei seinem Comeback auf der Schalker Bank übrigens ähnlich ratlos wie zuletzt bei einigen Auftritten der TSG Hoffenheim. Von einer Diva zur nächsten, tja, auch nicht beneidenswert. 

Nein, die Siebziger Jahre waren nicht schön. Gut: Haare, Musik und der Fußball wuchsen schnell und imposant. Aber wer meint, es sei alles toll gewesen, sollte mal einen Blick auf die Mode werfen. So. Das wäre auch endlich mal geklärt. Schön finden aber nichtsdestoweniger die Fans der Fohlenelf diese 40 Jahre zurückliegende Steinzeit. Gladbach holte acht Titel zwischen 1970 und 1980, kam danach aber nie wieder so richtig auf die lahmen Beine. Der dritte Abstieg aus der Bundesliga in diesem Jahr ist mal wieder die Quittung für unprofessionelles Personal in Führungspositionen, die sich immer noch im Glanz von fünf Meisterschaften sonnen, bei denen sie gar nicht dabei waren. Rainer Bonhof mal ausgenommen. Ach ja: Glückwunsch nachträglich. Zum vorgestrigen Geburtstag. Wo war ich stehengeblieben?

Ach so: Gladbach spielt am Samstag um 15.30 Uhr beim FC Bayern München. In den Siebzigern war das ein spannendes Duell der beiden besten und erfolgreichsten deutschen Mannschaften. Heute ist es das Duell reiche Spitzenmannschaft gegen reiches Kellerkind. Eigentlich kann man in München momentan prima gewinnen. Nur die Borussia in ihrer derzeitig bedauernswerten Form nicht. Bayern - Gladbach 4:1. Bayerns Bank ist sicher. Für Jupp Heynckes. Aber das war ja praktisch immer so. Gladbachs Bank ist sicher. Für Lucien Favre. Aber auch nur, weil sich Gladbach keinen dritten Trainer auf der Payroll leisten kann.

Werder Bremen hat die sicherste Bank Deutschlands. Nicht diese komischen Werbeträger auf dem grün-weiß-orangen Leibchen, sondern tatsächlich die Trainerbank. Otto Rehhagel, Thomas Schaaf, die dazwischen zählen wir einfach mal nicht. Jeder kann sich mal in Holland vertun. Am Samstag reist der VfB Stuttgart an, der ja auch schon ein paar Mal Meister war und eigentlich immer im Europa-Reigen um die große Kohle mitschürfte. Bremen gegen Stuttgart ist heute aber das Duell Angst gegen Muffe. Werder hat vier Punkte Abstand auf den beliebten K.O.-Platz 16, der VfB Stuttgart einen Einzigen. Könnte unterhaltsam werden. Oder grottig. Werder - VfB 0:0 oder 4:3. Bremens Bank ist sicher - solange Thomas Schaaf Lust darauf hat. Stuttgarts Bank ist so sicher wie die West-LB. Aber den vierten Trainer wollen sich auch die einst so sparsamen Schwaben nicht leisten. Jobgarantie, Bruno!

Deutscher Meister wird nur der BVB. Aufmerksame TdK-Leser wissen das ja schon seit geraumer Zeit, genau genommen seit dem 8. Spieltag, als wir den Geheimplan von Jürgen Klopp exklusiv aufdeckten. Jetzt kommt Hannover 96, das ja in der letzten Saison 1 nach Robert Enke schon so gut wie abgestiegen schien, ehe am letzten Spieltag mit einem klaren Sieg in Bochum der Klassenerhalt gelang. Jetzt will 96 in die Champions League und man ist drauf und dran zu fragen: Geht's eigentlich noch an der Leine? Ja, scheint so. Zwei Punkte vor den Bayern sind allerdings ein zu vernachlässigender Faktor. Zumal 22 Tore weniger zu Buche stehen. Also muss 96 wohl die letzten sieben Spiele gewinnen, dann können die Bayern so viele Tore schießen, wie sie wollen. Geht nicht? Wieso? Mainz hat doch auch die ersten sieben Spiele in Folge gewonnen. Kann sich nur keiner mehr so richtig dran erinnern. BVB - 96 1:2. Kloppos Bank ist sicher und Champions-League-tauglich. Slomkas Bank ist sicher, bis Martin Kind Ohrenschmerzen bekommt. Von den Pfiffen der Fans. Oder Jörg Schmadtke Augenflimmern. Von den Klatschen in der großen Gelddruckliga. Also bis zum ersten Saisondrittel 2011/2012.

Hatte ich eben mal Mainz gesagt? Mein ich doch. Apropos: Die 05er brechen sich im letzten Saisondrittel öfter mal den Finger, öfter mal in der eigenen Nase. Konstanz sieht anders aus. Und liegt ja bekanntlich am Bodensee. Jedenfalls spielt Mainz als Tabellenfünfter mit nur zwei Zählern Vorsprung auf die Emporkömmlinge aus Nürnberg am Samstag um 15.30 Uhr zu Hause am Bruchweg gegen den SC Freiburg, der seinen Trainer an eine Chemiefabrik verkauft hat. Der SC wollte eigentlich auch einfach mal die Gunst der Stunden nutzen und im nächsten Jahr seit langer Zeit mal wieder UEFA-Cup spielen, der ja schon länger wie eine Kontinental-Liga heißt. Sieben Punkte Abstand hat der SC auf die Gastgeber. Wenn Robin Dutt aber noch mal Ernst machen will, dann muss Freiburg schon bei den Rheinhessen gewinnen. Sonst sind die restlichen Spiele der Schwarzwälder nur noch Testläufe. Mainz - Freiburg 0:1. Die Mainzer Trainerbank ist sicher, da sei Tuchel vor. Und der Freiburger Strandkorb scheint auch perspektivisch gut besetzt, da macht sich der Fan keinerlei Sorg.

Beim 1. FC Kaiserslautern herrscht seit dem wichtigen 1:0 in Gladbach Optimismus vor. Definitiv unbegründet. Denn wer die unterirdische Leistung der Pfälzer im Borussia-Park miterleben musste, weiß, dass dieser Kader mit Ach und Krach mittleres Zweitliganiveau hat. Aber am Samstag um 15.30 Uhr kommt ja Bayer 04 Leverkusen als Aufbaugegner. Die Werkself hat soeben ihren Trainer an den reichsten Klub der Liga verloren und dafür den Rheinländer aus dem Breisgau für ein paar Dollar mehr zurück in die Heimat geholt. Wird keinen Einfluss auf das Spiel haben. Heynckes wird die letzten Spiele einen guten Job machen und für die Bayer-Werke den Champions-League-Platz einfahren. Fünf Punkte  und 21 Tore Vorsprung sollten reichen. Zumal am Samstag drei Punkte dazukommen. Lautern - Leverkusen 0:4. Lauterns Bank ist so sicher wie Schwarz-Gelbe Mehrheit im Bundestag. Nach der Saison wird es ein kurzer Prozess, Marco. Leverkusens Bank ist sicher, soviel ist sicher. Zumindest, bis ein besseres Angebot eines richtigen Fußballvereins kommt. 

Das Topspiel am Samstagabend heißt ja nur so, damit Sky kaschieren kann, dass es nicht um interessante Spiele, sondern lediglich um ein weiteres exklusives Live-Spiel für den  Bezahlsender geht. In der Sky-Redaktion wurde diesmal wieder gewürfelt. Raus kam der Kick 7 gegen 9: 1899 gegen HSV. Hammer. Michael Oenning versucht aber, durch Leistung zu zeigen, dass er gerne in der Stadt, in der er seit längerem mit seiner Familie lebt, bleiben möchte. Das 6:2 gegen Köln hat das nach dem 0:6 in München deutlich gezeigt. Aber wenn's mal so einfach wäre. Durch Leistung überzeugen! Könnte ja jeder kommen. Passt zum HSV. Will aber nicht jeder kommen. Egal. 1899 wie immer: Alles eine Frage des Wetters und des Biorhythmus'. TSG - HSV 1:3. Marco Pezzaiuolis (ja, der schreibt sich wirklich so!) Trainerbank ist sicher. Wer will schon in den Kraichgau? Eben. Michael Oennings Trainerbank steht beim Hamburger SV. Ist also so sicher wie die Rente.

Am Sonntag spielt der 1 FC Köln daheim gegen den 1.FC Nürnberg. Der Club hat die Hatz auf den Europa-League-Platz 5 noch nicht aufgegeben. Warum auch? Zwei Punkte auf Mainz, das bekanntlich am Samstag zu Hause mal wieder vergeigt. Dumm nur, dass die Clubberer diese Chance nicht nutzen können. Spielen ja in Köln - und der FC gewinnt in letzte Zeit zu Hause ganz gerne mal. Sonst könnte er die Klasse ja nicht halten, als die mit Abstand schlechteste Auswärtsmannschaft. Kölle - Nürnberg 2:1. Markus Schaefers Trainerbank ist so sicher wie eine Bank in Köln eben ist. Aber er hat Glück: Hennes Weisweiler und Rinus Michels sind tot und Christoph Daum hat in Frankfurt unterschrieben. Könnte für die Hinrunde 2001/2012 reichen. Nürnbergs Trainerbank ist sicher. Zumindest so lange, bis Michael A. Roth zwei Teppiche zu wenig verkauft. Oder drei Fans nach der Heimniederlage gegen den VfL Bochum "Hecking raus!" rufen. Also bis Weihnachten.

Der 28. Spieltag wird mit der lustigsten Begegnung perfekt abgerundet. Felix Magath gegen Christoph Daum. Schalke gegen Köln. Ähem, Wolfsburg gegen Frankfurt. So. Grafite hat noch acht Tore offen, die sein Lieblingstrainer kürzlich von ihm bis Saisonschluss einforderte. Frankfurt ist keine Eintracht, war keine Eintracht und wird auch keine Eintracht mehr. Zumindest nicht in dieser grottig laufenden Spielzeit. Die Mannschaft wollte angeblich Skibbe behalten. Das konnte man auf dem Platz aber nicht sehen. Die Mannschaft wollte nicht Christoph Daum. Wurde aber nicht gefragt. Kann man aber sehen: VfL - Eintracht 2:0. Magaths Bank ist sicher, weil VW erst in der nächsten Saison wieder Abfindungen für leitende Angestellte abschreiben kann. Daums Bank ist so sicher wie die Laufzeit des Vertrages lang: acht Wochen.

Samstag, 26. März 2011

Tief im Norden

Bochum - In der Nacht auf Sonntag fehlt wieder eine Stunde. Durch die Umstellung auf Sommerzeit geklaut. Weg. Futsch. Aber was passiert eigentlich in 60 Minuten? Im Rahmen der
Harte Jungs, weicher Kern:
Plakat des VfL Bochum für
das Spiel gegen Energie Cottbus.
(Foto: Thomas Ottensmann)
Reportagereihe "Eine Stunde" hat sich Thomas Ottensmann in die Katakomben des Bochumer Stadions begeben und erlebte dort im Spielertunnel die letzte Stunde vor dem Anpfiff des Spiels VfL Bochum gegen Energie Cottbus. Es ging um den Aufstieg, doch für den Reporter kam zunächst der Abstieg: zehn Meter unter der Nordtribüne harrte er der Dinge, die da kommen mögen.

18.15 Uhr. Früher schlossen um diese Zeit schon bald die Geschäfte. In der Bochumer Innenstadt, wo die Geschäfte schon lange bis 20 Uhr geöffnet sind, herrscht bei allerschönstem Frühlingswetter noch reges Flanieren. Die Menschen zieht es aus den Büros und Geschäftsstellen nach draußen. Zu Bundesligazeiten dominierte an Heimspieltagen zwei Stunden vor dem Anpfiff längst die Farbe Blau-Weiß. Pünktlich zum Frühlingsanfang zwar allüberall blaue Bänder, die munter durch laue Lüfte flattern, aber blau-weiße Schals und Trikots? Fehlanzeige.

Auf dem Fußweg zum ehemaligen Ruhrstadion, das längst wie ein Energiekonzern heißt, Jogger zuhauf, stromernde Hunde, Menschen auf Parkbänken, die die späte Sonne genießen. Flaggezeigende Fußballfans? Von wegen. Derweil geht die Sonne hinter den mächtigen Betonbalkonen des Stadions an der Castroper Straße unter. Es geht auf 18.45 Uhr zu, die letzten 90 Minuten vor den entscheidenden 90 Minuten im Zweitliga-Spitzenspiel des VfL Bochum gegen Energie Cottbus. Die zu Recht legendäre Bochumer Currywurst in den vielen Buden rund um das Stadion liegt noch roh auf dem Rost. Doch Weißwurst braucht hier kein Mensch.


90 Minuten vor dem Spiel: Fast menschenleeres Stadion.

90 Minuten vor dem Spiel: Fast menschenleeres Stadion.
(Foto: Thomas Ottensmann)


18.48 Uhr Endlich Menschen in Trikots, ein Bastürk mit der 10 - er hat bestimmt 120 Kilo und ein Holtby mit der 18 - mit rasiertem Schädel und Vollbart - überholen mich. Aufgeregte Blagen in quietschgrünen und rosa Auswärts-Ausweichtrikots toben herum - ästhetisch zweifelhaft mit diesem blauweißem Vereinswappen - aber egal, Hauptsache gefühlsecht. Pfandsammler warten mit monströsen Tüten am Stammplatz mit ihren sauber eingeparkten Einkaufswagen darauf, dass endlich ausgetrunken wird. Dazu müsste aber erst mal angetrunken werden.

Die ersten S-Bahnen spucken jetzt langsam Waggon für Waggon die VfL-Fans aus. Am „Treffpunkt Litti“, der so unverrückbar im Betoncarrée zementierten Litfaßsäule am Zugang zur Ostkurve, wo die unentwegten VfL-Fans stehen, wird gefachsimpelt, getrunken und gefeiert. In Bochum gibt es Currywurst, sie heißt "Die Echte". Darauf sind die Menschen hier stolz, genauso wie auf ihr Bier, das seit dem 19. Jahrhundert in Bochum gebraut und das wohl auch nur hier so richtig gerne getrunken wird. So gerne, das man es mit seinem Vornamen anspricht: Ein Moritz.

19 Uhr Das Treffen mit Christian Schönhals, dem Pressesprecher des VfL Bochum, steht auf dem Plan. Eingang Medienzentrum war verabredet. Doch Christian Schönhals kommt nicht. Dafür kommt Peter Neururer, der Ex-Coach des VfL, der hier immer noch so beliebt ist wie einst im Mai. Als er den Neururer-Shuffle mit den Fans tanzte und mit der grauen Maus der Bundesliga einfach mal schnell in den Uefa-Cup flitzte.

„Peter, ein Foto?“, ruft ihm ein Teenager im blau-weißen VfL-Trikot zu. Der seit geraumer Zeit beschäftigungslose Trainer unterbricht sein wichtiges Fachgespräch - ging wohl um die Nachteile der flachen Raute (4-1-4-1) und die Umstellung auf den Tannenbaum (4-2-3-1) - sagt „Ja sicha!“ geht hin und lässt sich mit dem Handy anblitzen. Sein Lächeln wirft ein Echo.

19.07 Uhr Peter Neururers Frisur sitzt. Christian Schönhals kommt nicht. Anruf auf der Pressestelle, „mir läuft hier die Zeit weg“.

19.15 Uhr Der Countdown läuft, die letzten 60 Minuten vor dem Anpfiff des Spiels beginnen für mich vor den geschlossenen Toren des Medienzentrums Morizz. Oben wird Fiege getrunken, das ist das Bier, das es nur in Bochum gibt. Dann, pünktlich wie ein Maurer, ist Christian Schönhals plötzlich doch da. Hat sich aus dem Dunstkreis des Fan-Gewusels zwischen Polizeistation, Fan-Shop und VfL-Kneipe irgendwie neben mir materialisiert, ohne dass ich es bemerkt hätte. „Hallo. Westfälische Nachrichten?“. Ich antworte „Ja.“ Obwohl ich seinerzeit auf einen anderen Namen getauft wurde.

Dann mal los. Treppe runter, Treppe runter, einmal scharf rechts und wir stehen in einem weiß getünchten Gang. Hier liegen die Leitungen über Putz, wie in jedem handelsüblichen Keller. Mit dem Unterschied, dass ein handelsüblicher Unterbau in einem Einfamilienhaus in der Regel nicht über eine Mixed Zone verfügt, in der Journalisten von Print und Hörfunk nach dem Spiel ihre Interviews mit Trainern und Spielern führen können. Fensterlos, tief im Norden des Stadions, zehn Meter unter der Pressetribüne.



In fensterlosen Räumen das Fenster zur Welt: Der Fernseher in der sogenannten Mixed Zone.

In fensterlosen Räumen das Fenster zur Welt: Der Fernseher in der sogenannten Mixed Zone.
(Foto: Thomas Ottensmann)


Ich höre die Fans in der Ostkurve, höre die Gesänge („Unten auf dem Rasen“) und Sprechchöre („VfL, mein Herz schlägt nur für dich“) und sehe: Nichts. Zumindest nicht mit eigenen Augen. Aber in dieser mit blauem Band abgetrennten Zone auf 3 x 4 Metern steht ein alter Röhren-Fernseher auf einem kleinen Regal. Der Empfang ist schlecht. Flimmern und Rauschen. Auf dem Bildschirm sehe ich das, was im Stadion auf die Leinwände übertragen wird, was aber jeder Fan im Rund ohnehin mit eigenen Augen sieht. Wie sich das Stadion nach und nach füllt, wie das Betonkästchen mit Grünfläche so langsam zum Leben erwacht. Diese Stunde wird einsam.

Was nur bedingt stimmt. Julia Schurna und Christian Zwingmann leisten mir Gesellschaft, aber sie sind nicht zum Spaß hier, sondern auf Schicht: Die beiden Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma stehen Spalier für die Spieler, die hier durch müssen. Zum Aufwärmen und später zum Spiel.

19.40 Uhr Ich höre Stollenschuhe auf dem Betonboden. Zuerst die rotweißen Gäste aus Cottbus, dann die Lokalmatadoren aus Bochum. Sehen größer aus, als von der Tribüne. Einige nicken freundlich, sagen „Hallo“, wundern sich über den einsamsten Reporter der Welt, der eine eigene Medien-Zone ganz für sich allein hat. Einer ruft: „Mach die Kamera aus!“. Was gibt es denn vor dem Spiel zu berichten? Eine Menge.

Zum Beispiel, dass der Energie-Trainer „Pele“ Wollitz, eigentlich ein Junge aus dem Pott, der auf Schalke zu Ruhm gekommen war, der Freundlichste ist, der sichtlich Spaß an der ungewohnten Szenerie hat. Er kommt um die Ecke - und grinst. Und ich kann plötzlich sehen, was er denkt: Was macht der kleine Reporter denn da - außer mit der blonden Sicherheitsdame zu flirten?

Pele Wollitz, der Freundlichste? Wer den Trainer im Spiel an der Außenlinie sieht und vor allem hört, kann sich das vielleicht nicht vorstellen. War aber so. 90 Minuten Ausnahmezustand, davor und danach: ein netter, ausgeglichener, höflicher und - zugegeben - recht emotionaler Mensch. Vergleiche auch Jürgen Klopp. Sonst noch?



20.01 Uhr: Bochums Keeper Andreas Luthe hat angeschwitzt. Der Reporter auch.

20.01 Uhr: Bochums Keeper Andreas Luthe hat angeschwitzt. Der Reporter auch.
(Foto: Thomas Ottensmann)


Andreas Luthe, der Bochumer Keeper, grüßt nett und Slawo Freier, der durch eine Grippe außer Gefecht gesetzte Ex-Nationalspieler und deshalb in Zivil bei der Mannschaft in der Kabine, lässt sich sogar auf einen kleinen Plausch über die gemeinsame Heimat, das Sauerland, ein. Der Slawo, der früher mal Paul hieß, wünscht mir hernach alles Gute. Die Mannschaft hat derweil angeschwitzt. Ich auch.

20.02 Uhr Hinter verschlossenen Türen die Mannschaftsansprache. Friedhelm Funkel, in den Katakomben wie erwartet introvertiert, besonnen und nachdenklich, findet mal wieder die richtigen Worte. Wie wir im Nachhinein wissen.

20.10 Uhr Ein Pfiff wie eine gestopfte Trompete. Was Wunder: Er kommt aus der Schiedsrichterkabine, hinter verschlossenen Türen. Das Zeichen zum Aufbruch. Plötzlich Getümmel in blau und weiß, ohrenbetäubender Lärm. Was ist denn da los? Ach ja, die Ballkinder kommen. 25 Kinder in geschlossenen Räumen - ein beachtlicher Pegel!

20.11 Uhr Und dann, endlich: Stollenschuhe auf Beton, die zweite. Der Einmarsch der Gladiatoren. Das Stadion kocht, die Tribüne wummert. Im Bauch des Wals ist noch Leben. Die Spieler jetzt hochkonzentriert, ordnen noch mal ihre Trikots, zupfen versonnen an den Stutzen. Alle in gespannter Erwartung. Wie das Spiel wohl laufen wird? Es geht um den Aufstieg. Dritter gegen Sechster, vier Punkte voneinander getrennt. Ein Big Point, das wissen hier alle.

20.12 Uhr Der Keller ist leer, über den Bildschirm flimmert die Gedenkminute für Japan, zweiundzwanzig Spieler senken den Kopf, das Stadion ist still, ganz still - zum ersten Mal an diesem Abend. Danach kommt der Stadionsprecher, der die Aufstelllungen ins Mikro schreit. Die Fans brüllen jeden Namen mit, dann singt der Herbert. „Tief im Westen“ - "wo die Sonne verstaubt" antworten tausende Kehlen im Chor.

20.15 Uhr Anpfiff. Eine Stunde ist vorbei. Viel passiert, aber das Wichtigste kommt erst noch. Raus ins Leben, raus an die Luft, die hier nach Currywurst und Bier riecht. Tief im Norden, unter der Tribüne, macht in der Mixed Zone einer das Licht aus.

Der Artikel mit Fotostrecke und Video erschien am 26. März im Online-Portal der Westfälischen Nachrichten unter www.wn.de



Freitag, 25. März 2011

Erstaunlich II


Wieso? Is doch noch da!

(Handy-Blogpost: Thomas Ottensmann)

Philosophen im Trainingsanzug XII

"Wenn wir ein Quiz machen würden unter den Trainern in Deutschland, wer am meisten Ahnung hat von Trainingslehre, Psychologie, und der Trainer mit den besten Ergebnissen kriegt den besten Klub - dann wäre ich bald bei Real Madrid."

(Peter Neururer, seit langer Zeit auf einen Anruf wartender Ex-Trainer unter anderem von Hannover, Köln, Schalke, Bochum und Duisburg, leidet nicht direkt unter Minderwertigkeitskomplexen.)

(Foto gefunden auf und verlinkt mit: rwe-autogramme-fm.de/)

Donnerstag, 24. März 2011

Erstaunlich*


...was man alles googlen kann.


(Handy-Blogpost: Thomas Ottensmann)
 

* Noch erstaunlicher, dass ich irgendwie nicht bemerkt habe, dass diese Handy-Nummer mein 1000. Blog-Eintrag auf "Neulich im Netz" war. Tststs.

Mittwoch, 23. März 2011

Philosophen in kurzen Hosen XXXIX

"Das zieht sich doch wie ein roter Faden durch meine Karriere: Mal bin ich beliebt wie Fußpilz, und dann bin ich auf einmal der Fußball-Gott."
(Tim Borowski in der Syker Kreiszeitung, zitiert nach: 11Freunde-Newsletter, Morgenlattek)

(Foto gefunden auf und verlinkt mit: upload.wikimedia.org/)

Dienstag, 22. März 2011

Einer flog übers Kuckucksnest

Was vergessen? Ach ja: Da war ja noch ein Spieltag, genau genommen der 27. - aber in dem Fahrgeschäft namens Fußball-Bundesliga kann man ja schon mal den Überblick verlieren. Heute heuerte übrigens Christoph Daum bei Eintracht Frankfurt an. Frankfurt? Hatten die nicht am Wochenende glücklich und schmeichelhaft gewonnen - und dann noch ein Sechs-Punkte-Spiel gegen den direkten Konkurrenten St. Pauli? Jaja, aber wen interessiert das denn? Und: Wer braucht eigentlich einen Grund, um einen absurden Trainerwechsel durchzuziehen? Eben.

Extra lange gewartet, aber noch keine neuen Wasserstandsmeldungen aus Wolfsburg. Felix Magath ist noch Trainer beim VfL. Aber wer weiß, wie viele Krawatten der ehemalige Trainermanagervorstand aus Schalke im Schrank hat. Kann alles ganz schnell gehen. Sollen übrigens extrem viele rot-weiße darunter sein. Und: Wer will schon Bentley fahren? Eben. Außerdem wechselt Magath - wie der Kenner weiß - immer mittwochs die Pferde in voller Fahrt. Um dann donnerstags - neu eingekleidet - auf dem Podium beim neuen Klub zu sitzen und zu behaupten, er sei nun irgendwie nach Hause gekommen. Wirklich stimmen - nimmt man mal Grund- und Immobilienbesitz als Basis - würde das ja nur in Hamburg und München, wo, hoppla, die beiden Trainer nur bis zum Saisonende auf der Bank zu sitzen scheinen. Es bleibt also spannend!

So, jetzt aber vielleicht doch noch mal kurz zum Fußball. Oder so etwas Ähnlichem: Borussia Mönchengladbach 0 - 1. FC Kaiserslautern 1 - durch ein Tor des populären belgischen Vollfriseurs und Muscheltauchers Logan Baily in einem rassigen Zweitligaspiel. Kriegt definitiv nicht jeder so hin. Und: Mannschaften mit Keeper steigen in der Regel seltener ab als solche, die mit einem Schlussmann antreten. Aber genau genommen müssen beiden Mannschaften absteigen - als Strafe für ein ganz schlimmes Pseudospiel.

Apropos absteigen: Sieht nicht gut aus für St. Pauli. Wer selbst bei den Losern der Rückrunde in Frankfurt versemmelt, um den steht es gar nicht gut. Wissen sie auf dem Kiez auch alle. Das macht es aber nicht besser. Derzeit sind es fünf Punkte bis auf den ersten Absteiger Gladbach, aber nur einen Punkt und minus neun Tore auf den Vorletzten Wolfsburg. Apropos Wolfsburg: Grafite hat seinem Lieblingstrainer Magath versprochen, in den letzten acht Spielen acht Tore zu machen. Magath soll daraufhin neun gefordert haben. Nur so geht's. In Stuttgart, wo Magath auch schon mal rot-weiße Krawatten trug, führte der VfL lange Zeit mit 1:0, versäumte das 2:0 zu machen und - sos fusball - kassierte in der 94. Minute den Ausgleich. Zwei Punkte verschenkt. Wer weiß, ob die dem VfL nicht noch mal sehr weh tun? Apropos: Gilt Magaths Alleinherrscher-Vertrag mit allen Vollmachten eigentlich auch für Liga 2?

Apropos Liga 2: Stuttgart, Frankfurt, Bremen, Köln und sogar der Zehnte Schalke sind noch mit in der Lostrommel. Fünf Punkte trennen die Knappen vom Relegationsplatz und hätte Schalke nicht den besten Keeper des Universums im Kasten, stünden die wohl längst auf einem Abstiegsplatz. Aber nicht unter Gladbach, das geht ja nicht. Schalke verliert unambitioniert in Leverkusen mit 0:2, aber manche Erkenntnis blieb: Seppo ist kein richtiger Vorname und Christoph Metzelder trifft endlich wieder.

Der 1.FC Köln ist der 1.FC Köln ist der 1.FC Köln. Nach dem furiosen 4:0 gegen Hannover 96 und dem sechsten Heimsieg in Folge, gab es ein lustiges 2:6 in Hamburg beim HSV, der lustigerweise in der letzten Woche 0:6 in München verloren hatte. Lustig, woll?! Hannover gewann übrigens 2:0 gegen 1899 Hoffenheim, das in der letzten Woche noch Dortmund mit 1:0 geschlagen hatte. Wer soll das denn tippen? Sehe ich genauso.

Apropos Meister 2011 (nur der BVB): Dortmund steckt in einer Ergebniskrise und warum Jürgen Klopp trotz seiner begnadeten Aussetzer an der Linie (Klitschko boxte erst abends) so sympathisch und verbindlich rüberkommt - außer in den 90 Minuten an der Linie - weiß wohl niemand. Vielleicht mal Horst Heldt fragen. Aber der scheint derzeit beschäftigt.

Sonst noch: Bayern gewinnt Last-Minute in Freiburg, das seinen Trainer aus Blackwood Forest zum Rhein ziehen lassen muss. Der linksrheinische Kölner Robin Dutt im rechtsrheinischen Leverkusen? Wenn das mal gut geht. Aber ging ja bei Christoph Daum seinerzeit auch bestens. Bis der Winter kam. Apropos: Christoph Daum: Der hat jetzt für sieben Spiele in Frankfurt unterschrieben. Ob sein Vertrag auch für Liga 2 gilt, wurde dabei nicht kolportiert. Aber morgen ist erst Mittwoch und da kann bekanntlich alles schon wieder ganz anders aussehen.

Unsere Prognose: Magath unterschreibt in Frankfurt, wo er lustigerweise auch schon mal auf der Bank saß, St. Pauli entlässt Stanislawski, der Altona 93 übernimmt und Christoph Daum geht auf den Kiez. Warum? Weil er da einfach hin passt. Wolfsburg verpflichtet Van Gaal, der immer schon mal Bentley fahren wollte und Peter Neururer wartet immer noch auf den Anruf aus Madrid. Aber die haben die Vorwahl von Buer verbummelt. In diesem Sinne: Gute Nacht, kleine Bundesliga.

Endlich wieder da


Abba pünktlich sind sie, das muss man ihnen lassen.

(Unscharfes Handy-Blogpost: Thomas Ottensmann)

Montag, 21. März 2011

Nie mehr Pele


...nur noch Claus-Dieter.

(Handy-Foto: Thomas Ottensmann)

Den kenne ich

Regelwerk, Fußball I

Klare Regel, leicht verwittert.
(Foto: Thomas Ottensmann)
Stünden die Schilder überall und würde mit harter Hand durchgegriffen, wären von jetzt auf gleich alle Stadien halbleer. Und das will dann auch wieder keiner. Diese Fußball-Funktionäre! Jungejunge.

Freitag, 18. März 2011

Neues aus Absurdistan

Der 27. Spieltag der Fußball-Bundesliga steht ganz im Schatten des Kettenkarussells mit Fußballlehrern, das am späten Donnerstagabend mit einer Vollbremsung zwei prominente Trainer an Orten ausspuckte, wo sie irgendwie keiner erwartet hätte. Felix Magath, der dem fristlosen Rauswurf auf Schalke mit seiner eigenen Kündigung begegnete, kehrt in die Autostadt zurück, wo eigens Sportdirektor Dieter Hoeneß für ihn entlassen und Herr Litti degradiert wurde. Nein, wir haben immer noch März und nicht Anfang April. Soweit die Fakten.

Felix Magath kehrt also an den Ort zurück, an der er nach seinem Wechsel zu Schalke einen Sensations-Titel (2009), eine angeblich "ausgelaugte Mannschaft" (Littbarski) und jede Menge verbrannte Erde hinterlassen hat. Der VfL Wolfsburg steht derzeit auf einem direkten Abstiegsplatz, die Mannschaft scheint zerstritten und lustlos, kaum ein Kicker bringt Normalform. Dzeko und Misimovic weg, Grafite und Helmes auf der Bank, Benaglio außer Rand und Band. Diego im Mittelfeld, ach, stimmt. Aber wie oft ist das in dieser Saison schon positiv aufgefallen? Eben.

Magath hat sich nach Ansicht von Juristen mit seiner eigenen Kündigung auf Schalke lustigerweise nicht nur angeblich die Auszahlung seines vollen Gehaltes bis 2013 gesichert, sondern darf auch ab sofort noch etwas dazu verdienen. Verständlich. 12 Millionen Euro, wer zum Teufel soll davon leben? Das Leben ist hart, die Trainerbank auch: Der VfL Wolfsburg muss am Sonntag lustigerweise zum Abstiegsgipfel nach Stuttgart, wo Magath selbstredend auch schon mal tätig war. Was nicht verwunderlich ist, denn wo war der Wandervogel mit den vielen Modebrillen nicht schon mal für kurze oder ein ganz klein wenig längere Zeit? Eben. Wolfsburg erinnert sich an gute Zeiten, hat den Elton John der deutschen Trainergilde wieder auf der Bank und Bruno Labbadia zittert. VfB - VW 1:2.

Den am Mittwoch frei gewordenen Platz in der Schalker Coaching-Zone nimmt jetzt wirklich nur für ein Spiel der Magath-Zögling Seppo Eichkorn ein, um ganz pünktlich zum 1. April zum Spiel auf St. Pauli humorlos für Ralf Rangnick Platz zu machen. Kein Witz. Rangnick, der kürzlich in Hoffenheim die Brocken vor die SAP-Zentrale warf und sich vorgeblich unlängst schon mit dem Hamburger SV handelseinig war - sich dort aber zierte, noch in der laufenden, verkorksten Saison auf der Bank Platz zu nehmen - war auf Schalke bekanntlich schon einmal bis 2005 nicht erfolglos tätig, wurde aber wegen einer Ehrenrunde vor (!) dem Spiel gegen Mainz entlassen, weil er von den Fans lauter gefeiert wurde, als Rudi Assauer. Kein Witz.

Das wichtigste Argument für die Entscheidung zwischen Pest (HSV) und Cholera (Schalke) trug für Rangnick übrigens den Namen Horst Heldt, der in den fünf Tagen seiner Tätigkeit in Gelsenkirchen gefühlt bereits mehr geschafft hat, als Andreas Müller in diversen Jahren: Magath zu schassen und Rangnick zu holen. Womit sich im Übrigen auch leider die Frage erledigt hat, was der ehemalige Stuttgarter Manager eigentlich im Pott den ganzen Tag so treibt - außer ab und an eine vor der Geschäftsstelle zu rauchen. Heldt und Rangnick verbindet nicht nur ihre Vorliebe für offensiven und spielstarken Konzeptfußball, sondern auch die ständige Suche nach jungen, gut ausgebildeten deutschen Talenten, mit denen sich Staat und Geld machen lässt.

Die VfB-Schule der jungen Wilden um Hildebrandt, Kuranyi, Hilbert und Gomez gründeten seinerzeit Rangnick und Heldt irgendwie gemeinsam. Was auf Schalke die Hoffnungen auf einen rosige Zukunft sprießen lässt. Mal wieder. Schalke reist übrigens am Sonntag nach Leverkusen, wo Jupp Heynckes noch auf der Bayer-Bank sitzt, der ja auch schon mal bei Schalke war. Aber wer war das eigentlich noch nicht? Leverkusen trauert dem Europacup nach, Heynckes grübelt über Schäferhunde und Bayern München, Schalke spielt in der Liga weiter Trainingsspielchen für die Pokalwettbewerbe. Bayer 04 - Schalke 04 1:1.

So. Was vergessen?

Ach so. Stimmt. Es gibt ja an einem handelsüblichen Bundesliga-Spieltag zumeist mehr als zwei Spiele. Eigentlich stand der 27. Spieltag der Fußball-Bundesliga bis Donnerstag ja ganz im Zeichen einer Dramaturgie des Schreckens. Und da nicht nur Qualität von Qual, sondern auch Dramaturgie von Drama kommt, spielen einfach mal sechs Abstiegskandidaten in drei Sechs-Punkte-Spielen gegeneinander um den Verbleib in der deutschen Gelddruckliga. Viele Zahlen, keine Klarheit. In Worten beginnt das lustigerweise immer noch nicht abgeschlagene Schlusslicht, der VfL 1900 Borussia Mönchengladbach e.V., am Freitagabend mit dem dritten Heimsieg in Folge gegen die Fritz-Walter-Gedächtniself des 1. FC Kaiserslautern seine Aufholjagd im Kampf um den Klassenverbleib: Borussia - Lautern 2:1.

Am Samstag um 15.30 Uhr geht das Heulen und Zähneklappern im ehemaligen Waldstadion weiter, das ja längst wie eine Bank heißt, die früher mal grün und heute gelb ist. Eintracht Frankfurt gegen den FC St. Pauli, das heißt Not gegen Elend, Angst gegen Furcht, Torflaute gegen Torarmut. Klare Angelegenheit: Eintracht - St. Pauli 0:0.

Der ebenso führungs- wie trainerlose HSV trifft auf den lustigen Karnevalsverein 1. FC Köln, der sich ja selbst noch verwundert die Augen reibt, welchen Fußball man aktuell so drauf hat. Jetzt ist ein Auswärtsspiel kein Heimspiel (wo steht das Phrasenschwein?), was die Kölner aber in dieser Woche auch nicht anficht. "Viva Colonia" singend demontieren die lustigen Kölner um Prinz Poldi auch in der Fastenzeit den krampfgeplagten am Boden liegenden HSV in Hamburg: HSV - Köln 1:3.

Die Bayern haben in dieser Woche mal wieder unnötig verloren. Und das auch noch gegen den Lieblingsfeind Inter Mailand, der in München einfach mal ein sensationell aussichtsloses Spiel noch drehte und eins, zwei, drei mit dem 16-Tonner in die Lücken der bayerischen Viererkette fuhr, dort bequem im 16er drehte und aus einem 1:2, das gefühlt ein 1:5 war, im Fußabwinkeln ein 3:2 machte. Bayern raus aus der Champions League, Bayern raus aus dem Pokal, Bayern raus aus den Champions-League-Plätzen.

In der Mannschaft brodelt es. Robben wirft der Abwehr Fehler vor, Lahm wirft der Offensive Versäumnisse vor, auf der Bank ein lahmer Holländer, der gerne Peking-Ente isst. Und Breno twittert nachts um 4 Uhr, dass er endlich wieder zum Zuckerhut will. In der Fastenzeit! In Bayern! Platz 4 in der Liga spiegelt die aktuelle Leistungsstärke des Rekordmeisters korrekt wider. Will keiner hören? Ist aber so. SC Freiurg - Bayern München 2:1.

Hannover 96 gehört zu den absoluten Überraschungsteams in dieser Saison. Stand hier schon mal? Hm. Hoffenheim, das bei den Niedersachsen antritt, kann an einem guten Tag Jeden schlagen, an einem schlechten aber auch gegen Jeden verlieren. Stand hier auch schon mal? Hm. Hier kommen neue Zahlenspiele: 96 - 1899 4:1.

Der 1. FC Nürnberg gehört zu den absoluten Überraschungsteams in dieser Saison. Schon mal gehört? Na gut. Wenigstens Eigenzitate, da braucht es keine Quellenangabe. Jetzt kommt Werder Bremen, das zu den absoluten Enttäuschungen der aktuellen Saison gehört. In Freiburg hui, gegen Gladbach im Ergebnis pfui, steht Werder mit dem Rücken zur Wand nur einen Punkt vor der 28-Punkt-Armada (Stuttgart, Lautern, Frankfurt, St. Pauli). Eigentlich müsste Werder also da weitermachen, wo sie im Schwarzwald beim Lieblingsgegner Freiburg aufhörten. Doch Nürnberg ist nicht Freiburg (wo steht das Phrasenschwein?): FCN - Werder 2:0.

In Dortmund bereiten alle längst die große Flaggenparade auf dem Borsigplatz am 14. Mai vor. Dabei kann man schon mal das Tagesgeschäft verdrängen, das beim BVB ja nur noch aus dem Ligabetrieb besteht. In Hoffenheim standen fast alle schwarz-gelben Profis in Ringelsocken bei der 0:1-Niederlage irgendwie neben sich, gegen die rot-weiße BVB-Doublette des 1. FSV Mainz 05, der am Samstagabend zum Topspiel ins ehemalige Westfalenstadion reist, das längst wie eine Versicherungsgruppe heißt, gehen alle wieder einen Schritt nach links. Oder rechts. Und auf der Bank sitzt auf beiden Seiten Jürgen Klopp, der gerade den Trainerpreis des deutschen Fußballs bekommen hat. Wie in jedem Jahr. Aber egal. Maßgebend ist auf dem Platz. Kloppo schlägt Kloppo: BVB - Mainz 3:2.

Dienstag, 15. März 2011

11 Freunde sollt Ihr sein

Ottmar Hitzfeld, Tip-per-gott!
(Screenshot des 11Freunde-Livetickers: Thomas Ottensmann)
Der legendäre 11Freunde-Liveticker ist einfach legendär gut. Das soll an dieser Stelle einfach mal neidvoll anerkannt werden. Wer die 2. Halbzeit von Bayern gegen Inter noch schnell lesen will, bekommt hier den Link mit dem Zaunpfahl: Ja, ich will unbedingt zum 11Freunde-Liveticker im sich selbst aktualisierenden Fenster. Und unbedingt in der Pause noch mal schnell alles von unten nachlesen. Sind - wie eigentlich immer - ein paar Knaller drin. Kleiner Tipp: Es kommen Jose Mourinho und Ottmar Hitzfeld vor.

Wahrheit 2008 reloaded

Montag, 14. März 2011

Philosophen in kurzen Hosen XXXVIII

"Mein Traumberuf war immer: Spielerfrau oder Hund bei Uli Hoeneß."

(Mehmet Scholl)

(Panini-Bild gefunden auf und verlinkt mit: stickerfreak.de/)

Von lahmen Erpeln und Turboenten

Nach dem 26. Spieltag der Fußball-Bundesliga geht das Entenrennen weiter. Der holländische Despot Louis van Gaal ging dabei als eindeutiger Sieger aus dem Wettrennen gegen seinen Erpelkollegen Armin Veh hervor, der nach der 0:6-Blamage des HSV in München erstaunlich stante pede entlassen wurde. Doch der Hamburger Coach hatte ja in Pressekonferenzen und Interviews schon seit Wochen um seine Entlassung gebettelt.

Der "sympathische Sonderling" (Süddeutsche Zeitung) hat also an der Elbe ausgedient und wurde nur eine Woche nachdem er das offene Geheimnis gelüftet hatte, seine Option auf Vertragsende im Sommer zu ziehen, beurlaubt. Jetzt greift beim HSV also die offenbar gut durchdachte Installation des cheftrainererfahrenen Michael Oenning, der schon in Nürnberg bewies, gute Arbeit in chaotischen Strukturen abliefern zu können. Gut durchdacht? Beim HSV? Hm. Nun gut, also doch nur "Success by accident". Doch der HSV bewegt sich ja im Niemandsland der Tabelle, das lediglich drei Plätze umfasst. Denn in der oberen Hälfte ist - mit Ausnahme des Deutschen Meisters BVB - ebenso wenig klar, wie in der unteren Hälfte. Acht Spieltage vor Saisonende herrscht allerorten noch Zittern, Bangen und Hoffen.

Gehofft wird in der oberen Hälfte bis Platz 9 (Hoffenheim) auf die fünf Plätze in den beiden europäischen Gelddruckligen. Gezittert wird ab Platz 10 vor dem größtanzunehmendem Unfall eines Abstiegs oder den beiden Relegationsspielen gegen einen ehrgeizigen Emporkömmling aus dem Unterhaus. Die TSG 1899, die in der letzten Woche noch beim Schlusslicht verdient und unengagiert mit 0:2 verlor, schlug also den Deutschen Meister (nur der BVB) mit 1:0. Dortmund wirkte ein wenig müde im Kopf und konnte seine 360 PS in keiner Phase des seltsam langweiligen Spiels auf den Rasen bringen. Hoffenheim hat mit jetzt 36 Punkten mit dem Abstieg wohl endgültig nichts mehr am Hut. Aber bis Platz 5 sind es doch auch schon sieben Punkte. Genau genommen können die Kraichgauer die Saison runtertickern lassen. Was sie bestimmt gut können.

Bayer 04 Leverkusen kann auch mit Michael Ballack gewinnen. Neun Punkte bis Dortmund sind zuviel des Guten und Vizekusen wäre ja nicht Vizekusen, wenn man am Rhein nicht zufrieden mit Platz 2 wäre. Mit dem etwas glücklichen 1:0 in Mainz liegen die Chemiestädter aber wieder prima im Wasser. Fünf Punkte vor Hannover 96, das das Kunststück fertigbrachte, in Köln mit sage und schreibe 0:4 zu verlieren.

Der FC hat jetzt sechs Heimspiele in Folge gewonnen, was den Hormonspiegel in der Stadt mit der großen Kirche passend zum Frühlingserwachen prächtig in die Höhe treibt. "Sechs Punkte noch und wird sind durch", rechnete der Wirt des Sion an der Agneskriche am Samstag beim entspannten Gucken der Sky-Konferenz hoch. Und er könnte wohl Recht behalten: Köln ist aus der Abstiegsverlosung in dieser Form seit Freitagabend wohl raus. Ob Hannover diesen Rückschlag verkraftet und ob der Platz für die Quali um eine Teilnahme an der Champions League gehalten werden kann, scheint wacklig. Schließlich sind die Bayern wieder da. Mit den meisten Toren und nur zwei Punkte hinter den Niedersachsen liegt der Rekordmeister in Schlagweite, um das Minimal-Saisonziel mit der Turboente van Gaal doch noch erreichen zu können.

Mainz 05 entwickelt dagegen zunehmend einen Heimkomplex. Auch gegen den direkten Konkurrenten Leverkusen gab es daheim wieder einen Schlappe bei exakt null erzielten Toren. Mainz droht so seine gute Hinrunde im Endspurt noch zu verdaddeln: Nürnberg liegt nur noch einen Zähler hinter den Rheinhessen. Dabei war der Club lange Zeit nicht zwingend besser als der VfL Wolfsburg. Doch mit dem Treffer in der Nachspielzeit sicherte sich Nürnberg den Anschluss an die europäischen Spielplätze. Ein Pünktchen Unterschied, bei exakt demselben Torverhältnis machen die Sache zwischen Mainz und Nürnberg hoch spannend.

Derweil verlor die Mannschaft des derzeit bundesweit sehr begehrten Trainers Robin Dutt ebenfalls durch einen Treffer in der Nachspielzeit auf dem Betze in Kaiserslautern unglücklich mit 1:2 und hat nun mittlerweile sechs Punkte Rückstand auf Platz 5. Damit liegt der SC gleichauf mit dem HSV, der sich nach dem 0:6 in München wohl fragt, ob er nicht einen Antrag bei der DFL stellen kann, dass man die Saison nun für den HSV aussetzt, um die Wogen in Vorstand, Management und Aufsichtsrat zu glätten.

Womit wir übergangslos bei FC Schalke wären, der zwar glücklich mit 2:1 gegen Frankfurt gewann und dabei drei Tore aus dem Kuriositätenkabinett produzierte, sich aber immer noch inmitten der Wirren um die Entlassung Magaths befindet. Der entmachtete Despot mit dem niedlichen Namen gab seiner Mannschaft Montag und Dienstag frei und soll dann am Mittwoch entlassen werden, damit man endlich den erfahrenen Nachwuchstrainer Otto Rehhagel inthronisieren kann. Das trojanische Pferd hat Otto mit seinem alten Euro-Vasallen Angelos Charisteas längst vorgeschickt. Der Grieche schoss den 2:1-Siegtreffer für Schalke keine Minute nach seiner Einwechslung und war dabei kalt wie eine Hundeschnauze. Respekt.

In Wolfsburg bangt Übergangs-Erpel Littbarski nach dem 1:2 in letzter Sekunde gegen Nürnberg um seinen Job. Zwar präsentiert sich die Mannschaft unter der Übungsleitung von Herrn Litti stabiler als einst unter dem Trottel mit dem Regenschirm, aber jetzt setzt es halt Niederlagen statt unansehnlicher Unentschieden. Und der Meister von 2009 steht erstmals auf dem Abstiegsplatz 17, und hat schon zwei Punkte Rückstand auf den Relegtaionsplatz.

Auf diesem unbeliebten Platz steht mittlerweile der FC St. Pauli, der es nicht schaffte gegen den VfB Stuttgart zu Hause die wichtigen Big Points zu holen. Schlimmer noch: Durch ein Tor kurz vor Schluss vergeigten die Freibeuter der Liga das Heimspiel noch und stehen nun anstatt auf Platz 12 auf Rang 16. Was die Brisanz in der unteren Hälfte verdeutlicht. Vier Punkte bis Rang 11 (Köln) und ein Punkt bis Rang 12 (Werder) zeigen wie eng Freud und Leid beieinander liegen. Niemand kann sich sicher wähnen und Werder, das beim grottigen 1:1 gegen erschreckend schwache Gladbacher die beiden großen Punkte auch erst in der 92. Minute herschenkte, kommt nicht vom Fleck. Den größten Sprung machte der VfB Stuttgart, das sich durch drei Siege in Folge auf den 13. Platz quälte.

Was vergessen? Ach ja: Was macht eigentlich Horst Heldt?

Samstag, 12. März 2011

Keine Frage

Wer öfter mal im Baumarkt einkauft, kennt das Prinzip: Keine Frage ohne Gegenfrage. Schlimmer noch. Jede Aussage wird mit einer Gegenfrage beantwortet. Ich suche weiße Wandfarbe. Innen oder außen? Innen. Latex oder normal? Normal. Rauhfaser oder Rauhputz? Undsoweiterundsofort. Das Prinzip Obi gilt auch für eine große Fleischklopsbraterei, die ja im Jugendvolksmund komischerweise jetzt Mäckes und nicht mehr McDoof heißt, wie bei uns früher - wobei beides nicht direkt der Inbegriff von Kreativität oder gar tiefgründigem Humor ist. Worauf wollte ich eigentlich hinaus? Ach ja: Wie wir nicht erst seit dem Ökotrophologie-Schocker "Supersize me" wissen, wird jede Bestellung in den Schnellrestaurants traditionell auch mit einer Gegenfrage beantwortet. Man könnte meinen: Einfach cleverer und sorgfältiger bestellen - und man ist davor gefeit. Filmstudenten haben für uns mal geübt:


(Foto des Kinoplakats von "Supersize me" gefunden auf und verlinkt mit: img443.imageshack.us/)

Freitag, 11. März 2011

Die Woche der lahmen Enten

War das lustig früher. Zu jeder Trainingseinheit als Fußballknirps gehörte auch eine Einheit Entengang dazu. Kennt Ihr nicht mehr? Ach was. Da geht man in die Hocke und von da aus dann so schnell wie möglich watschelnd nach vorne. Müsste also Hockgang heißen oder Hockendgang oder so. Heißt aber Entengang. Worauf wollte ich eigentlich hinaus? Ach ja: In dieser unterhaltsamen Woche der lahmen Enten findet überraschenderweise doch ein herkömmlicher Bundesligaspieltag statt, genau genommen sogar der Sechsundzwanzigste. Der verspricht aber - passend zu einer alles andere als handelsüblichen Saison - ganz besondere Geschichten zu schreiben und weiterführende Entscheidungen zu fällen. Ungewöhnlich für einen Standardspieltag.

In München gibt es ohnehin viel Getier, Getue und Gerede. Die sportliche Krise äußert sich in München ja nicht so wie bei anderen Klubs, die dann kurz vorm Kollaps (HSV) oder Abstieg (Wolfsburg, Bremen, Gladbach) stehen, sondern, indem der Klub aus dem Pokal ausscheidet und in der Liga nur auf Platz 5 liegt. Die sind halt die. Einen Trainer rauswerfen zu wollen, aber keinen Plan B zu haben, ist, nunja, irgendwie unclever.

Lustigerweise sollte Louis van Gaal ja übrigens vor allem deshalb rausgeworfen werden, weil er taktisch keinen Plan B hat (wunderbar zu beobachten übrigens nicht erst bei den Niederlagen gegen Dortmund, Schalke und Hannover, sondern schon vor knapp einem Jahr im Champions-League-Finale gegen Inter Mailand). Und weil der selbstgerechte Despot den Niederlagen taten- und regungslos von der Bank zuschaut. Um sich hernach zu beschweren, dass Fußball-Verhinderungs-Künstler wie Josè Mourinho Spiele und Titel mit ihrer ausgefeilten, aber nicht unansehnlichen Defensivtaktik erzielen. Da sitzt van Gaal in der niederländischen "totaal foetbol"-Falle, in die sich einst auch schon die brasilianische Selecao, Real Madrid und der FC Barcelona verirrten.

Leider ist Fußball anno 2011 aber längst nicht mehr nur "Hurra, wir spielen offensiv und hoffen, ein Tor mehr als der Gegner zu schießen. Lieber 5:4 als 1:0." (Hennes Weisweiler), sondern eben auch "Die Null muss stehen." (Huub Stevens). Nicht umsonst heißt es immer, dass Spiele vorne, aber Titel hinten gewonnen werden. Ob man das gut findet oder nicht - da ist wohl was dran. Dass Louis van Gaal am Saisonende entlassen wird, liegt neben extremen Defiziten in der Sozialkompetenz auch und vor allem daran. Dass er nicht direkt nach der dritten Pflichtspielniederlage hintereinander Knall auf Fall vor die Tür gesetzt wurde, lag aber nur daran, dass man sich nicht traute, mit einer internen Notlösung (Hermann Gerland/ Mehmet Scholl) die verkorkste Saison zu Ende zu spielen. Und dass am Markt niemand (zumindest für die Bayern) Passendes zur Verfügung stand. Die lahme Ente van Gaal darf also noch mindestens zehnmal auf die Bayernbank. Aber nur noch bis zum Saisonende. Obwohl sein Vertrag noch bis 2012 läuft. Vielleicht. Beste Basis für einen U-Turn! Zumal die Mannschaft weiß: Der Alte ist bald weg.

Lustig, dass ausgerechnet jetzt der HSV kommt. Während Louis van Gaal entlassen wurde, hat sich in Hamburg der Trainer selbst vom Hof gemacht. Aber auch erst zum Saisonende. Obwohl sein Vertrag noch bis 2012 läuft. Armin Veh sagte zur Begründung, dass der Verein im Grunde genommen untrainierbar sei. Und keiner widersprach. Ging auch nicht, weil kurz zuvor die Führung (Hoffmann, Kraus) entlassen worden war und Manager Bastian Reinhardt ohnehin nicht spricht, wenn er nicht drangenommen wird. Die lahme Ente Veh darf also noch mindestens zehnmal auf die HSV-Bank. Vielleicht. Beste Basis für einen U-Turn! Zumal die Mannschaft weiß: Der Alte ist bald weg. Beste Basis für ein tolles Spiel. Lahme Ente I gegen Lahme Ente II 0:0.

In der Gelsenkirchener Arena Auf Schalke überschlugen sich die Ereignisse in dieser Woche ja ebenfalls. Gut möglich, dass an dieser Stelle ein Tempuswechsel Not täte, weil sich ja der Fleisch-Produzent Tönnies mit dem Titel-Produzenten Magath am Wochenende zu einem Gespräch unter Männern treffen will. Da wird dann also über Fußball, Frauen und Autos geredet. Oder so. Dem als unkommunikativ und undemokratisch geltenden Machtmenschen Magath wurde mitgeteilt, dass er zum Saisonende gehen muss, obwohl sein hochdotierter Vertrag noch bis 2013 läuft. Dann muss Schalke das Team Magath abfinden und in Kauf nehmen dass der ohnehin schon gigantische Schuldenberg am Berger Feld um mutmaßlich knapp 20 Millionen Euro anwächst. Aber Schalke hat's ja.

Lustig, dass ausgerechnet jetzt, wo mit dem als unkommunikativ und undemokratisch geltenden Machtmenschen Otto Rehhagel längst ein deutlich umgänglicherer Trainer auf der Schalker Tribüne sitzt und stoisch wartet, Eintracht Frankfurt in der Arena aufschlägt. Diese Metapher passt auch deshalb so gut, weil die Eintracht nach dem Sieg gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund am letzten Spieltag der Hinrunde nicht mehr gewann, nur noch zwei Punkte holte und kein einziges Tor schoss und damit mit Abstand die schlechteste Rückrundenmannschaft der Liga stellt und wie ein Stein Richtung 2. Liga fällt. Der Ex-Schalker Michael Skibbe stellt sich als Trainer vor die Kameras und sagt sinngemäß: Ich hoffe, dass es bald besser wird, aber ich weiß leider nicht wie. An der Stelle entlässt man eigentlich den ahnungslosen Übungsleiter spätestens. Denn wenn er schon öffentlich zugibt, dass er keinen Plan B hat, dann wird es wohl so sein. Und eine Mannschaft, die nicht weiß, wie Abstiegskampf funktioniert, muss sich auf einmal in Aachen, Fürth und Oberhausen rumschlagen. Aber Frankfurt wollte noch keine lahme Ente sein und macht einfach mal so weiter. Das hat Folgen: Schalke 04 - Einfach Frankfurt 1:0. Ach ja: Und Skibbe wird danach entlassen.

Noch was vergessen? Ja. Es fliegen ja auch noch Wildenten: Der 1. FC Köln gewinnt zwar gerade sehr gerne wieder zu Hause und hat das in Folge auch schon mehrfach getan, aber seit Aschermittwoch ist ja wieder Schluss mit lustig. Auch im Ex-Müngersdorfer Stadion, das längst wie ein Energieunternehmen heißt. Kölle - Hannover 96 0:2.

Der VfL Wolfsburg muss sich mit den extrem Jungen und extrem Wilden aus dem Frankenland rumschlagen. Der Club klopft in Europa an die Tür, der VfL in der 2. Liga. Leichte Beute: VW - Nürnberg 1:3.

Die BVB-Fans können ja nicht nur die Bayern und den FC Schalke 04 traditionell nicht gut leiden, sondern aktuell auch 1899 Hoffenheim. Warum? Wahrscheinlich, weil 1899 Geld hat und der BVB nicht. Egal. Im Hinspiel gab es ein extrem glückliches 1:1, als da Silva mit einem sensationellen Freistoßtor in der Nachspielzeit noch den hochverdienten Ausgleich gegen die Betonmischer aus dem Kraichgau für den BVB erzielte. Jetzt ist in Hoffenheim der Fußball-Oberlehrer Rangnick längst Geschichte und die Elf der TSG nach dem Abgang von Eduardo und Gustavo endgültig eine normale, durchschnittliche Bundesligamannschaft. Gegen die man eigentlich immer gewinnen kann - oder verlieren, uneigentlich. Man weiß halt nicht, ob sie heute mal Lust hat. Der Deutsche Meister ist gerade aber so schön dabei und macht es wie (fast) immer: 1899 - BVB 0:2.

Kaiserslautern hadert mit den beiden Kapitänen Lakic (Fans) und Amedick (Trainer) und laviert als Aufsteiger schon wieder an der Grenze zwischen 1. und 2. Liga. Im Heimspiel gegen den SC Freiburg geht es für die weinroten Teufel also mal wieder um ganz wichtige drei Punkte. Die Mannen aus dem Sherwood Forest um Anführer Robin Dutt drohen hingegen den Anschluss an die europäiischen Plätze zu verlieren. Jetzt war Europa nicht direkt das Ziel der Freiburger, aber im Dreiländereck würde man die Gunst der Stunde ja doch gerne nutzen, ehe man den begehrten Trainer dann wehmütig Richtung Hamburg, München, Schalke oder Leverkusen ziehen lässt. Fünf Punkte auf den taumelnden Riesen Bayern München haben die Breisgauer. Weswegen das Motto lautet: Einfach mal auf dem Betzenberg gewinnen, der längst wie ein Ehrenspielführer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft heißt. FCK - Freiburg 2:3.

Topspiele am Samstagabend sind nicht deshalb Topspiele, weil man ein Topspiel auf högschdem Niveau erwarten darf, sondern weil ein Bezahlsender noch ein Spiel mehr in voller Länge übertragen will, darf, kann, soll und muss. Manchmal hat der Zuschauer aber das Glück, dass zwei Mannschaften gegeneinander antreten, für die es um alles oder nichts geht. Im Topspiel am Samstabend ist das endlich mal wieder so. Werder Bremen gegen Borussia Mönchengladbach. Ex-Meister gegen Ex-Meister. Hochambitioniert mit Europa-Abo gegen hochambitioniert aus Tradition. Not gegen Elend? Vielleicht, aber die beiden Teams haben ja gerade endlich mal wieder das Köpfchen aus dem brackigen Wasser des Abstiegssumpfs gehoben. Wie's ausgeht? Eigentlich verliert Gladbach traditionell hoch im Stadion, das immer noch wie der Fluss daneben heißt. Werder - Gladbach 1:2.

Sonst noch: Mainz gegen Leverkusen könnte ein tolles Spiel werden, weil zwei spielstarke, offensiv ausgerichtete Jugendmannschaften gegeneinander kicken. Vierter gegen Zweiter, sechs Punkte Unterschied. Das Topspiel am Sonntag um 15.30 Uhr ist das heimliche Gipfeltreffen und wird mit Spannung erwartet. Und womit? Mit Recht. Mainz - Bayer 3:3.

Zum Abschluss des 26. Spieltages noch das reale Spiel Not gegen Elend. Der FC St.Pauli taumelt gerade auch in Richtung 2. Liga und fühlte sich nach 0:5-Klatsche in Nürnberg, wie Kiezkicker Gunesch aussagte, wie mit dem Klappspaten verdroschen. Muss zu Hause am Millerntor, das immer noch Millerntor heißt, gegen den VfB Stuttgart nicht unbedingt fortgeführt werden. Der VfB scheint sich aber nach dem Abschied aus Europa langsam wirklich noch zu fangen. Erstmals seit 184 Wochen stehen die Schwaben nicht mehr auf einem Abstiegsplatz. Bleibt so: Pauli - Stuttgart 1:1.

Noch was vergessen? Hm, nein. Aber was macht eigentlich Horst Heldt?

Montag, 7. März 2011

1980, deine Träume sind vorbei!

Tote Blumen leben länger

(hai) Nach dem 25. Spieltag der Fußball-Bundesliga ist nur eines klar: Es sind nur noch neun Spieltage. Keine Zugabe, kein Bonus - doch halt: Außer für Schalke 04, das ja noch dreimal gegen Duisburg anzutreten hat. Das Pokalfinale, das verloren geht und die beiden Relegationsspiele, für die sich die Zebras mit einem phänomenalen Schlussspurt noch hauchdünn vor dem FC Augsburg qualifizieren.

Wo war ich gerade? Ach ja: Die Bundesliga. Was für eine Liga. Jeder kann jeden schlagen, jeder kann am jedem Spieltag die unterschiedlichsten Formschwankungen aufweisen. Heute hüh, morgen hott - wer soll das eigentlich tippen? Aber ich glaube, die Frage stellten wir uns bereits achtzehn Mal. Außer uns hier in der Redaktion, versteht sich. Sechs von neun Spielen richtig, das Ergebnis von Hannover auch, aber nur teilweise - denn die Bayern trauten sich nicht, van Gaal sofort zu entlassen. Erst am Saisonende. Das ist jetzt natürlich super motivierend für den Trainer. Und für die Mannschaft, die weiß: der knorrige Alte ist bald weg.

Was haben wir gesehen? Die lustigste Fehlentscheidung der letzten Jahre. Handelfmeter und Rot gegen Höwedes - das hatte der beratungsrestistente Schiri Dr. Felix Brych exklusiv. Auch die gelungene Pantomime von Manuel Neuer konnte da nicht zur Einsicht des Mannes in Gelb beitragen. Schalke verliert 0:1 und konzentriert sich jetzt ganz auf die nächsten Pokalniederlagen. Die Bundesliga ist ja uninteressant. Jeder Hinweis auf den drohenden Abstiegskampf ignorieren die Knappen ebenso ironisch lächelnd wie beharrlich und sie werden sich dann im Mai verwundert die entzündeten Augen reiben, wenn es in zwei K.o.-Spielen auf einmal auch in der Liga um die letzte Wurst geht. Doch keine Panik: K.o.-Spiele liegen den Schalkern. Wenn es um internationale Meriten und Millionen geht. Und (jetzt kommt's) Duisburg ist nicht Valencia. Und Augsburg, Fürth, Aue, Cottbus und Bochum übrigens auch nicht.

Gladbach ist bei Heimsiegen scheinbar auf den Geschmack gekommen. Das 2:0 gegen 1899 war der zweite in Folge. Ramazotti für die Fan-Seele. Und jetzt spielen die auch noch zu Null. Lucien Favre scheint den Spielern Taktik per Instantpulver zu verabreichen. Hoffentlich passt die Dosierung am kommenden Wochenende auch in Bremen, wo es in der Vergangenheit eigentlich ständig hohe Niederlagen gab (vgl. auch das Hinspiel). Die Fohlen scheuen also nochmal kurz vor der Abdeckerei und sind auf einmal springlebendig wie Osterlämmer. Mal schauen, wie lange. Ostern ist erst Ende April. Drei Punkte zum rettenden Ufer dürften aber wieder Ansporn genug sein. Eigentlich.

Sonst noch? Der Deutsche Meister BVB begeistert die ganze Liga, inklusive der Gegner und deren Trainer. 27 Torchancen, aber nur ein Tor gegen Köln. Was soll's? Trainer Jürgen Klopp sprach vom verdientesten 1:0 der Geschichte. Den kann man geben.

Eintracht Frankfurt mit dem untergetauchten Ex-Torjäger Theofanis Gekas und dem ratlosen Trainer Skibbe wursteln sich weiter in den Keller. Gegen Lautern gab es ein trostloses 0:0, was keinem half, aber viel verdeutlichte: Beide Mannschaften gehen mit Angst in den Abstiegskampf. Und wie sagt ein altes Sprichwort: Muffensausen ist ein schlechter Berater. Übrigens wird Michael Skibbe das Saisonende bei der Sky-Konferenz vor dem Fernseher erleben.

Und Werder? Im Norden ticken die Uhren anders, das wissen wir seit Jahren. Schaaf, Allofs, die Mannschaft - alle Versager der letzten Wochen bleiben in Amt und Würden. Und wenn es nach Freiburg geht, dann blühen die Rautenträger von allein auf wie Osterglocken. 3:1 gewonnen, nicht mehr auf einem Abstiegsplatz. Geht doch.

Der Lieblingsfeind der Grün-Weißen, der HSV, führte gegen Mainz zweimal und keiner wusste, warum. Erstens, weil der Ball ja nur einmal im Tor war und zweitens, weil Mainz 05 so sensationell überlegen war, dass eigentlich ein deutlicher Sieg hätte rausspringen müssen. So war es halt nur ein 4:2. Reicht doch.

Der 1.FC Nürnberg ist, gemeinsam mit Hannover 96, die Sensation der Liga (okay, der BVB auch, aber der spielt in einer anderen, sagen wir mal imaginären Sonder-Liga). Gegen einen FC St. Pauli in bemitleidenswerter Zweitliga-Form spielten sich die Franken in einen Konstantin und gewannen 5:0, hätten aber auch höher gewinnen können. Doch doch.

Was vergessen? Hm. Nein? Komisch. Ach so: Was macht eigentlich Horst Heldt?

Sonntag, 6. März 2011

Feel so different

Gerade diesen sensationellen Werbespot zum ersten Mal gesehen. Aber Sinead O'Connor nimmt mir die Worte aus dem Mund: "Feel so different". Kann mich gar nicht entscheiden. Bin von dem Interview-Ausschnitt begeistert. Von einem Comeback des DS(3) auch. Aber darf man das? Mit John Lennon werben? Und wer kriegt die Kohle? Etwa Yoko? Hm.

Samstag, 5. März 2011

Der Tag der toten Gladiole

Silberjubiläum in der Bunten Liga: Am 25. Spieltag der Fußball Bundesliga wissen alle Trainer, dass nur noch 30 Punkte zu holen sind. Und zwar unwiderruflich. 30 Punkte? Reicht doch. Und zwar für alle Vereine. Und alle Saisonziele. Oder? Der Champions-League-Finalist 2012 Borussia Dortmund geht zehn Wochen lang mit dem Sambaexpress auf Huldigungstour durch die Stadien der Republik. Und feiert mit seinen Fans die letzten zehn Schritte auf dem Weg zur Meisterfeier am 14.Mai auf dem Borsigplatz. Beginnend mit einem mühsamen 2:1-Erfolg gegen den 1.FC Köln am Freitagabend vor 80.000 nicht nur Freudetrunkenen, macht der BVB den nächsten Dreier und kann es gar nicht mehr abwarten, bis der Wonnemonat endlich kommt.

Apropos: Die Ungeduld der anderen Borussia ist im Süden der Tabelle nur ein schlecht getarntes Muffensausen. Gladbach droht mal wieder der Abstieg. In dieser Saison ist bei der Borussia einfach viel zu viel viel zu falsch gelaufen. Die Mannschaft macht meist mehr Fehler als der Gegner, wenn er mal nicht gerade Leverkusen, Köln, Frankfurt, Nürnberg oder Schalke heißt. Fünf Siege aus 24 Spielen sind aber viel zu wenig - ein Heimsieg auch. Erstaunlich, dass der VfL nicht weiter abgeschlagen ist, als mit diesen läppischen fünf Pünktchen bis zum Relegationsplatz. Mit einem 2:1-Heimsieg gegen 1899 Hoffenheim treiben am Niederrhein mal wieder Hoffnungskeimlinge aus wie Schneeglöckchen.

Apropos: Der FC Schalke 04 klopft sich mal wieder selbst auf die schmale Schulter. 1:0 bei den Bayern gewonnen, sich für die kleine Gelddruckliga qualifiziert und jetzt in Ruhe die Liga ausklingen lassen - so scheint das Motto der Mannen vom Mount Magath. Nächste Woche geht es gegen den FC Valencia und das lukrative Viertelfinale im großen Kohlebergwerk Champions League winkt. Wen interessieren da schnöde Bundesligapunkte? Eben. Außerdem kann sich die Elf gegen solch' Graupengegner wie den VfB Stuttgart immer so schlecht konzentrieren. Deswegen kommt es so wie immer nach Pokalspielen der Blauen: VfB Stuttgart - Schalke 04 3:0. Ach so: Das Pokalfinale gewinnt übrigens der MSV Duisburg. Allerdings erst nach Verlängerung und Elfmeterschießen - trotz ManU(el) Neuer, der im Sommer dann für 32 Millionen Euro auf die Insel wechselt, wo er fortan Gottgleich als weltbester Torwart verehrt und mit Pfundnoten überhäuft wird. Das wussten in Deutschland allerdings schon länger eigentlich auch alle - bis auf ein paar verblendete Münchner.

Apropos: Der FC Bayern München, einst deutscher Rekordmeister und Dauerpokalsieger, muss sich für die letzten neun Runden, in denen nur noch 27 Punkte zu vergeben sind, einen neuen Trainer, tschuldigung, Fußball-Lehrer suchen. Drei Pflichtspielniederlagen in Folge überlebt bei den Bayern noch nicht mal der Gladiolen-General aus Holland. Naja, wird nicht arm sterben. Aber wer bei Hannover 96 1:3 verliert und sogar den dritten Platz zu verspielen droht, der verliert halt schon mal die Nerven. Oder den Job. Hermann Gerland versucht zu retten, was zu retten ist. Und das sind die internationalen Spiele um den Cup der Verlierer. Passt ja auch irgendwie.

Apropos: Eintracht Frankfurt ist seit dem Ende der Winterpause im freien Fall. Torjäger Theofanis Gekas trifft nicht mehr. Mit der beeindruckenden Konsequenz, dass die Hessen seit sieben Spielen ohne Punkt und ohne Tor sind. Wie Frankfurt mal den Deutschen Meister (nur der BVB) besiegte, übrigens vor acht Spielen, ist ein Mysterium. Das Ergebnis am Samstag nicht: Eintracht - Lautern 0:1.

Apropos: 1.FC Nürnberg - FC St. Pauli 0:1. Macht keinen Sinn, ist extrem unwahrscheinlich und völlig an den wenigen Haaren herbeigezogen. Nürnberg spielt ne Bombensaison, St. Pauli auch, aber irgendwie ne Klasse drunter. Aber die Männer vom Kiez gewinnen ja auch einfach mal so in, sagen wir mal, Gladbach oder beim HSV. Warum nicht auch im Frankenland? Eben.

Apropos eben: Im Topspiel am Samstagabend spielen endlich die beiden Werkselfen gegeneinander. Eine Elf, zwei Elfen? Hm, wahrscheinlich nicht, aber was wollte ich eigentlich sagen? Ach ja: Die Werksmannschaft aus der Chemiestadt hat sich diesen Schimpfnamen ja unlängst als Markenzeichen schützen lassen, ebenso wie "Pillendreher" und "Vizekusen". Nein, kein Witz, denn die mache ich selbst und die sind besser. Lustig ist aber nichtsdestoweniger, dass Bayer 04 gegen den Klub aus der Autostadt alle gekauften Markenzeichen bestätigt: Chemie - Auto 4:0, Platz 2 gefestigt.

Apropos: Fest ist in Bremen derzeit nur der Glaube, dass Klaus Allofs nicht Schuld an der Seuchensaison ist und Thomas Schaaf, nunja, irgendwie auch nicht. Ist so wie in Gladbach: Es sind ja die Kicker, die Woche für Woche über den Platz stümpern, als bekämen sie es nicht bezahlt. Fest ist in Bremen derzeit auch der Glaube, dass Klaus Allofs verlängern wird und Thomas Schaaf nicht an seinem Job hängt. Beim ersten Sonntagsspiel in Freiburg spielt das alles keine Rolle. SC - Werder 2:1

Was vergessen? Ach ja: Was macht eigentlich Horst Heldt? Tusch.

Noch was? Tatsächlich: Der Hamburger Sport-Verein spielt zu Hause in der wie-heißt-sie-eigentlich-in-dieser-Woche-Arena, die schon lange nicht mehr Volksparkstadion heißt gegen den 1. FSV Mainz 05 und verliert einfach schon wieder auf dem schlecht verlegten Rasen: HSV - Mainz 2:3.

Brückenschluss

Die Brücke ist nicht nur ein ausgezeichneter Film von Bernhard Wicki von 1959, sondern in diesem speziellen Fall auch bei den B-52's geklaut, was ja nun wiederum ganz gut zum Genre Kriegsfilm passt. Da bleibt der kleine laufende Meter im Bild. Schön.

Dienstag, 1. März 2011

Happy Birthday, Kühli!

Heute vor 135 Jahren wurde übrigens der Kühlschrank zum ersten Mal geöffnet. Und, was soll ich Euch sagen: drinnen brannte Licht!